Fachveranstaltung

Ein verheißungsvoller Beginn für die Förderung von Innovationen

Mit der Initiierung des ersten FUTURE ASPHALT Symposiums hat das Team Asphalt Performance der BASF, unterstützt von der European Asphalt Pavement Association (EAPA), sein starkes Engagement für die Branche unter Beweis gestellt, indem es sich aktiv für die Kommunikation zwischen Forschung und Industrie einsetzt.

An dem Symposium, das am 7. und 8. März in Ludwigshafen stattfand, nahmen 96 Teilnehmer teil, mehr als die Hälfte davon aus dem Ausland, darunter andere EU-Länder, aber auch Großbritannien, die Türkei, Südamerika und Südostasien.

Ziel des Symposiums war es, einen Raum für Diskussionen zu schaffen, um Kontakte sowohl zwischen Industrie, Wissenschaft, Berufsverbänden und Regierungsbehörden als auch zwischen der neuen Generation von Fachleuten und ihren Führungskräften herzustellen.

Dr. Breixo Gomez, Technischer Direktor der EAPA, betonte, dass die Wissenschaft wissen müsse, was in der Industrie, und die Industrie, was in der Wissenschaft passiert. Er wies auch darauf hin, dass die Branche für neue Generationen an Attraktivität verliert und dass wir die Verantwortung haben, dies zu ändern.

In seiner Keynote „Asphaltindustrie: Fünf vor zwölf für Innovationen“ betonte Dr. Robert Heger, Vice President Business Management Dispersions for Construction & Architectural Coatings EMEA, BASF SE, die Dringlichkeit innovativen Handels. Denn Innovationen im Asphaltbereich sind unerlässlich, um die anstehenden Herausforderungen in dieser Branche zu meistern. Damit diese Innovationen umgesetzt werden können, sind laut Heger alle Akteure der Branche gefordert, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Er unterstrich insbesondere die Herausforderungen des zunehmenden Verkehrs, der sinkenden Bitumenmengen und der immer strengeren EHS-Vorschriften.

Neue Erkenntnisse aus der Wissenschaft
Tess Sigwarth von der Technischen Universität Braunschweig beschrieb die Erforschung rheologischer Prüfverfahren, um die Eigenschaften von modifiziertem Bitumen zu bestimmen und sein Alterungsverhalten vorherzusagen. Mahmoud Khadijeh, Doktorand an der Technischen Universität Delft, schlug eine Bewertung mit statistischen Methoden und maschinellem Lernen vor, um die rheologischen Eigenschaften von Bitumen basierend auf chemischen und physikalischen Eigenschaften vorherzusagen.

„Folgen Chemie und Rheologie den gleichen Laboralterungstrends bei Bitumen?“, fragte Georgios Pipintakos von der Universität Antwerpen. Seine Arbeit wertet frische und gealterte Bitumenproben aus und zeigt, wie die Grundlagenchemie Veränderungen in der Rheologie von Bitumen aufgrund von Alterung beschreiben kann.

Besonderes Interesse erregte Mariam Abedraba Abdalla von der University of Nottingham mit einem sehr praxisnahen Forschungsprojekt, das in Feldversuchen und im Labor zeigte, dass die Zugabe von ölgefüllten Natriumalginat-Kapseln für eine gleichmäßigere Verdichtung sorgt, was nachweislich zu einem geringeren Kornverlust an der Oberfläche führt.

Am zweiten Tag präsentierte Kristina Hofer von der Technischen Universität Wien, wie gealterte Bitumenproben mit Hilfe von Labormethoden gewonnen werden können. Die Ergebnisse zeigen den enormen Einfluss von Sauerstoffverbindungen auf den Alterungsprozess.

Dr. Pablo Orosa Iglesias von der US-amerikanischen Purdue University konzentrierte sich auf einen verbesserten Umweltansatz. Er fasste aktuelle und zukünftige Forschungslinien zusammen und sprach über die Optimierung der Laborausstattung, über die Minderung der Nachteile von zertifizierten Referenzmaterialien (CRM) und über die Reduzierung der in Asphaltmischungen benötigten Rohstoffe.

Haben wir den Luxus, nicht innovativ zu sein?
Ein kategorisches „Nein“ war die Antwort, die Ersun Görener, infraTest Prüftechnik GmbH, sich selbst in der zweiten Keynote auf seine eigene Frage gab. Er erklärte, dass Asphalt immer ein Aggregat aus Bitumen und Additiven ist, und wies auf das Innovationspotenzial von Verjüngungsmitteln, Wachsen, oberflächenaktiven Mitteln, Haftvermittlern und verschiedenen Arten von Polymeren hin. Auch die Kunden müssen innovativ sein: In einigen Bundesländern herrscht Zurückhaltung im öffentlichen Sektor. Ein Damoklesschwert schwebt über der Branche, denn bis 2025 wird die Umstellung auf Warmasphalt – ironischerweise in Deutschland erfunden – verpflichtend. Im schlimmsten Fall haben wir nur Betonstraßen oder extrem kalten Asphalt, warnte er.


Bild 2: Ersun Görener von der infraTest Prüftechnik GmbH bei seiner Keynote

Mut, die Komfortzone zu verlassen
In der Podiumsdiskussion am zweiten Tag schloss sich Dr. Anja Sörensen von Eurobitume den Ansichten von Ersun Görener an und bemerkte, dass die Mentalität in Deutschland stärker an Regulierungen ausgerichtet sei als anderswo in Europa. Der Straßenbauingenieur Eivind Olav Andersen erklärte, dass in Norwegen CO2 in Ausschreibungen eingepreist wird und es eine Subvention pro Tonne Niedertemperaturasphalt gibt. Der Auftraggeber dürfe nicht ausschließlich auf die direkten Kosten schauen. CO2-Emissionen und ein längerer Lebenszyklus sollten berücksichtigt werden, konstatierte Martin Ziegenberg, Abteilungsleiter für Verkehrsinfrastruktur Straße beim Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e. V.

Symposiums-Gastgeber Dr. Mario Šandor, Leiter von BASF Asphalt Performance, schloss die Podiumsdiskussion mit dem Fazit, dass alle Beteiligten den Mut brauchen, sich als Innovationstreiber zu verstehen und diese gestalten zu wollen. Er ist sich sicher, dass dies nur der Anfang von weiteren FUTURE ASPHALT Symposien war.

Weitere Informationen
BASF SE
D-67056 Ludwigshafen am Rhein
www.basf.com