Messeveranstaltung
Emissionsfreies Arbeiten gehört zu den großen Trends der Baumaschinenbranche. Elektromotoren haben viele Vorteile, die von den Ausstellern auf der bauma anhand deren Produktneuheiten einem interessierten Fachpublikum vorgestellt werden. Neben den Ausstellern und ihren Exponaten, bietet die bauma, die vom 24. bis 30. Oktober auf dem Messegelände in München stattfindet, auch in diesem Jahr ein umfangreiches Rahmenprogramm mit vielgestaltigen, teils neuen Formaten an.
Um im Sinne des Klimaschutzes Treibhausgasemissionen zu reduzieren, werden immer mehr Baumaschinen und -fahrzeuge mit elektrischem Antrieb entwickelt. Weitere Vorteile befeuern diesen Trend. So sind E-Motoren geräuscharm, was sie für Arbeiten an lärmsensiblen Orten empfiehlt – bspw. in der Nachbarschaft zu Krankenhäusern oder auf innerstädtischen Baustellen. Ferner schützen sie die Bediener wie auch die Umgebung vor lokalen Abgasen. So sind viele Arbeitsschritte auch in gering belüfteter Umgebung problemlos möglich. Ein weiterer Pluspunkt: Elektromotoren gelten als wartungsarm und effizient. Damit sorgen sie für niedrige Betriebs- und Energiekosten. Folgerichtig ist „Der Weg zur Null-Emission“ auch eines der Leitthemen der diesjährigen bauma. Schon jetzt haben etliche Aussteller für die Schau brandneue E-Lösungen angekündigt.
Reversierbare Vibrationsplatte mit Akku
Dazu zählt die erste akkubetriebene reversierbare Vibrationsplatte mit Direktantrieb. Bei der APU3050e des Herstellers Wacker Neuson erfolgt der Fahrtrichtungswechsel über die bewährte hydraulische Verstellung wie bei konventionellen Modellen. Die Maschine mit einer Arbeitsbreite von 50 cm und einer Zentrifugalkraft von 30 kN zeichnet sich durch ihre gute Führbarkeit aus und ist durch die niedrigste Bauhöhe aller reversierbaren Vibrationsplatten auf dem Markt auch für den Einsatz in engen Gräben bestens geeignet.
Vollelektrischer Kompaktlader als Konzept
Noch im Konzeptstatus ist der T7X, der erste vollelektrische Kompaktlader der Welt. Dessen Hersteller Bobcat will die bauma dazu nutzen, um weiterhin Kundenfeedback aus verschiedenen Bereichen zu sammeln. Ziel ist es, die Marktchancen der Maschine in Europa, dem Nahen Osten und Afrika noch besser einschätzen zu können. Mit seinem 62 kWh starken Lithium-Ionen-Akkupack kann der Kompaktlader vier Stunden im Dauerbetrieb arbeiten. Seine fahrbare Nutzlast beträgt knapp 1.400 kg. Im Unterschied zu allen anderen Ladern der Welt benötigt die Innovation praktisch keine Flüssigkeiten: Bobcat hat die traditionelle hydraulische Arbeitsgruppe vollständig durch ein elektrisches Antriebssystem ersetzt, das aus elektrischen Zylindern und elektrischen Antriebsmotoren besteht. Die einzige Flüssigkeit, mit der die Maschine befüllt wird, sind rund 4 l umweltfreundliches Kühlmittel.
Betonmischer mit 100 Prozent E-Antrieb
Mit dem iONTRON eMischer von Putzmeister kann in Zukunft auch der Betontransport vollelektrisch vonstattengehen. Die Batterie des Fahrzeugs hat eine Leistung von 350 kWh. Damit reicht eine Akkuladung für fünf bis sechs Touren im urbanen Bereich – also in der Regel für einen ganzen Arbeitstag. Sind mehr Einsätze geplant, kann einfach zwischengeladen werden. Die volle Energie holt sich der Mischer über Nacht durch die Aufladung an einer DC-Ladesäule zurück. Sein nahezu lautloser Fahrbetrieb ermöglicht einen uneingeschränkten Einsatz auch dort, wo strenge Lärmschutzauflagen gelten – ein bedeutender Wettbewerbsvorteil bei Ausschreibungen in Ballungsgebieten. Steigende Preise für fossile Brennstoffe machen den E-Antrieb zudem zu einer auch sparsamen Alternative.
Weitere Aussteller haben zwar neue E-Maschinen bereits angekündigt, wollen aber erst auf der bauma selbst „die Katze aus dem Sack lassen“. Dazu gehört das Nachfolgemodell des allradgelenkten elektrischen Radladers 5055e der Kramer- Werke GmbH. Außerdem verspricht das Unternehmen als Neuheit einen E-Teleskoplader – ohne jetzt schon weitere Details zu verraten.
Rahmenprogramm mit Info-Highlights
Zu den Stärken der Weltleitmesse zählt ihr facettenreiches Rahmenprogramm. Bei diesem präsentieren etablierte Unternehmen, Startups, Verbände und Forschungseinrichtungen wegweisende Lösungen und diskutieren die großen aktuellen Trends der Branche.
bauma FORUM mit täglich wechselndem Leitthema
In diesem Jahr gibt es für den Wissenstransfer mit der Innovationshalle bauma LAB0 einen neuen zentralen Ort. So wird hier z. B. das bauma FORUM mit Vorträgen, Präsentationen und Podiumsdiskussionen platziert sein. Vom 24. bis 28. Oktober widmet sich das Forenprogramm jeden Tag einem anderen der fünf Leitthemen der Messe. Diese reichen von „Bauweisen und Materialien von morgen“ über „Bergbau – nachhaltig, effizient und zuverlässig“ bis zu „Der Weg zur Null-Emission“.
Am 24. Oktober werden im Forum außerdem die Gewinner aus den fünf Kategorien des bauma Innovationspreises 2022 vorgestellt. Mit dem Preis würdigen der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA), die Messe München und die Spitzenverbände der deutschen Bauwirtschaft Forschungs- und Entwicklungsteams von Unternehmen und Hochschulen, die praxistaugliche Spitzentechnik für die Bau-, Baustoff- und Miningindustrie zur Markreife bringen. Die Preisträger haben dabei Ressourcen, Umwelt und Menschen gleichermaßen im Blick.
Science Hub und Startup Area
In unmittelbarer Nähe zum Forum befindet sich der Science Hub. In diesem Bereich informieren zehn Hochschulen und wissenschaftliche Institute über den neuesten Stand ihrer Forschung. Auch hier dienen die fünf Leitthemen als Strukturgeber. Ein weiteres Segment der Innovationshalle im Internationalen Congress Center München (ICM) ist die neu ins Leben gerufene Startup Area, in der sich zukunftsträchtige Nachwuchsunternehmen der Fachöffentlichkeit vorstellen können.
MiC-4.0-Stand demonstriert neue Datenschnittstelle
Um eine einheitliche, herstellerübergreifende und maschinenunabhängige Kommunikation rund um den Bauprozess zu entwickeln, gründeten der VDMA und der Hauptverband der deutschen Bauindustrie auf der bauma 2019 die Arbeitsgemeinschaft „Machines in Construction 4.0“ (MiC 4.0). Eines der bisherigen Ergebnisse ist der MiC 4.0 Bus. Hierbei handelt es sich um eine offene, herstellerunabhängige Datenschnittstelle zwischen Baumaschine und Anbaugerät. Am MiC-4.0-Stand in der Innovationshalle LAB0 wird ein Demonstrator der neuen Schnittstelle in Aktion zu sehen sein.
Als weiterer Besuchermagnet hat sich bereits 2019 die VR Experience bewiesen. Zur bauma 2022 wird diese mit einer thematischen Neuausrichtung die Digitalisierung von Baustellen fokussieren. Besucher der VR Experience können hier in die Baustelle von heute und morgen eintauchen und das Interagieren zwischen Mensch und Maschine im digitalen Raum persönlich erleben. Die VR Experience wird auch in diesem Jahr Teil der Innovationshalle LAB0 sein.
Berufsperspektiven für junge Menschen
THINK BIG! – eine Initiative des VDMA und der Messe München – richtet sich vor allem an Schülerinnen und Schüler. Firmen präsentieren im ICM „Technik zum Anfassen“ mit einer großen Werkstatt-Show, Mitmach-Aktionen, Spielen und Informationen rund um eine berufliche Zukunft in der Branche.
Weitere Informationen
Messe München GmbH
D-81829 München
messe-muenchen.de