Asphaltstraßenbau

Im Hamburger Hafen wird luftreinigender und lärmmindernder Asphalt eingebaut

Im Hamburger Hafen realisiert STRABAG im Auftrag der Hamburg Port Authority (HPA) das bislang größte ClAir-Asphalt-Projekt seit dem Start der schadstoff- und lärmmindernden Deckschicht auf dem deutschen Markt vor rd. drei Jahren: Auf einer Gesamtfläche von rd. 18.000 m2 im Industriegebiet Peute in Hamburg-Veddel werden abschnittsweise luftreinigende Asphaltdeckschichten eingebaut. Es ist der Abschluss eines in mehrfacher Hinsicht nachhaltigen und innovationsreichen Sanierungsprojekts auf fünf miteinander verbundenen Straßen, das in partnerschaftlicher Zusammenarbeit zunächst gemeinsam geplant und seit Mai 2021 umgesetzt wurde.

Bei der grundlegenden Asphalterneuerung auf dem Einsiedeldeich, der Hovestraße sowie dem Oberwerder, Georgswerder und Neuhäuser Damm (Straßenpaket Veddel) hatten der Umwelt- und Gesundheitsschutz hohe Priorität. Neben der speziellen Asphaltdeckschicht wurden CO2-sparende Tragschichten aus Niedrigtemperaturasphalt mit Schaumbitumen eingebaut, wodurch auch die Aerosolbelastung für die Einbaukolonne deutlich reduziert wird. Binder- und Deckschichten wurden ressourcenschonend mit einem auf 60 bis 80 % erhöhten Recyclinganteil im Asphaltmischgut realisiert. Außerdem wurden Temperatur- und Beschleunigungssensoren in den Asphalt integriert, um künftig das Erhaltungsmanagement optimieren zu können.

Enge Kooperation auf Augenhöhe als Erfolgsgarant
Ziel sei es, die rund 150 Straßenkilometer im Hafen sukzessive umweltfreundlicher zu machen. Neben dem Einbau von zunehmend mehr recyceltem Material, insbesondere in den hochwertigen Schichten (mindestens 50 bis 70 %), spiele hierbei auch Clean-Air-Asphalt eine Rolle, so Willi Stegemann, Fachgebietsverantwortlicher Straßen bei der HPA.

Mit der Straßensanierung im Paket, den angewandten innovativen Bauverfahren und der partnerschaftlichen Realisierung ist dieses Straßenbauprojekt einzigartig für Hamburg. Für das Unternehmen habe sich hier die Chance eröffnet, einen großen Ausschnitt des Kompetenzspektrums im nachhaltigen Bauen einzubringen. Angefangen mit der gemeinsamen Ausführungsplanung und später baubegleitend habe man sich regelmäßig mit der Auftraggeberin ausgetauscht und abgestimmt. Die enge Kooperation auf Augenhöhe war und ist laut Günther Mehrhof, Leiter der federführenden STRABAG-Gruppe Süderelbe, ein entscheidender Garant für den Erfolg dieses Projekts.

Luftmessstation überprüft Stickstoffdioxid-Konzentration
Das Unternehmen hat seinen luftreinigenden und lärmmindernden Asphalt bundesweit bereits auf zahlreichen Pilotstrecken für kommunale Auftraggeber eingebaut. Das eingesetzte Abstreumaterial aus mit Titandioxid (TiO2) versetztem, ultrahochfestem Beton (UHPC) baut unter Einwirkung von UV-Strahlung (Sonnenlicht) in der Luft gebundene Stickoxide (NOx) ab (Photokatalyse). Es wird über ein innovatives Einbauverfahren direkt und dauerhaft in die heiße Asphaltoberfläche eingebunden.

Eine ClAir-Asphalt-Deckschicht kann die Stickstoffdioxid(NO2)-Konzentration in der Luft unter Idealbedingungen (viel Sonne, wenig Wind etc.) um bis zu einem Viertel reduzieren und wirkt stark lärmdämpfend: Messungen belegen, dass der Verkehrslärmpegel je nach Asphaltsorte um 2 bis 4 dB(A) gesenkt werden kann. Dies entspricht akustisch einer Verringerung des Verkehrsaufkommens um bis zu 50 %. Bereits im Vorjahr wurden an der Neubaustrecke im Industriegebiet Hamburg-Veddel eine Luftmessstation und zwei Passiv-Sammler aufgebaut, um die Entwicklung der Stickstoffdioxid-Konzentration zu überprüfen und zu dokumentieren.

Weitere Informationen
STRABAG AG
D-50679 Köln
www.strabag.de