Fahrbahn
Gemäß den ZTV Asphalt-StB 07/13 sind Fugen in Längsrichtung nicht in Rollspuren oder im Bereich von Fahrbahnmarkierungen anzuordnen. Denn insbesondere bei hohen Außen- oder Fahrbahntemperaturen besteht die Gefahr, dass überrollender Verkehr das in den Fugen eingebrachte Heißvergussmaterial aus den Längsfugen von Asphaltflächen herauszieht und es auf der Fahrbahn verteilt. Schnellfahrender Verkehr oder auch stehende Lkw-Reifen bei Staubildung verstärken diesen Prozess deutlich; zahlreiche Schäden mit kostenintensiven Sanierungen sind die Folge.
Zum Schutz des Baustellenpersonals trat im Jahr 2018 die Arbeitsschutzrichtline ASR A5.2 in Kraft. Sie sieht vor, dass die Arbeitsräume auf Baustellen so anzulegen sind, dass ein breiterer Sicherheitsabstand als zuvor zum fließenden Verkehr einzuhalten ist. Hierdurch müssen Fugen immer öfter in die Bereiche der späteren Rollspuren angeordnet werden. Resultate können fehlerhafte Fugenabdichtungen und großflächigen Verschmutzungen der Fahrbahn sein.
Auf das richtige Fugenmaterial kommt es an
Die Auswahl und der Einbau des richtigen Fugenmaterials sind daher außerordentlich wichtig. Die Ingenieurgesellschaft PTM Dortmund mbH hat dazu ein geeignetes Laborprüfverfahren entwickelt, dass die Eignung von Fugendichtstoffen in Asphaltflächen bei hohen Temperaturen und überrollendem Verkehr nachweist.
Zur Simulation der Auswirkungen einer direkten Befahrung von Längsfugen wurden im Labormaßstab modifizierte Spurbildungsversuche in Anlehnung an die TP Asphalt-StB (Teil 22) durchgeführt. Bereits die ersten Prüfreihen zeigten, dass der gewählte Versuchsaufbau für die Beurteilung unterschiedlicher Fugenkonstruktionen in Hinblick auf die Verformungsbeständigkeit bei Wärme geeignet ist.
Die bisherigen Untersuchungen attestieren der Fugenfüllung mit einem Bitumenfugenband (TOK-Band A), ein signifikant besseres Materialverhalten im Vergleich zu einer bitumenhaltigen Heißvergussmasse: Anders als bei der Heißvergussmasse führen die Überrollungen bei dem Bitumenfugenband nicht zu ausgeprägten Materialverlusten und einem damit verbundenen frühzeitigen Versagen der Fuge. Das Bitumenfugenband zeigt sich nach der Prüfung vollständig intakt. Ein Fotovergleich belegt eindrucksvoll die Überlegenheit des Bitumenfugenbands nach 20.000 Überrollungen (Bild 1) gegenüber der Heißvergussmasse Typ N2 nach nur 2.500 Überrollungen (Bild 2). Beide untersuchten Materialien sind nach ZTV Fug-StB zugelassen. Mit den abschließenden Untersuchungsergebnissen ist im August 2021 zu rechnen.
Weitere Informationen
Ingenieurgesellschaft PTM Dortmund mbH
D-44319 Dortmund
www.ptm.net
DENSO GmbH
D-51344 Leverkusen
www.denso-group.com