Betonstraßenbau

Studie zur Ressourcenschonung in der Zement- und Betonherstellung erschienen

Neben dem Klima- und Artenschutz gehört die Schonung natürlicher Ressourcen zu den großen ökologischen Herausforderungen unserer Zeit. Dabei steht auch die Zement- und Betonherstellung im Fokus, auf die etwa ein Fünftel des Primärrohstoffeinsatzes in Deutschland entfällt. Wie ein Szenario 2050 zur weiteren Reduzierung des Primärrohstoffeinsatzes aussehen kann, zeigt die neue VDZ-Studie „Ressourcen der Zukunft für Zement und Beton – Potenziale und Handlungsstrategien“, die jetzt veröffentlicht wurde.

Ressourcenschonung ist kein Neuland für die deutsche Zement- und Betonindustrie. Bereits heute kommen je nach Verfügbarkeit verschiedene Neben- und Recyclingprodukte zum Einsatz, mit deren Hilfe mehr als 10 Mio. t Primärrohstoffe pro Jahr eingespart werden. Vor allem Hüttensand aus der Roheisenherstellung und Flugasche aus der Kohleverstromung spielen eine große Rolle. Beides sind jedoch Stoffe, die mit Blick auf die Dekarbonisierung der Industrie perspektivisch in deutlich geringerem Maße oder gar nicht mehr zur Verfügung stehen werden. Es braucht daher Alternativen.

Anhand eines ambitionierten Szenarios zeigt die Studie, welche Einsparungen natürlicher Ressourcen entlang der Wertschöpfungskette von Zement und Beton bis zum Jahr 2050 unter bestimmten Voraussetzungen erreicht werden können. Demnach wäre es möglich, mit 41 % weniger mineralischen Primärrohstoffen wie Kalkstein, Kies und Naturstein auszukommen. Ein Schlüssel dazu ist der Einsatz von Recyclingmaterialien, die aus dem Rückbau von Bauwerken bzw. des darin verbauten Betons gewonnen werden. Bei der Aufbereitung des Materials entstehende feine Brechsande können in der Klinker- und Zementherstellung eingesetzt werden. Die gröberen Bestandteile finden als Recycling-Gesteinskörnung in der Betonherstellung eine neue Verwendung.

Hierin liegt im betrachteten Szenario auch das größte Potenzial zur Schonung natürlicher Ressourcen entlang der Wertschöpfungskette von Zement und Beton.

Als Voraussetzungen für eine ressourcenschonende Betonbauweise benennt die Studie eine Reihe zentraler Handlungsfelder. So bedarf es eines nachhaltigen Stoffstrommanagements, um verbaute Materialien systematisch zu erfassen und wieder in den Kreislauf zu bringen. Zudem ist ein wirksamer politischer Instrumentenmix notwendig, der einerseits ein kontinuierliches Angebot an Recycling-Baustoffen und andererseits eine Nachfrage nach ressourcenschonendem Bauen fördert. Neben dem technischen und politischen Rahmen wird es auch maßgeblich darauf ankommen, dass diese Fragen entlang der gesamten Wertschöpfungskette Bau und im Schulterschluss gemeinsam angegangen werden. Nur so entsteht ein gegenseitiges Verständnis für die jeweiligen Herausforderungen und Möglichkeiten zur Ressourcenschonung. Nicht zuletzt ist auch die Sicherung heimischer Primärrohstoffe ein wichtiges Handlungsfeld. Denn selbst in einer ambitionierten Kreislaufwirtschaft werden natürliche Ressourcen den Großteil des Rohstoffbedarfs für Zement und Beton decken.

Der VDZ-Präsident Christian Knell ist zuversichtlich, dass es der Branche gelingen wird, zur Ressourcenschonung, aber auch zum Klimaschutz in den kommenden Jahren wichtige Beiträge zu liefern. Beide Ziele gehen Hand in Hand miteinander. Dort, wo weniger Material eingesetzt werden kann, wird auch entsprechend weniger CO2 emittiert. Zudem würden beide Themen auch unter dem Dach des VDZ mit viel Zugkraft vorangebracht. Es ist dem VDZ und der Industrie ein großes Anliegen, der Verantwortung in Sachen Ressourcenschutz gerecht zu werden. Der VDZ kann hier mit zahlreichen Forschungsprojekten einen wichtigen Beitrag leisten.

Die gesamte VDZ-Studie „Ressourcen der Zukunft für Zement und Beton – Potenziale und Handlungsstrategien“ steht unter https://www.vdz-online.de/ressourcenschonung zum Download zur Verfügung.

Weitere Informationen
Verein Deutscher Zementwerke e. V.
D-40476 Düsseldorf
www.vdz-online.de