Brücken- und Infrastrukturbau
Nur wenige Tage nach dem symbolischen ersten Spatenstich zum Weiterbau der A 20 in Schleswig-Holstein am 28. Mai starteten nun am 1. Juni 2026 die Bauarbeiten in Niedersachsen. In der Gemeinde Wiefelstede wurde mit der Errichtung des 13 km langen Autobahnteilstücks durchs Ammerland begonnen, welches die A 28 bei Westerstede mit der A 29 bei Jaderberg verbinden wird.
„Die Küstenautobahn A 20 ist das wichtigste Infrastrukturprojekt Norddeutschlands. Die A 20 ist zum einen eine Entlastung für die hochbelasteten Autobahnen in und um Hamburg. Zum anderen verbindet sie die deutschen Häfen an Nord- und Ostsee untereinander und baut gleichzeitig eine Brücke zwischen europäischen Wirtschaftsräumen – zwischen Deutschland und den Niederlanden, Osteuropa und Skandinavien. Sie wird damit die neue Hauptschlagader des maritimen Nordens von Deutschland. Erst vor vier Tagen habe ich in Schleswig-Holstein den Startschuss für die Arbeiten an der Neubaustrecke zwischen Wittenborn und Weede gegeben. Mit dem heutigen Spatenstich in Niedersachsen bringen wir die A 20 nun doppelt voran. Der Bund investiert dafür insgesamt rund 900 Mio. € – ein gutes Beispiel für das Comeback der Infrastruktur!“
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder
Für den ersten Bauabschnitt stehen Mittel in Höhe von ca. 340 Mio. € zur Verfügung. Zunächst werden entlang des Trassenverlaufs vorbereitende Baumaßnahmen durchgeführt. Der eigentliche Trassenbau wird 2028 begonnen. Anwesende Infrastrukturgegner protestierten gegen den Autobahnbau, der Moore zerstöre, obwohl sich im Bauabschnitt gar keines befindet.
Unbeeindruckt von den Protesten führte Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies aus, dass der Spatenstich weit mehr sei als der Start eines Bauprojekts. Er sei ein Signal des Aufbruchs – für bessere Verbindungen, für wirtschaftliche Perspektiven und für eine zukunftsfähige Infrastruktur im Norden. Die A 20 sorge für mehr Mobilität der Bürgerinnen und Bürger, erleichtere den Transport von Waren, löse logistische Herausforderungen und befördere den Tourismus. Mit dem Abschnitt zwischen Westerstede und Jaderberg werde nicht nur die Grundlage für wirtschaftliche Impulse und Lebensqualität geschaffen, sondern auch ein weiteres Puzzle- bzw. Verbindungsstück zu unseren Nachbarn in Schleswig-Holstein.
„Der heutige Spatenstich wirkt weit über diesen Abschnitt in Niedersachsen hinaus. Die Küstenautobahn ist ein Schlüssel für die wirtschaftliche Zukunft des Nordens: Sie stärkt die Verbindungen zwischen Häfen, Industrie- und Wirtschaftsstandorten und schafft dringend benötigte Kapazitäten für die Logistik der Energiewende und den Güterverkehr.“
Dr. Michael Güntner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Autobahn GmbH des Bundes
„Seit vielen Jahren beschäftigen sich unsere Kolleginnen und Kollegen mit der Planung der Küstenautobahn A 20. Daher freue ich mich ganz besonders, dass sich Engagement und professionelle Arbeit an diesem Projekt nun auszahlen und wir gemeinsam die Umsetzung der aufwendigen Planungen für den 1. Bauabschnitt erleben. Dies gibt uns Antrieb und Ansporn für die weiteren Abschnitte der A 20.“
Cord Lüesse, Direktor der Niederlassung Nordwest
Er wies weiter darauf hin, dass durch schon in Umsetzung befindliche Ausgleichsmaßnahmen ein erhebliches Mehr an Umwelt- und Naturschutzflächen entstanden sei.
Schon in den 1960er-Jahren war eine durchgängige Fernstraßenverbindung von der niederländischen Grenze bei Leer – auf Abschnitten der heutigen A 280, A 31 und A 28 – über Stade, Elmshorn, Norderstedt bis zur A 1 bei Pansdorf nördlich von Lübeck angedacht. Dieses Vorhaben erhielt später die Bezeichnung A 22, die frühere RAB-Planung einer nahe an Hamburg gelegenen Nordumfahrung der Hansestadt entfiel dafür. Nach dem Mauerfall wurde eine leistungsfähige Straßenverbindung von Lübeck über Rostock bis nach Stettin dringend notwendig. Als VDE-Projekt Nr. 10 wurde die nun als A 20 bezeichnete Autobahn von Lübeck bis Stettin ab 1991 als vierspuriger Neubau geplant und gebaut. Die letzte Freigabe zwischen Weede und Geschendorf erfolgte am 21.12.2009.
Zwei Abschnitte dieser wichtigen West-Ost-Verbindung sind nun in Bau. Die weiteren 14 Abschnitte der rund 205 km langen Autobahn befinden sich in Planung oder schon im Planfeststellungsverfahren.
Weitere Informationen
Die Autobahn GmbH des Bundes
D-10557 Berlin
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