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Vorschau Güterverkehr 2/2012

In Deutschland fehlen bis zu 30.000 Fahrer

Mit seinen klaren Aussagen hat sich Matthias Krage nicht nur Freunde gemacht. Um dem Fahrermangel zu begegnen, müssten "die Gehälter angepasst werden", so der Präsident des Deutschen Speditions- und Logistikverbandes (DSLV). Selbst eine Verdoppelung der Löhne müsse man von Fall zu Fall in Betracht ziehen. Viele Transporteure werden ihm diese klaren Worte verübeln, denn die Unternehmer sitzen in der Zwickmühle. Auch beim Bundesverband Güterkraftverkehr, Entsorgung und Logistik (BGL) besteht kein Zweifel daran, dass die immer schlechtere Bezahlung einer der Hauptgründe für die sinkende Zahl der Fahrer ist. Bei einem Tariflohn von 9,61 Euro pro Stunde - wenn dieser überhaupt gezahlt wird - kommen die Fahrer auf ein Monatseinkommen von rund 1.800 Euro brutto. Andererseits lassen sich derzeit bei den Verladern kaum höhere Frachtpreise durchsetzen. "Die Katastrophe ist absehbar", meint deshalb der Arbeitsmarktexperte Bernd Albrecht. Der Mann muss es wissen. Schließlich betreibt er seit 2007 den Online-Stellenmarkt Top-Trucker.de. Im vergangenen Jahr hat er für seine etwa 1.300 Kunden rund 2.000 Fahrer zu neuen Arbeitgebern vermittelt. Der größte Teil davon lief über sein Internetportal. Aber das Geschäft wird immer schwieriger: "Bereits 2011 fehlten in Deutschland 25.000 bis 30.000 Fahrer", schätzt Albrecht, wobei die große Welle der Pensionierungen noch bevorsteht. Bereits im Oktober 2011 hatte sich die Arbeitsmarktlage derart zugespitzt, dass der junge Verein "ProLkw" (www.prolkw.org) Alarm schlug. Weil nicht mehr genug Lkw-Fahrer zur Verfügung standen, mussten in Norddeutschland Fahrzeuge in ihren Depots bleiben und die Versorgung von Industrie und Verbrauchern geriet ins Stocken. "Die guten Fahrer sind im Job, die anderen fahren uns die Lastwagen kaputt oder beschädigen die Ladung", sagte ProLkw-Vorstand Andreas Jedamzik gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Hinzu kommt, dass der Beruf heute deutlich weniger Spaß macht als früher, denn die viel beschriebene "Trucker-Romantik" gehört längst der Vergangenheit an. Heutige Touren sind eng getaktet und mit modernster Tourenplanungssoftware bis auf die letzte Minute berechnet und vorgegeben.

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