Brücken- und Infrastrukturbau
Der Verkehr fließt wieder über den Rhein-Herne-Kanal: Die Autobahn Westfalen hat am vergangenem Samstagmittag, den 16.3., die Brücke zwischen Bottrop und Essen in Fahrtrichtung Kamp-Lintfort für Pkw freigegeben. Die Brücke war seit Dezember gesperrt, weil Risse an den sogenannten Hängern aufgefallen waren.
„Unser Team hat in den vergangenen Wochen eine enorme Leistung gebracht. In kürzester Zeit wurden die notwendigen Sanierungsarbeiten abgeschlossen, ein sogenanntes Monitoring installiert sowie die Schrankenanlage geplant und aufgebaut.“
Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin der Niederlassung Westfalen der Autobahn GmbH
Die Schranken- und Wiegeanlage kontrolliert den Verkehr vor der Anschlussstelle Essen-Nord, um zu schwere Fahrzeuge von der Brücke fernzuhalten. Sie werden dort abgeleitet.
Auch in der Gegenrichtung (Richtung Dortmund) seien die Arbeiten an der Wiege- und Schrankenanlage auf einem guten Weg. Ein konkreter Termin für die Freigabe dieser Fahrtrichtung könne aber jetzt noch nicht genannt werden, so Sauerwein-Braksiek. Die Autobahn GmbH unternehme aber alles, um auch hier so schnell wie möglich die Brücke für die Verkehrsteilnehmer wieder freigeben zu können.
So funktioniert die Schrankenanlage
Fahrzeugdifferenzierungssystem – so lautet der etwas sperrige Fachbegriff für die Wiege- und Schrankenanlage, die zukünftig dafür sorgen soll, dass Fahrzeuge mit über 3,5 t Gewicht die A-42-Brücke über den Rhein-Herne-Kanal zwischen Bottrop und Essen nicht mehr befahren können. Dahinter steckt eine ausgefeilte Technik.
Über mehrere hundert Meter ist die Anlage lang, die alle Fahrzeuge auf gleich zwei Weisen begutachtet: Zum einen erfassen Kameras und Sensoren die Dimensionen des Gefährts und das Nummernschild – ähnlich wie bei einem Blitzer. Zum anderen ist eine Wiegeeinrichtung in die Fahrbahn eingebaut. Sie kann das Gewicht der Fahrzeuge auch während der Fahrt messen. Gespanne, wie etwa ein Auto mit Wohnwagen, werden dabei gemeinsam gewogen. Im Bereich der Anlage wird die Geschwindigkeit mit einem sogenannten „Trichter“ nach und nach auf 40 km/h abgesenkt.
Wenn die Schranke sich senkt
Erkennt das System ein zu schweres Fahrzeug, dann springt die Ampel in der Anlage auf Rot und die Schranken senken sich. Die Mitarbeiter, die 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche vor Ort die Anlage betreuen, lotsen das Fahrzeug durch die Anlage auf die Ableitungsspur und damit von der Autobahn. Die Brücke bleibt von der Belastung verschont.
Abgeleitet wird auf der A 42 in Fahrtrichtung Kamp-Lintfort am Kreuz Essen-Nord auf die B 224. Für den Verkehr bedeutet ein zu schweres Fahrzeug keine lange Verzögerung. Im Regelfall ist innerhalb weniger Sekunden das Schwergewicht abgeleitet und die Strecke wieder frei. Gleichzeitig läuft der Verkehr auf der anderen Spur komplett ohne Verzögerung weiter.
Weitere Informationen
Die Autobahn GmbH des Bundes
Niederlassung Westfalen
D-59065 Hamm
www.autobahn.de/westfalen