Brücken- und Infrastrukturbau
Bei der Wiederertüchtigung der auch Sauerlandlinie genannten A 45 brachte der Januar zwei wichtige Projektvorschritte an den Talbrücken Rahmede und Sterbecke. Beide Projekte liegen aktuell deutlich unter den Zeitvorgaben.
Wieder Hochzeit – zweites Teilbauwerk der Talbrücke Rahmede verbunden
Gerade einmal drei Wochen nachdem das erste Teilbauwerk der A-45-Talbrücke Rahmede in Rekordzeit für den Verkehr freigegeben worden ist, feiert das Rahmedetal bei Lüdenscheid die zweite (Stahl-)Hochzeit. Am 14.1. fand der letzte Verschub des zweiten Teilbauwerks in Richtung Dortmund statt und der Stahlüberbau wurde miteinander verbunden.
„Dieses Projekt hat im Dezember bundesweit in den Schlagzeilen gestanden, weil wir hier mit enormem Tempo nach nur zwei Jahren Bauzeit und mehr als ein halbes Jahr früher als geplant die Lücke in der A 45 wieder geschlossen haben. Jetzt haben wir den nächsten Meilenstein geschafft und auch den Stahlüberbau beim zweiten Teilbauwerk über dem Tal verbunden.“
Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin der Niederlassung Westfalen der Autobahn GmbH des Bundes
Ihr Dank geht auch an die Arbeitsgemeinschaft aus Habau, MCE und Bickhardt Bau, die in den zurückliegenden Wochen wiederholt den widrigen Wetterbedingungen getrotzt und das Projekt vorangetrieben hat.
Nach dem letzten Verschub musste die südliche Hälfte des Überbaus mithilfe einer hydraulischen Hubvorrichtung auf das Niveau des nördlichen Bauteils gebracht werden. Erst dann konnten die letzten Zentimeter geschoben und so die Lücke geschlossen werden. Nachdem die beiden Brückenhälften zunächst nur verschlossert, d. h. mit Schraubverbindungen gesichert werden, stehen in den kommenden Tagen die finalen Schweißarbeiten an. Ebenso wie beim ersten Teilbauwerk werden anschließend wieder zwei Schalwagen installiert, mit denen die Betonfahrbahn gegossen wird. Für die Schalwagen werden die bereits eingesetzten Module genutzt, müssen aber in einem aufwendigen Prozess für das zweite Teilbauwerk individuell angepasst werden.
Es sei gut, dass beim Stahlbau so früh in diesem Jahr dieser wichtige Meilenstein erreicht werden konnte.
„Bei den Schneemengen und dem enormen Frost der vergangenen Wochen war nicht abzusehen, dass wir so schnell weiterkommen. Wer weiß, was der Winter noch bringt. Der Verkehr läuft. Das ist die Hauptsache!“
Projektleiter Michael Neumann
Auf einen Freigabetermin wolle man sich darum auch beim zweiten Teilbauwerk nicht festlegen.
Bild 2: Das zweite Teilbauwerk der A-45-Talbrücke Sterbecke ist am 25.1.2026 erfolgreich gesprengt worden (Quelle: Autobahn GmbH)
Sprengung macht den Weg frei für Ersatzneubau
Auch beim Neubauprojekt der Talbrücke Sterbecke gibt es Neuigkeiten zu verkünden. Am 25.1. wurde das westliche Bestandsbauwerk erfolgreich gesprengt. Somit ist der Weg für den Ersatzneubau der zweiten Hälfte der Talbrücke Sterbecke frei.
„Mit dieser Sprengung gehen wir einen weiteren Schritt voran beim Brückenneubau an der A 45. Die vorzeitige Fertigstellung der Teilbauwerke an der Sterbecke wie auch an der Talbrücke Rahmede zeigen, dass wir auf einem guten Weg sind.“
Elfriede Sauerwein-Braksiek
„Drei, zwo, eins – Zündung!“ Mit diesen Worten hat der erfahrene Sprengmeister Michael Schneider auch die zweite Brückenhälfte passgenau niedergelegt. Die Brückenpfeiler knickten um 11 Uhr wie geplant ein und der 45 m hohe und 265 m lange Brückenüberbau legte sich ins vorbereitete Fallbett.
Nach der Verlegung des Verkehrs auf die erste neu gebaute Brückenhälfte – fünf Monate früher als geplant – begannen sofort die Vorarbeiten für den zweiten Sprengabbruch. Unter der Brücke wurde ein Fallbett aufgeschüttet, um den Aufprall der Brücke zu dämpfen. Der Überbau selbst wurde „geleichtert“. Das bedeutet, dass der Asphalt abgefräst und Geländer sowie Schutzplanken entfernt wurden. Löcher, die in die Fahrbahn gestemmt wurden, machten zudem den Fall berechenbarer. All diese Vorarbeiten dienen zudem dazu, die Baustoffe getrennt zu recyceln.
Zahlreiche Abstimmungstermine
Zwei Wochen vor dem Sprengtermin waren auch die Experten um Sprengmeister Michael Schneider im Dauereinsatz an der Brücke. Die Bohrlöcher in den Pfeilern wurden mit gut 13 kg Sprengstoff gefüllt. Die Brückenstützen erhielten sogenannte Sprengmäuler. Das bedeutet, dass die Pfeiler – vergleichbar mit dem Vorgehen beim Baumfällen – gezielt geschwächt wurden, um ihre Fallrichtung zu bestimmen. Höchste Priorität hat im Vorfeld einer Sprengung zudem das Thema Sicherheit. Zahlreiche Abstimmungstermine mit unterschiedlichen Behörden sowie Polizei und Feuerwehr sind notwendig. Mit dabei ist auch das Technische Hilfswerk, das regelmäßig bei Sprengungen die Absperrung des Sicherheitsradius übernimmt.
Nach der Sprengung machten sich unverzüglich Brückenprüfer ans Werk, um die nur wenige Zentimeter neben dem gesprengten Bauwerk stehende neue Brückenhälfte in Augenschein zu nehmen. Bevor der Verkehr hier wieder fließen kann, muss sichergestellt sein, dass das Bauwerk keinen Schaden genommen hat.
In den kommenden Wochen wird nun das Baufeld für den Neubau frei gemacht. Das Abbruchmaterial wird getrennt und wiederverwertet. So wird bspw. Beton zu Schotter verarbeitet und auf anderen Baustellen genutzt.
Weitere Arbeiten in der Vollsperrung
Die Zeit der Vollsperrung zwischen Lüdenscheid und Hagen-Süd wurde u. a. für Markierungsarbeiten sowie Fahrbahnsanierungen an der Strecke genutzt.
Hintergrund
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Weitere Informationen
Die Autobahn GmbH des Bundes
D-10557 Berlin
www.autobahn.de
