Digitalisierung im Straßenbau
Building Information Modeling (BIM) gewinnt zunehmend an Bedeutung – nicht nur als technologische Methodik, sondern als wichtiger Treiber für Produktivitäts-, Kosten- und Zeitvorteile im Verkehrs- und Infrastrukturbau. In einer Online-Veranstaltung Anfang dieses Monats hat BIM Deutschland gemeinsam mit dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr die Ergebnisse einer internationalen Literaturstudie vorgestellt, die die Wirtschaftlichkeit der BIM-Methode im Verkehrssektor umfassend beleuchtet.
Die Studie, präsentiert von apl. Prof. Dr. Piet Hausberg (Cassini Consulting AG), fasst zentrale Erkenntnisse aus internationalen Fachpublikationen zu BIM-Anwendungen im Verkehrs- und Infrastrukturkontext zusammen. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen wie: Welche wirtschaftlichen Potenziale eröffnet BIM? Wo zeigt die Literatur messbare Effekte? Welche Erfolgsfaktoren und Herausforderungen lassen sich aus der Praxis ableiten? Ein wesentlicher Fokus liegt auf der Analyse von Kosten-Nutzen-Effekten: Zahlreiche internationale Quellen zeigen, dass BIM weit über reine Visualisierung hinausgeht und als integrierte Informationsbasis die Effizienz von Planungs-, Bau- und Betriebsprozessen steigert. So berichten Studien von signifikanten Zeit- und Kosteneinsparungen, verbesserten Informationsflüssen zwischen Projektbeteiligten sowie einer höheren Planungs- und Terminsicherheit – Faktoren, die sich direkt auf die Wirtschaftlichkeit von Infrastrukturprojekten auswirken.
Im Rahmen der Veranstaltung ergänzte Konrad Neubaur (RWTH Aachen) die Literaturbefunde durch empirische Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen zum BIM-Einsatz in Planung und Bau, die praxisnahe Evidenz zu ökonomischen Effekten liefern. Diskutiert wurden auch Erfolgsfaktoren für die Übertragbarkeit internationaler Ergebnisse auf deutsche Projekt- und Governance-Kontexte sowie offene Fragen für Forschung und Umsetzung. Die Veranstaltung bot darüber hinaus Raum für einen offenen Austausch über praktische Erfahrungen, Herausforderungen und Perspektiven: Wie kann BIM-Wirtschaftlichkeit operationalisiert werden? Welche Rahmenbedingungen und Kompetenzen benötigen Akteurinnen und Akteure im Verkehrssektor? Und wie lassen sich die vielversprechenden internationalen Ergebnisse für die digitale Transformation des deutschen Bauwesens nutzen? Die Präsentation der Studie steht jetzt online zum Download bereit, und Interessierte können sich einen detaillierten Einblick in die Ergebnisse und Methodik verschaffen. Die Analyse liefert wichtige Impulse für Entscheiderinnen und Entscheider in Verwaltung, Planung und Bauwirtschaft und unterstreicht die Bedeutung von BIM als wirtschaftlich wirksames Element der Digitalisierung im Infrastruktur- und Verkehrsbereich.
Peter Strohbach