BASt

Volkswirtschaftliche Kosten von Straßenverkehrsunfällen in Deutschland

Unfallkosten 2023
Auf nationaler Ebene ermittelt die BASt jährlich, basierend auf einer im Jahr 2005 entwickelten Methodik des Schadenskostenansatzes, volkswirtschaftliche Unfallkosten. Die verkehrsbedingten Unfallkosten betrugen im Jahr 2023 insgesamt 37,2 Mrd. €, die mit 24,7 Mrd. € zu zwei Dritteln durch Sachschäden und mit 12,5 Mrd. € zu einem Drittel durch Personenschäden verursacht wurden. Damit stieg das Ergebnis der Unfallkostenrechnung 2023 um ca. 5,7 % gegenüber 2022. Dieser Effekt resultiert aus einem überproportionalen Anstieg bei den Sachschäden, während die Personenschäden sogar rückläufig waren. Während die Gesamtkosten für Getötete stagnieren, steigen sie für Schwerverletzte an und sinken für Leichtverletzte. Ursächlich ist ein Rückgang in der Anzahl der Schwerverletzten und ein leichter Anstieg in der Anzahl der Leichtverletzten und Getöteten.

Kostensätze für Personenschäden
Von den Personenschadenskosten entfiel der überwiegende Teil auf Unfälle mit Schwerverletzten, gefolgt von Unfällen mit Getöteten und zuletzt Unfällen mit Leichtverletzten. Die volkswirtschaftlichen Kosten je Unfall mit Getöteten sind zwar höher als bei Unfällen mit Schwerverletzten, die Zahl der Verunfallten aber niedriger. Am geringsten sind die volkswirtschaftlichen Kosten je verunfallter Person bei Unfällen mit Leichtverletzten (6.082 €) – diese betragen ein Zwanzigstel der Kosten durch Schwerverletzte (131.878 €) und ein Zweihundertstel der Kosten durch Getötete (1.225.152 €).

Kostensätze für Sachschäden
Die Sachschadenskosten übersteigen je Unfall mit Getöteten in Höhe von 52.209 € die Kosten in jeder anderen Kategorie. Es folgen der Höhe nach mit 25.994 die Sachschadenskosten je Unfall mit Schwerverletzten, mit 25.738 €die Sachschadenskosten je schwerwiegendem Unfall ohne Personenschäden und schließlich die Sachschadenskosten je Unfall mit Leichtverletzten mit 16.442 €.

Die übrigen Sachschadensunfälle bei denen die Fahrer mitunter unter dem Einfluss berauschender Mittel standen, führten im Durchschnitt zu Kosten von 8.111 € je Unfall. Neben anderen Rauschmitteln werden in diesem Wert auch Unfälle unter dem Einfluss von Alkohol sowie unterschiedliche Verletzungsgrade zusammengefasst.

Revision des Modells
Um die Aktualität der Methodik zur Fortschreibung der volkswirtschaftlichen Kosten durch Straßenverkehrsunfälle zu gewährleisten, wird das Modell in regelmäßigen Abständen revidiert. Für das Jahr 2020 erfolgte eine solche Revision und die Unfallkostenwerte wurden darüber hinaus durch die Corona-Situation beeinflusst. Der entstandene „Bruch“ mit den zuletzt veröffentlichten Werten muss zugunsten einer möglichst realitätsnahen Abbildung der volkswirtschaftlichen Verluste in Kauf genommen werden. Inhalte der Revision waren u. a. die Anpassung der Preis- und Kaufkraftindizes, der Fahrleistungsanteile und der Lebensarbeitszeit. Zum Vergleich mit den Vorjahren 2015–2019 wurden diese Werte ebenfalls revidiert und wie gewohnt in der Tabelle angegeben. Für die Jahre ab 2021 wird das revidierte Modell fortgeschrieben.

Modellbeschreibung
Eine ausführliche Beschreibung des Modells ist im BAS-Bericht M208 abrufbar.

Weitere Informationen
Bundesanstalt für Straßenwesen
D-51427 Bergisch Gladbach
www.bast.de