Elektromobilität
Um den CO2-Ausstoß zu verringern, sollen Elektroautos zukünftig den Verbrennungsmotor ablösen. Einzige Ausnahme werden E-Fuels sein, die mit erneuerbarer Energie klimaneutral hergestellt werden können. Straße und Verkehr heute sprach hierzu mit Prof. Dr. Peter Pfeffer, Professor für Fahrzeugtechnik an der Hochschule München. Prof. Pfeffer ist zudem im Gründerteam der MdynamiX AG, ein Forschungspartner der Automobilbranche, der unter anderem auf Fahrerassistenzsysteme und automatisiertes Fahren spezialisiert ist. Ebenso ist er seit vielen Jahren aktiv im Beirat der VDI-Gesellschaft Fahrzeug- und Verkehrstechnik und stellvertretender Vorsitzender des VDI Bezirksvereins München, Ober- und Niederbayern.
Auch nach 2035 können neue Verbrenner in Europa zugelassen werden, aber sie dürfen nur noch E-Fuels tanken. Ist diese Regelung sinnvoll?
Pfeffer: E-Fuels werden mit grünem Strom hergestellt und somit haben wir keine CO2-Emissionen in der Bilanz. Gleichzeitig merkt der Kunde keinen Unterschied zu den herkömmlichen Treibstoffen in der Anwendung. Die meisten Fahrzeuge können mit E-Fuels ohne Umrüstung schon heute betrieben werden und wären dann viel umweltverträglicher als heute unterwegs.
Ist die Elektromobilität immer die beste Lösung im Straßenverkehr oder steckt auch in anderen Technologiefeldern Zukunftspotential mit Blick auf Klimabilanz und Wirtschaftlichkeit?
Pfeffer: Der Trend hin zu Elektrofahrzeugen bleibt uns auf jeden Fall erhalten, aber es werden auch in Zukunft noch sehr viele Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren auf unseren Straßen fahren. Wir dürfen auch Lkw, Baumaschinen oder landwirtschaftliche Fahrzeuge nicht aus den Augen verlieren. All diese Maschinen benötigen zum Betrieb sehr viel Energie. Bis auf weiteres werden hierfür moderne Dieselmotoren die effektivste und wirtschaftlichste Technologie sein, um den CO2-Austoß zu minimieren.
Haben E-Fuels das Potenzial, um in der Fläche im Individualverkehr eingesetzt zu werden? Aktuell ist die Herstellung ja eher energieintensiv und teuer.
Pfeffer: In Zukunft könnten E-Fuels und Treibstoffe aus Biomasse wie HVO (Hydrotreated Vegetable Oil) das Potenzial haben, fossile Treibstoffe zu ersetzen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist jedoch eine klare Roadmap erforderlich, die vorschreibt, dass E-Fuels und/oder Treibstoffe aus Biomasse wie HVO allmählich in steigendem Maße den fossilen Treibstoff beigemischt werden müssen, ähnlich wie es bereits beim E10-Benzin oder beim B7-Diesel der Fall ist. Die Zahl gibt den Anteil der Beimischung an. Dieser Anteil sollte weiter erhöht werden, bis schließlich 100 % erreicht werden. Dadurch würden die notwendigen Investitionen ausgelöst und die Planungssicherheit für den Aufbau der erforderlichen Infrastruktur geschaffen.
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Hochschule München University of Applied Sciences
D-80335 München
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