Elektromobilität
Der Aufbau eines bundesweiten Lkw-Schnellladenetzes für Elektrofahrzeuge an den Bundesautobahnen geht in die Umsetzung. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger hat am 15.9.2026 auf der IAA TRANSPORTATION in Hannover gemeinsam mit VDA-Präsidentin Hildegard Müller und Prof. Dr. Dirk Engelhardt, Vorstandssprecher des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), den Start der Umsetzungsphase bekannt gegeben. Damit entsteht eine zentrale Grundlage für die Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs und die Zukunftsfähigkeit des Logistikstandorts Deutschland.
„Der Hochlauf der E-Mobilität geht voran! Eine flächendeckende, bedarfsgerechte und nutzerfreundliche Ladeinfrastruktur für E-Lkw trägt maßgeblich dazu bei, dass Elektromobilität im Alltag von Transportunternehmen funktioniert. Wir stellen daher für den Aufbau eines Lkw-Schnellladenetzes rund 1 Mrd. € zur Verfügung und starten jetzt mit der konkreten Umsetzung von Schnellladesäulen an 124 unbewirtschafteten Rastanlagen. Das fördert Investitionen in die Technologie und treibt den Hochlauf voran. Insgesamt umfasst das Schnellladenetz ca. 4.200 Ladepunkte an rund 350 Standorten auf bundeseigenen Flächen an den Autobahnen. Dort werden E-Lkw künftig mit Strom versorgt – sowohl für das schnelle Zwischenladen als auch für das Übernachtladen. So schaffen wir eine leistungsfähige Grundversorgung entlang der Hauptachsen des Güterverkehrs und sorgen dafür, den Straßengüterverkehr weiter zu dekarbonisieren.“
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger
Mit der im Sommer erfolgten Zuschlagserteilung für den Aufbau und Betrieb von Lkw-Ladeinfrastruktur an unbewirtschafteten Rastanlagen ist ein wichtiger Meilenstein erreicht. Nach Abschluss der Konzeptions-, Planungs- und Vergabephase starten nun die Arbeiten an den Standorten. Die fünf Auftragnehmer beginnen mit den standortspezifischen Planungen und den weiteren Schritten für die Errichtung der Ladeinfrastruktur. Die zweite Ausschreibung für die Standorte an den bewirtschafteten Rastanlagen ist in Vorbereitung.
Nach derzeitigem Planungsstand soll das Lkw-Schnellladenetz perspektivisch rund 350 Standorte entlang der Bundesautobahnen umfassen, davon entfallen rund 225 auf bewirtschaftete und 124 auf unbewirtschaftete Rastanlagen. Insgesamt wird an den Standorten des Lkw-Schnellladenetzes die Errichtung und der Betrieb von ca. 1.800 MCS-Ladepunkten und ca. 2.400 CCS-Ladepunkten angestrebt. Mit dem Netz entsteht eine der wichtigsten infrastrukturellen Voraussetzungen für den Markthochlauf batterieelektrischer Lkw in Deutschland.
Der Aufbau eines bundesweiten Schnellladenetzes für schwere Nutzfahrzeuge ist Teil der umfassenden Mobilitäts- und Energiepolitik des Bundes. Das Vorhaben stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des Logistikstandorts Deutschland und beschleunigt die Transformation des Straßengüterverkehrs hin zu klimafreundlichen Antrieben.
„Mit dem bundesweiten Lkw-Schnellladenetz für Deutschland hat das Bundesverkehrsministerium den richtigen Hebel in Bewegung gesetzt. Die Ladeinfrastruktur ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für den Markthochlauf elektrischer schwerer Nutzfahrzeuge und damit für die Transformation zur klimaneutralen Mobilität von morgen. Doch derzeit sind die mangelnden öffentlichen Lademöglichkeiten ein Hemmnis für den Markthochlauf von E-Lkw. Die Folge: Der Hochlauf stockt und den Herstellern drohen – obwohl sie bereits klimafreundliche Lösungen entwickelt und in den Markt gebracht haben – Strafzahlungen. Strafzahlungen, die eine Industrie gefährden, die für Wohlstand, Wachstum und Beschäftigung steht. Das kann niemand wollen.
Vor diesem Hintergrund gilt jedoch umso mehr: Die Vergabe der Aufträge für die Planung, die Errichtung und den Betrieb der Schnellladeinfrastruktur an unbewirtschafteten Rastanlagen ist ein wichtiges Signal sowohl für die Unternehmen der deutschen Nutzfahrzeugindustrie als auch für deren Kunden. Entscheidend ist jetzt, dass wir umgehend in die Umsetzung kommen und die Lademöglichkeiten schnell zur Verfügung stehen. Wir freuen uns, dass das Lkw-Schnellladenetz wächst.“
Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA)
Dass der Aufbau des Lkw-Schnellladenetzes jetzt in die konkrete Umsetzung gehe, sei ein wichtiger Schritt für die Antriebswende im Straßengüterverkehr, so der Vorstandssprecher des BGL. Unternehmen brauchen die Sicherheit, dass sie ihre E-Lkw im täglichen Betrieb zuverlässig und ohne lange Wartezeiten laden können. Entscheidend sei deshalb, dass der Ausbau jetzt schnell vorankomme und Ladepunkte, leistungsfähige Netzanschlüsse und der tatsächliche Bedarf der Transportwirtschaft zusammengedacht werden. Die jetzt geplanten Ladepunkte seien ein wichtiger Anfang. Gleichzeitig müsse die Transformation auch an anderen Stellen konsequent weiter vorangebracht werden, etwa mit der Fortführung der Förderung betrieblicher Ladeinfrastruktur, praxistauglichen Lösungen bei der Mehrgewichtskompensation und einer verlässlichen Finanzierungsgrundlage.
Mit dem erfolgreichen Abschluss der Vergabephase Mitte dieses Jahres sei laut Autobahn GmbH ein Meilenstein für die Mobilitätswende im Schwerlastverkehr erreicht worden. Auf 124 unbewirtschafteten Rastanlagen sollen jetzt insgesamt 836 neue Ladepunkte – darunter 447 für das Megawatt-Laden – entstehen. Sie seien ein entscheidender Baustein für die lückenlose Versorgung entlang des gesamten deutschen Autobahnnetzes. Für eine schnelle technische Umsetzung wurde bereits 2024 mit der Beantragung der Netzanschlüsse begonnen. Damit werden wesentliche Voraussetzungen für die Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs auf Deutschlands Autobahnen geschaffen.
Die Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur unter dem Dach der NOW GmbH unterstützt das BMV bei der Konzeption und Umsetzung des Lkw-Schnellladenetzes. Grundlage für die Netzplanung sind u. a. umfangreiche Daten und Modellierungen zum erwarteten Ladebedarf des künftigen elektrischen Schwerlastverkehrs. Gemeinsam mit den beteiligten Akteuren werden so die Voraussetzungen für einen bedarfsgerechten und vorausschauenden Infrastrukturaufbau geschaffen. Die Standortplanung basiert dabei auf fundierten Verkehrs- und Bedarfsanalysen, um die Ladeinfrastruktur dort bereitzustellen, wo sie künftig am dringendsten benötigt wird.
„Deutschlands Autobahnen sind die Lebensadern unserer Wirtschaft. Entlang dieser Achsen entsteht nun die Ladeinfrastruktur für die nächste Generation des Güterverkehrs. Damit legen wir heute die Grundlage für die Logistik von morgen. Was wir heute auf den Weg bringen, wird schon in wenigen Jahren darüber entscheiden, wie zuverlässig und wettbewerbsfähig klimafreundlicher Güterverkehr in Deutschland unterwegs sein wird.“
Dagmar Fehler, Geschäftsführerin der NOW GmbH
Hintergrund zum Lkw-Schnellladenetz Das BMV hat gemeinsam mit der Autobahn GmbH des Bundes und der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur unter dem Dach der NOW GmbH ein bundesweites Lkw-Schnellladenetz mit rund 350 Standorten entlang der Bundesautobahnen konzipiert. Die Infrastruktur ist auf die Anforderungen des elektrischen Straßengüterverkehrs ausgerichtet und ermöglicht sowohl das Zwischenladen während Fahrtunterbrechungen als auch das Laden während längerer Ruhezeiten. |
Weitere Informationen
Bundesministerium für Verkehr
D-10115 Berlin
www.bmv.de