Betonstraßenbau

Heller Straßenbelag steigert Sicherheit und Energieeffizienz im Bindermichl-Tunnel

Die Deckschicht des Bindermichls im Verlauf der A 7 in Linz, Oberösterreich, war sichtbar in die Jahre gekommen. Die bestehende Betonfahrbahn der sogenannten Mühlkreis Autobahn wies, neben Rissen und kleinflächigen Schäden, auch abschnittsweise eine zu geringe Griffigkeit auf. Gerade in einem hochfrequentierten Tunnelbauwerk ist das ein sicherheitsrelevanter Faktor. Eine neue Beschichtung war unvermeidlich. Eine neue Deckschicht in Form von EP-GRIP MOBIL stellte die richtige Lösung dar, um den Bindermichl wieder fit zu machen.

Dafür wurde die Fläche zunächst vorbereitet: Bestehende Fahrbahnmarkierungen wurden entfernt, die Betondecke intensiv gereinigt, mittels Kugelstrahlverfahren abgestrahlt und angrenzende Bereiche sorgfältig abgeklebt. Anschließend wurde die Deckschicht gleichmäßig aufgebracht. 

Sicher und sichtbar 
EP-GRIP MOBIL besteht aus einem Reaktionsharz, das unmittelbar nach dem Auftrag vollflächig abgestreut wird. Auf der Mühlkreis Autobahn kam dabei ein helles Abstreumaterial in der Korngröße 1–3 mm zum Einsatz. Diese Kombination bietet mehrere Vorteile: Der Belag erzielt eine hohe und dauerhaft stabile Griffigkeit. Die polierresistenten und verschleißfesten Kornanteile bilden mit dem Harz eine ausgezeichnete Makrotextur. So werden Bremswege verkürzt, die Gefahr von Aquaplaning sinkt und Sprühfahnen werden reduziert. Zugleich schützt die Beschichtung die Fahrbahnkonstruktion vor Witterungs- und Umwelteinflüssen und trägt zur Verlängerung der Nutzungsdauer bei.

Darüber hinaus reduziert der Belag den Energieeinsatz der Tunnelbeleuchtung. Die hellen Gesteinskörnungen sorgen für bessere Sicht auf der Strecke, da sie das vorhandene Licht gleichmäßig zurückwerfen und so die Ausleuchtung unterstützen. In einzelnen Tunnelabschnitten konnte nach der Beschichtung mit EP-GRIP der Verbrauch der LED-Beleuchtung auf rund 70 % des ursprünglichen Energiebedarfs reduziert werden.

Bild 2: Die neue Deckschicht besteht aus einem Reaktionsharz, das unmittelbar nach dem Auftrag mit hellem Abstreumaterial in der Korngröße 1–3 mm vollflächig abgestreut wurde

Ständiges Arbeiten unter laufendem Verkehr
Die Baustelle auf der A 7 war mit mehreren Herausforderungen verbunden. Während der gesamten Bauzeit musste stets eine Spur je Richtungsfahrbahn für den Verkehr zur Verfügung stehen. Acht Anschlussstellen auf einer Länge von rund 1.200 m führten zu laufend variierenden Einbaubreiten bei der Applikation des Belags. Hinzu kamen die beengten Platzverhältnisse im innerstädtischen Bereich sowie ein starkes Längsgefälle von bis zu 6 %, das das gleichmäßige Aufbringen des Harzes zusätzlich erschwerte.

Um den Stadtverkehr der Mühlkreis Autobahn dennoch möglichst wenig einzuschränken, wurden die Arbeiten ausschließlich nachts durchgeführt. So war eine Verkehrsfreigabe von mindestens zwei Fahrspuren je Richtungsfahrbahn um 5:00 Uhr morgens sichergestellt. Das Harzsystem wurde so eingestellt, dass nach dem nächtlichen Einbau ein Überrollen der Anschlussstellen am Morgen problemlos möglich war.

Gemeinsam an einem Strang
Die Arbeiten im Bindermichl zeigen, wie sich durch die enge Abstimmung verschiedener Gewerke hochwertige Ergebnisse erzielen lassen. Während das Team der POSSEHL SPEZIALBAU GESMBH in Zusammenarbeit mit der deutschen Partnergesellschaft POSSEHL Spezialbau GmbH & Co. KG die Betonfahrbahn vorbereitete und den Belag aufbrachte, stellte PAGEL Spezial-Beton GmbH & Co. KG den geeigneten Beton für notwendige Ausbesserungsarbeiten bereit. Für das leistungsfähige Bindemittel sorgte cds Polymere GmbH & Co. KG, das die erforderliche Haftung, Widerstandsfähigkeit und Dauerhaftigkeit des Systems gewährleistet. Dank dieser Zusammenarbeit entstand in kurzer Bauzeit eine technisch anspruchsvolle, sichere und energieeffiziente Oberfläche, die den Anforderungen eines stark frequentierten Tunnelbauwerks langfristig gerecht wird.

Weitere Informationen
POSSEHL Spezialbau GmbH & Co. KG
D-55576 Sprendlingen
www.possehl-spezialbau.de