Autobahn GmbH
Mitte Mai 2022 wurde der Bauabschnitt Stellingen auf der A 7 in Hamburg durch den Einbau von offenporigem Asphalt (OPA) finalisiert. Nachdem das Tunnelbauwerk die Anwohnenden schon über ein Jahr lang vor Lärm schützt, wurde nun auch lärmmindernder Asphalt eingebaut. Mit einer aufwendigen Verkehrsführung wurden die Einschränkungen an der viel befahrenen Strecke so gering wie möglich gehalten und am 25. Mai 2022, mit einer kleinen witterungsbedingten Verschiebung, konnten die Fahrzeuge auf rund 44.000 m2 lärmschluckendem Asphalt fahren.
Bevor der neue lärmmindernde Asphalt eingebracht werden konnte, musste pro Richtungsfahrbahn die vorhandene Deckschicht grob und fein gefräst werden. Entlang der bereits vorhandenen Entwässerungsanlage auf der Langenfelder Brücke wurden die vorbereitenden Arbeiten händisch vorgenommen, um die Entwässerungsrinnen nicht zu beschädigen. Der Asphalteinbau erfolgte durch die DEGES, im Auftrag der Autobahn GmbH, je Richtungsfahrbahn an einem Wochenende.
Aufgrund der sehr umfangreichen Arbeiten wurde der offenporige Asphalt zwischen dem südlichen Tunnelportal und der Anschlussstelle HH-Volkspark mit einer temporären 4+0-Verkehrsführung eingebracht. So konnte der Verkehr weiterhin an der Baustelle entlanggeführt werden. Die Projektbeteiligten haben sich bewusst für diese Verkehrsführung entschieden, da der OPA-Einbau mit den vorlaufenden Fräsarbeiten und den Anpassungen der Entwässerung weder in einer längeren Wochenendvollsperrung noch in zwei längeren Richtungsfahrbahnsperrungen realisierbar war.
Die beiden Richtungsfahrbahnen erhielten Mitte Mai nacheinander den neuen, lärmmindernden Asphalt. Dabei wurden rund 22.000 m2 offenporiger Asphalt je Richtungsfahrbahn eingebaut. Das entspricht insgesamt einer Fläche von mehr als 6 Fußballfeldern.
Beim Einbau auf der südlichen Richtungsfahrbahn mussten die Arbeiten wetterbedingt kurzfristig abgesagt und verschoben werden. Nur durch den flexiblen, pragmatischen und projektorientierten Umgang mit dieser Situation durch alle beteiligten Gewerke sei es möglich gewesen, den offenporigen Asphalt nur einen Tag später einzubauen, so Sprecherin Karina Fischer, die das Projekt vonseiten der Autobahn betreut.
Vollsperrung voll ausgenutzt
Die nächtlichen Vollsperrungen für den Um- und Rückbau der Verkehrsführung wurden parallel für die halbjährliche Wartung des Stellinger Tunnels genutzt. Das Kompetenzzentrum Tunnelbetrieb der Niederlassung Nord hat parallel zum Einbau des offenporigen Asphalts Synergien genutzt: Die Softwareerweiterung für die Einrichtung eines Gegenverkehrs für den Stellinger Tunnel wurde auf die Unterzentrale Verkehr eingespielt und von den verantwortlichen Verkehrsingenieuren erfolgreich geprüft.
Wenn in einer Tunnelröhre Gegenverkehr laufen soll, kommen Mittelstreifenüberleitungssysteme – sogenannte MÜLS – zum Einsatz. Diese sind ein wichtiges verkehrliches Betriebsmittel, welches nach Bedarf vom Tunnelbetrieb eingerichtet werden kann. Durch die neu eingespielte Softwareerweiterung können die Tunnelbetriebswarte nun auf verkehrliche Situationen reagieren und somit die Verkehrsführung am Stellinger Tunnel steuern. Dazu wurden vor Ort praktische Einweisungen und Übungen durchgeführt.

Bild 2: Mittelstreifenüberleitungssysteme (Quelle: Autobahn GmbH)
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