Brückenbau
Es ist geschafft! In Rekordzeit haben die Bauarbeiter die südliche Brückenhälfte des Neckartalübergangs fertiggestellt – jetzt wurde die Brückenhochzeit gefeiert. So nennt man das Zusammenkommen zweier Brückenteile – im konkreten Fall das Zusammentreffen der Strombrücke aus Stahl und der Vorlandbrücke aus Beton. Zusammen überspannen beide Hälften das Neckartal bei Heilbronn auf einer Länge von 1,3 km; damit ist dieses Viadukt der A 6 die längste Autobahnbrücke in Baden-Württemberg. Vom Osten her ist es eine rund 510 m lange filigrane Stahlkonstruktion. Sie überbrückt neben der Bahnlinie Heilbronn – Würzburg mit der Kanalstraße eine der wichtigsten Straßenverbindungen zwischen der Käthchenstadt Heilbronn und Neckarsulm und natürlich den Neckar einschließlich Neckarkanal.
Von Westen her überspannt das Neckarvorland und die Auenlandschaft eine über 820 m lange Spannbetonkonstruktion; beide Brücken bilden damit den Neckartalübergang. Im Zuge des sechsstreifigen Ausbaus der A 6 musste auch dieser Brückenzug unter laufendem Verkehr komplett erneuert werden, der überproportionale Anstieg des Güterverkehrs auf der mittlerweile wichtigsten Ost-West-Route hatte dem ursprünglichen Bauwerk aus den 1960er-Jahren zu stark zugesetzt.
Für die letzten Meter zur Brückenhochzeit hatten sich die Betonbauer der Bauarbeitsgemeinschaft (BauArge) aus Hochtrief und Johann Bunte noch einmal ins Zeug gelegt und darüber hinaus mit der Termintreue ein beachtenswertes Zeichen gesetzt. „Trotz Corona und vieler Widrigkeiten sind wir super im Zeitplan, auch wenn hierfür einige Anstrengungen notwendig waren“, erklärt nicht ohne Stolz Geschäftsführer Simon Dony von ViA6West.
Die Projektgesellschaft ist neben dem Bau des Neckartalübergangs verantwortlich für den gesamten Ausbau der A 6 zwischen der Anschlussstelle Wiesloch/Rauenberg und dem Weinsberger Kreuz.
Symbolträchtig ist auch der Richtbaum: Die 84 bunten Papierbänder stehen für die 84 Pfeiler, auf denen der Überbau für die Fahrbahn ruht.
Die Brückenhochzeit markiert zwar einen wichtigen Meilenstein beim Ausbau der wichtigen Verkehrsachse. Doch jetzt stehen weit größere Herausforderungen für alle Beteiligten an, wie Geschäftsführer Dony weiter erklärt: „Die aufwendigen Vorbereitungen für den spektakulären Querverschub. Dazu wird im Spätherbst der Verkehr von der jetzt nördlichen Brücke auf das südliche Teilbauwerk gelegt, damit die bereits fertige Brücke in zwei Teilen um rund 20 m nach Süden verschoben werden kann. Dies passiert voraussichtlich im zeitigen Frühjahr 2022.
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