Brücken- und Infrastrukturbau

Zweimal Schnieder – Feierliche Wiedereröffnung der Hochstraße-Süd in Ludwigshafen

Die Rhein-Neckar-Region atmet auf: Nach rund sieben Jahren Sperrung und weniger als drei Jahren Bauzeit konnte die Hochstraße-Süd im Verlauf der B 37 am Freitag, den 3.7.2026 symbolisch für den Verkehr wieder freigegeben werden. Ludwigshafens Oberbürgermeister Prof. Dr. Klaus Blettner begrüßte auf der Hochstraße dazu Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder, den Ministerpräsidenten des Landes Rheinland-Pfalz Gordon Schnieder sowie für die Metropolregion Rhein-Neckar Mannheims Oberbürgermeister Christian Specht.

Schon lange in Planung war der Rückbau der ca. 1,8 km langen und zwischen 1970 und 1981 erbauten Hochstraße-Nord (B 44). Die erheblichen baulichen Mängel dieses Brückenzugs führten schon zu mehreren verkehrlichen Einschränkungen.

Der erste Teilabschnitt der Hochstraße-Süd wurde 1959 für den Verkehr freigegeben und verlief auf ca. 520 m auf zehn Teilbauwerken, welche auf jeweils zwei oder drei Einzelpfeilern in Pilzform standen. Die zuletzt monatlichen (!) Brückenprüfungen führten ab 2017 auch hier zu Fahrverboten, schließlich für Kraftfahrzeuge über 3,5 t und einer Breite von mehr als 2,1 m. Am Donnerstag, den 22.8.2019 wurden in einem dieser Pfeiler Risse festgestellt, welche sich in vier Wochen auf bis zu 1,5 mm ausgedehnt hatten. Die Hochstraße-Süd wurde daher sofort für den kompletten Verkehr gesperrt. Dies führte in Ludwigshafen, Mannheim und Umgebung zu einem Verkehrsstillstand, der sich erst nach vielen Stunden langsam wieder auflöste. Die durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke (DTV) beider Hochstraßen zusammen lag bei über 100.000 Kfz.

Nach weiteren intensiven Untersuchungen ergaben drei Monate später Nachrechnungen, dass das Bauwerk schlimmstenfalls sein Eigengewicht nicht tragen könnte. Daraufhin wurde der gesamte Bereich unter der „Pilzbrücke“ gesperrt – einschließlich der unterführenden Straßen, Flächen sowie einer Straßenbahnlinie. Kurzfristig wurden Behelfsstützen aus Baumstämmen, Stahl und Beton errichtet. Die Rückbauarbeiten konnten am 11.6.2020 begonnen und am 26.9.2020 beendet werden.

Im Oktober 2023 erfolgte die Grundsteinlegung für die neue Brücke, unter der künftig auch ein Pendlerradweg entlangführt. Zuvor hatten Bund und Land Rheinland-Pfalz der Stadt Ludwigshafen zugesagt, 85 % der zuwendungsfähigen Kosten zu übernehmen. Knapp 150 Mio. € flossen in den Bau der bedeutenden Verkehrsader. Gleichzeitig wurden auch die weiteren 1968 freigegebenen Abschnitte der Hochstraße-Süd mit der Pylonbrücke über dem Hauptbahnhof umfangreich saniert und modernisiert. Die neue Brücke hat eine Länge von 520 m, eine Breite von 21 m und wiegt ca. 28.000 t.

Bild 2: Die symbolisch wieder für den Verkehr freigegebene Hochstraße-Süd in Ludwigshafen

Dem offiziellen Festakt schloss sich ein Bürgerfest an, bei dem diese das neue Bauwerk zu Fuß erkunden konnten. Weiter wurde ein abwechslungsreiches Programm mit Musik, Comedy und Mitmachaktionen geboten.

Nach der Wiederherstellung der Hochstraße-Süd kann nun zum Jahresende endlich der Rückbau der Hochstraße-Nord erfolgen, welche durch den ebenerdigen Neubau der Helmut-Kohl-Allee ersetzt werden soll. In deren Umfeld soll auf einer Fläche von knapp 40 ha ein neues, sozial und ökologisch nachhaltiges und innovatives Stadtquartier entstehen. Die Stadt Ludwigshafen verfolgt hier eines der größten Infrastruktur- und Stadtentwicklungsprojekte in ihrer Nachkriegsgeschichte.

Das neue Planungsbeschleunigungsgesetz des Bundes schuf die Grundlage dafür, dass in Ludwigshafen schnell geplant und gebaut werden konnte. Es strafft Genehmigungsprozesse und schafft Planungssicherheit, gleichwohl sorgt es für einen Interessenausgleich als Bestandteil demokratischer und damit auch transparenter Verfahren.

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