Brücken- und Infrastrukturbau

Brücken bauen bei fließendem Verkehr

Die 265 m lange Talbrücke Sterbecke liegt nordwestlich von Lüdenscheid, zwischen den Anschlussstellen Lüdenscheid-Nord und Hagen-Süd. Doch nicht nur die Autobahn hat die Zahl 45, auch die Brücke selbst führt auf ihrer höchsten Höhe von stattlichen 45 m über ein unbewohntes Tal. Allerdings entspricht die im Jahr 1967 gebaute Brücke nicht mehr den Anforderungen an den modernen Straßenverkehr und muss – auch im Zuge des sechsstreifigen Ausbaus der A 45 – neu gebaut werden.

Viele Herausforderungen – eine clevere Lösung
Dabei gibt es für das Bauunternehmen Echterhoff gleich mehrere Herausforderungen für den Ersatzneubau, die es zu meistern gilt. Aufgrund des stark abfallenden Geländes und der steilen Hänge mit bis zu 20 % Steigung herrschen sehr beengte Platzverhältnisse auf der Baustelle. Zudem erschweren starke Wetterbeeinträchtigungen im Winter die Bauarbeiten. Und vor allem: Während des Ersatzneubaus muss der Verkehr aufrechterhalten werden. Dies gelingt durch die Trennung der zwei einzelnen Brückenbauwerke. So kann der Verkehr über einen Teil des Brückenbauwerks geführt werden, während das andere Brückenbauwerk abgerissen und neu gebaut wird.

Aufgrund der direkten Nähe zur vollgesperrten Talbrücke Rahmede wird auch die Talbrücke Sterbecke innerhalb der Bauzeit hergestellt sein müssen, sodass nach Verkehrsfreigabe der aktuell umgeleitete Verkehr der A 45 um Lüdenscheid auch über die fertige und neue Talbrücke Sterbecke fahren kann.

Gut geplant, gut gebaut
Die eine Hälfte des Brückenbauwerks in Richtung Frankfurt wurde 2022 für den Verkehr gesperrt und am Pfingstsonntag im Mai 2023 gesprengt. Später wechselt der Verkehr dann auf die neue Brückenhälfte – und der östliche Teil der alten Brücke in Richtung Dortmund wird gesprengt.

Der dritte von vier Pfeilern ist nahezu fertiggestellt
Nachdem alle Trümmer geräumt wurden, ist der Neubau des ersten Brückenbauwerks gestartet. Der dritte von vier Pfeilern pro Brückenbauwerk ist bereits nahezu fertig (Bild 2).

Bild 2: Der dritte von vier Brückenpfeilern ist fast fertig

Die Pfeiler werden mit einer gesonderten Kletterschalung taktweise hergestellt, bis in eine luftige Höhe von bis zu 38 m. Der Überbau, ein zweizelliger Hohlkasten aus Spannbeton, wird mittels einer Vorschubrüstung gebaut, wobei die gesamte Brückenlänge von ca. 270 m in fünf einzelne Takte unterteilt wird.

Nachdem der Überbau (ca. 43 m über Gelände) von einem Widerlager auf das andere Widerlager gefertigt ist, werden die Kappen durch ein freitragendes Gerüst in Abschnitten hergestellt, sodass anschließend die Abdichtung und der Straßenaufbau samt Ausstattung (Schutzplanken, Geländer etc.) erfolgen können.

Parallel zu den Brückenbauwerken werden auch noch drei Stützwände erstellt. Diese werden benötigt, um den Damm für den Straßenbau auf der einen Seite zu erweitern, und um den anstehenden Fels auf der anderen Seite abzutragen, damit die Fahrbahn der A 45 verbreitert werden kann.

So werden z. B. zwischen der Talbrücke Rahmede und der Talbrücke Sterbecke in Richtung Dortmund eine Stützwand mit über 488,50 m Länge und etwas nördlicher der Talbrücke Sterbecke bis zum Rastplatz „Rehweg“, hinter der Auffahrt Lüdenscheid-Nord, eine Stützwand von ca. 297 m erstellt.

Der anstehende Fels wird dafür abgetragen, durch Verankerungen und Spritzbeton der Hang gesichert, die Streckenentwässerung realisiert und mit Vorsatzschalen aus Fertigteilen mit einer Bruchsteinoptik ergänzt (Bild 3).

Bild 3: Die Vorsatzschalen aus Fertigteilen in Bruchsteinoptik werden in die Stützwand eingefügt

Weitere Informationen
Bauunternehmung
Gebr. Echterhoff GmbH & Co. KG
D-49492 Westerkappeln
www.echterhoff.de