Fahrbahnmarkierungen
Ausgangssituation
Welche Art der Fahrbahnmarkierung passt am besten? Vor dieser Frage stehen viele Autobahnbetreiber. Klar ist, dass moderne Folienmarkierungen viele Vorteile bieten, wie z. B. eine sehr viel längere Haltbarkeit als herkömmliche Markierungen. Die Kosten sind allerdings höher als bei gespritzten Markierungen – auf den ersten Blick. Denn jede Straßenerneuerung verursacht weitere Kosten und bedeutet zudem fast immer einen Eingriff in den Verkehr. Eine ganz besondere Herausforderung bei Straßenarbeiten stellen Tunnel dar: Auf Grund der beengten Raumsituation sind Arbeiten hier im laufenden Betrieb nur sehr schwer möglich. So gehen selbst kleinere Straßenarbeiten wie Markierungen hier in der Regel mit einer Vollsperrung einher, verbunden mit immensen Kosten. Je nach gewähltem Szenario kann man mit gesamtwirtschaftlichen Kosten von bis zu ca. 760.000 € pro Tag rechnen.
Als Lösung empfiehlt Gregor Jadin, Experte für betriebliches Baumanagement bei der ASFINAG Service GmbH, in Tunneln grundsätzlich Folienmarkierungen zu verwenden. Im Zuge der Sanierung des Tunnel Liefering im Jahr 2017 wurde dann entsprechend in der RFB Wien eine Folienmarkierung der Type 3M Stamark A380ESD aufgebracht. Der Autobahnbetreiber des Lieferingtunnels in Salzburg hat mit dem Multitechnologieunternehmen 3M im Jahr 2017 eine Teststrecke angelegt: So wurde bei der Sanierung des Tunnels die Fahrbahn in Fahrtrichtung Linz mit der Stamark Markierungsfolie A380 ESD erneuert. Zum Vergleich erhielten die Fahrspuren des rechten Tunnels in Richtung Villach eine herkömmliche Farbmarkierung. Das Ergebnis: Während die Markierungen im rechten Tunnel bereits nach zwei Jahren teilweise erneuert werden mussten, sind die Folienmarkierungen im linken Tunnel nach fünf Jahren immer noch wie neu – mit hohen Reflexionswerten und ohne Ablösungen. Dies spart laufende Erhaltungskosten von mehreren zehntausend Euro.
Der Vorteil der selbstklebenden Folie: Sie hat eine besonders lange Haltbarkeit – insbesondere mit Blick auf die Erstmarkierung. Während herkömmliche Farbmarkierungen circa neun Monate nach der Erstmarkierung erneuert werden müssen, ist dies bei einer Dauermarkierungsfolie nicht erforderlich. Laut Gerald Velisek, Key Account Supervisor des 3M Geschäftsbereichs Verkehrssicherheit, hält eine Folienmarkierung mindestens dreimal länger als herkömmliche Markierungen. In Tunneln sogar noch länger – als Neumarkierung rund 10 bis 14 Jahre. Grund für die längere Haltbarkeit in Tunneln sind unter anderem eine geringere Belastung durch weniger Überholmanöver oder Spurwechsel. Das Resultat: Die Markierungen müssen sehr viel seltener erneuert werden. Das wiederum führt zu weniger Verkehrseingriffen, weniger Sperrungen und weniger Kosten.
Hinzu kommt, dass die Folie ungefähr die gleiche Lebensdauer hat wie der offenporige Belag. In der Praxis bedeutet das, dass notwendige Sanierungsarbeiten in einem Arbeitsgang durchgeführt werden können. Dabei kann die Folie einfach und unkompliziert auf den noch warmen Belag appliziert werden und ist direkt nach dem Verkleben wieder befahrbar. Auf diese Weise kann nicht nur die Häufigkeit, sondern auch die Dauer von Eingriffen in den fließenden Verkehr deutlich reduziert werden. Mit Blick auf den Lieferingtunnel bedeutet das, dass der Tunnel in Fahrtrichtung Linz frühestens 2027 erneuert werden muss.
Hohe Sichtbarkeit und optimaler Griff
Die hochwertige Markierungsfolie bietet auch in Sachen Sichtbarkeit Vorteile. Denn ihre geometrische Oberflächenstruktur sorgt für eine optimale Nassreflektion und erhöht so die Verkehrssicherheit im Tunnel. Während bei herkömmlichen Markierungen die Reflexion spätestens nach zwei Jahren nachlässt, bleibt die Sichtbarkeit der Stamark Markierungsfolie über Jahre unverändert. Mit einem Blick in die Zukunft wird dieser Aspekt noch wichtiger: Denn moderne Fahrerassistenzsysteme wie z. B. Spurhalteassistenten arbeiten mit Kameras. Damit die Systeme zuverlässig funktionieren, muss eine Markierung jederzeit gut sichtbar sein. Die Ein- und Ausfahrt in einen Tunnel ist hier besonders kritisch. Denn die veränderte Lichtsituation führt kurzfristig zu einem Kontrastverlust der Kameras. Eine Lösung sind LiDAR-Sensoren als redundantes System für die Spurhaltung. Um das Signal zu empfangen, benötigen diese allerdings eine hochwertige retroreflektierende Fahrbahnmarkierung mit einer verlässlichen Retroreflexion – bei Tageslicht ebenso wie bei Nässe und im künstlichen Licht eines Tunnels.
Nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland setzen Autobahnbetreiber auf Stamark A380ESD in Tunneln. So liegt die Folie z. B. auf der A 17 im Tunnel Coschütz bei Dresden und sogar mitten in Berlin auf der Stadtautobahn A 100 im Tunnel Ortskern Britz, wo sie der hohen innerstädtischen Verkehrsbelastung standhält.
Weitere Informationen
3M Deutschland GmbH
D-41453 Neuss
www.3mdeutschland.de