Brücken- und Infrastrukturbau
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder setzte am 4. Mai 2026 mit dem Spatenstich für den Neubau der Berliner Brücke im Zuge der heutigen A 59 in Duisburg gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung und Bauwesen ein klares Zeichen für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur im Ruhrgebiet und in ganz Deutschland.
Hintergrund ist, dass bei Bauwerksprüfungen im Oktober 2024 zusätzliche Mängel an der Tragfähigkeit der bestehenden Brücke festgestellt wurden, insbesondere für schwere Lkw. Da weitere Einschränkungen auf der stark belasteten Verbindung nicht ausgeschlossen werden können, hat das Fernstraßen-Bundesamt (FBA) im Mai 2025 eine vorläufige Anordnung erlassen. Sie erlaubt den frühzeitigen Start der Arbeiten an der Berliner Brücke – beschränkt auf den Bereich zwischen dem Autobahnkreuz Duisburg und der Stadtparkbrücke.
Die bisherige Berliner Brücke hat eine Gesamtlänge von 1.824,48 m und gehört somit zu den drei längsten Autobahnbrücken in Deutschland. Sie quert umfangreiche Hafenanlagen, den Rhein-Herne-Kanal sowie die Ruhr und besteht aus sieben unterschiedlichen Bauwerken: Stadtparkbrücke 328,15 m aus Spannbeton, Güterbahnhofsbrücke 314,34 m aus Stahl, Hafenbeckenbrücke 274,17 m aus Stahl, Industriebrücke 316,32 m aus Spannbeton, Rhein-Herne-Kanalbrücke 219,13 m aus Spannbeton, Ruhrbrücke 347,30 m aus Stahl und Ruhrdeichbrücke 24,97 m aus Stahlbeton.
Sowohl zum symbolischen Baubeginn der damals „Nord-Süd-Straße Duisburg“ genannten Verbindung am 8. Juli 1960 als auch zur feierlichen Verkehrsfreigabe am 6. September 1963 war der damalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Willy Brandt, als Ehrengast anwesend. Investiert wurden damals knapp 50 Mio. DM.
Am südlichen Ende des Brückenzugs befanden sich die beiden Plastiken „Begegnungen“, welche an die durch die Deutsche Teilung betroffenen Menschen erinnern soll, der Berliner Künstlerin Ursula Hanke-Förster. Nach umfangreicher Restaurierung wurden die Skulpturen aus statischen Gründen wenige Meter weiter südlich im Autobahnkreuz Duisburg mit dem Ruhrschnellweg (A 40) 2015 wieder aufgestellt.
Die Autobahn GmbH geht davon aus, daß die Berliner Brücke noch bis 2029 unter Verkehr gehalten werden kann. Bis dahin sollen die Ersatzneubauten für den Verkehr in Richtung Süden fertiggestellt sein, sodass gerade noch rechtzeitig die Verkehrsumlegung erfolgen könnte. Neben dem Neubau des Brückenzugs soll die A 59 in Duisburg auf rund 6,7 km grundhaft erneuert und sechsspurig ausgebaut werden, einschließlich eines Ausbaus der Autobahnkreuze Duisburg (A 40) und Duisburg-Nord (A 42).
Die Stadt Duisburg und zahlreiche Anwohner fordern jedoch eine Tunnellösung. Die von der Autobahn GmbH berechneten Kosten lägen bei rund 2,3 Mrd. € zusätzlich und die Bauzeit würde sich auf über 12 Jahre verdoppeln.
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