Asphaltstraßenbau

Instandhaltung mit synthetischen Reparaturbaustoffen

Der steigende Güterverkehr auf Straßen erhöht die Anforderungen an die Lebensdauer und die Widerstandsfähigkeit von Verkehrsflächen. Um die langfristige Nutzung und Funktionsfähigkeit zu gewährleisten, sind effektive Instandhaltungs- und Instandsetzungsverfahren erforderlich. Unterlassene oder unzureichende Erhaltungsmaßnahmen können zu einer Verschlechterung der Verkehrssicherheit führen und letztlich kostspielige grundhafte Erneuerungen erforderlich machen. Der rechtzeitige Einsatz geeigneter Erhaltungsmaßnahmen unmittelbar nach dem Erkennen von Schäden, auch unter widrigen Witterungsbedingungen, ist daher entscheidend. Konventionelle Methoden wie der Einsatz von Heiß- und Kaltasphalt stoßen hierbei zunehmend an ihre Grenzen. Neuartige Baustoffe sowie innovative Bauweisen liefern Lösungsansätze.

PMMA – widerstandsfähig und schnell aushärtend
Synthetische Reparaturbaustoffe auf Basis von PMMA (Polymethylmethacrylat) bieten eine effiziente und wirtschaftliche Alternative zu traditionellen Asphaltdeckschichten. Sie zeichnen sich durch eine hohe Widerstandsfähigkeit, schnelle Aushärtung und weitestgehende Wetterunabhängigkeit aus. Selbst bei Temperaturen bis zu 0 °C können diese Materialien verarbeitet werden, was insbesondere in den kälteren Jahreszeiten von Vorteil ist. Die schnelle Aushärtung ermöglicht es, Verkehrsflächen bereits nach 45 Minuten wieder freizugeben. Lange Sperrzeiten und damit verbundene Beeinträchtigungen werden reduziert. Darüber hinaus sind diese Materialien wasserdicht und tragen somit zur Verlängerung der Lebensdauer der behandelten Bereiche bei. Diese Eigenschaften machen synthetische Reparaturbaustoffe zu einer attraktiven Lösung für die Instandhaltung von Straßen und anderen hochbelasteten Flächen.

Bild 2: Einbringen des PMMA-Reparaturmörtels in die vorbereiteten Sanierungsbereiche

In der Praxis erprobt
Die Praxistauglichkeit synthetischer Reparaturbaustoffe wurde im Rahmen einer konkreten Maßnahme getestet. Dafür wurde eine Fläche in Asphaltbauweise vor den Entlade- bzw. Verladerampen eines Logistikgebäudes ausgewählt, deren Asphaltdeckschicht teilweise große bzw. flächige Verdrückungen, Verformungen und Spurrinnen – im Maximum mit Tiefen von mehreren Zentimetern – sowie Ausbrüche und Kornverluste durch die intensive Nutzung schwerer Lkw aufgewiesen hat. Die Verformungen in der vorhandenen Asphaltdeckschicht stellten für den Betreiber des Logistikhofs eine besonders große Beeinträchtigung der Gebrauchstauglichkeit und Verkehrssicherheit dar. Die Reparatur der beschädigten Bereiche erfolgte mit PMMA-Mörtel, der die Verformungen und Verdrückungen nachhaltig beseitigte.

Bild 3: Fertiggestellte Sanierungsfläche im Bereich der Lkw-Fahrspuren nach Erhärtung

Im Rahmen eines langfristigen Zustandsmonitorings wurden die sanierten Flächen regelmäßig begutachtet. Dabei stellte sich heraus, dass die ursprünglich vorhandenen Verformungen in den sanierten Bereichen nicht mehr feststellbar waren. Vereinzelte kleinere Schäden, wie Risse oder geöffnete Fugen, traten nur in Verbindung mit benachbarten Bestandsflächen auf und waren nicht direkt auf das Sanierungsverfahren mit PMMA-Mörtel zurückzuführen. Vielmehr wären derartige Schäden auch bei konventionellen Instandsetzungsverfahren zu erwarten gewesen. Die Praxiserprobung hat gezeigt, dass diese Materialien unter realen Bedingungen ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen können und damit einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung der Straßeninfrastruktur leisten.

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