Mobilität
Am 15. August 2023 wurde die Kampagne „Vorfahrt-Vernunft.de“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Ziel der Kampagne ist es, den Dialog über kontroverse Maßnahmen der sog. „Verkehrswende“ öffentlichkeitswirksam zu führen, dabei auf Nöte und Sorgen der Wirtschaft aufmerksam zu machen und Lösungsvorschläge zu unterbreiten.
Mobilität, die funktioniert, ist für einen erfolgreichen Wirtschaftsstandort sehr wichtig. Eine aktuelle Verkehrsumfrage der regionalen Wirtschaft in Bonn/Rhein-Sieg zeigt, dass die meisten Betriebe mit der dortigen Verkehrssituation unzufrieden sind.
Die Idee einer Verkehrswende unterstützen die Wirtschaftsorganisationen. Die Wirtschaftsverkehre mit dem Pkw/Lkw bleiben gleichwohl weiterhin sehr bedeutsam – auf dem Lande noch viel mehr als in der Stadt und nach Branchen sehr unterschiedlich. Insgesamt sagen die Unternehmen, dass sie mit dem Verkehrsnetz und dem Verkehrsfluss je nach Verkehrsmittel mehrheitlich unzufrieden sind. Investitionen in die Mobilitätsinfrastruktur in der Region sollen erfolgen und dabei den Ausbau des ÖPNV, der Straße und des Radwegenetzes berücksichtigen, so die Umfrage.
Kernforderungen der Initiatoren sind Staus vermeiden, Baustellen abstimmen, Parkraum sichern und Ladezonen einrichten.
Raus aus dem Stau
Die Straßeninfrastruktur ist in der Region Bonn/Rhein-Sieg zu den Hauptverkehrszeiten häufig überlastet, Verkehrsstaus sind die Folge. Für die Wirtschaft ist dies problematisch, da die Erreichbarkeit der Unternehmensstandorte und der Kunden einen wesentlichen Standortfaktor darstellt und insbesondere Pkw und Lkw eine hohe Bedeutung für die Betriebe haben.
Lösungsvorschläge sind bspw. die Öffnung der Umweltspuren für den Wirtschaftsverkehr (Handwerker, Pflegedienste, Taxis etc.) und die Erhaltung von Alternativrouten, durch die bei Überlastung der Hauptverkehrsstraßen der Verkehrsfluss aufrechterhalten werden kann. Ebenso sollen attraktive Alternativen für Pendler geschaffen werden wie bspw. Park-and-Ride-Plätze, Bike-and-Ride-Plätze an zentral gelegenen Hauptstraßen und ÖPNV-Haltepunkten. Auch die Schaffung von Radpendlerrouten aus dem Umland sowie eines von Hauptverkehrsstraßen entkoppelten Radwegenetzes werden genannt.
Baustellen besser managen
Die Initiatoren sprechen sich für den Erhalt, den Ausbau und die Instandhaltung von Verkehrswegen aus, um den Verkehrsfluss unterschiedlicher Verkehrsmittel aufrechtzuerhalten und einen effizienten Wirtschaftsverkehr zu gewährleisten. Zwangsläufig geht dies mit Baustellen einher, die wiederum zeitweise den Verkehrsfluss auf den betroffenen Strecken einschränken. Im Gegensatz zu Staus, Unwetterschäden und Unfällen sind die bauwerksbedingten Einschränkungen planbar. Der Umfang der Arbeiten, der Zeitraum, die Auswirkungen auf den Verkehr sowie die Überschneidung mit parallelen Einschränkungen sollten deshalb berücksichtigt werden.
Deshalb sollen Baumaßnahmen räumlich und zeitlich aufeinander abgestimmt werden. Gleichwohl ist es notwendig, dass Baulastträger sich schon frühzeitig Gedanken über Umleitungen machen und diese zeitnah über alle Medien kommunizieren. Die Umleitungen sollten für die Verkehrsmenge ausreichend dimensioniert sein und die Befahrbarkeit für große und schwere Fahrzeuge gewährleistet werden.
Damit auch während einer Baustellentätigkeit Kunden und Lieferanten den Standort eines mitten in der Baustelle befindlichen Unternehmens erreichen und die betriebliche Mobilität, wozu auch der Pendelverkehr zählt, des betroffenen Unternehmens funktioniert, sollen bei der Einrichtung der Baustelle die Belange der Betriebe berücksichtigt werden.
Parkplätze retten
Für die Erreichbarkeit von Gewerbestandorten sind Parkplätze in unmittelbarer Nähe zu Betrieben, Geschäften und Kunden unverzichtbar. Kunden sollten das für sie attraktivste Verkehrsmittel und damit bei Bedarf auch den Pkw wählen können. Das Parken in unmittelbarer Nähe zum Einzelhandel ist deshalb wünschenswert. Gleichzeitig sollten auch für Handwerksbetriebe und andere Unternehmen, die auf Kfz angewiesen sind, Parkmöglichkeiten in der Nähe von Betrieben und Kunden in ausreichender Anzahl vorgehalten werden.
Fallen Parkplätze weg, steigt der Parkdruck und es müssen Alternativen in der Nähe geschaffen werden. Die hierfür seit längerer Zeit vorgesehenen Quartiersgaragen könnten Abhilfe verschaffen.
Zudem spricht sich die Initiative für die Einrichtung von Sonderparkflächen für Handwerker und Dienstleister aus. Diese Plätze sollten nur für die Wirtschaft vorgesehen sein und müssten durch die zuständige Ordnungsbehörde kontrolliert werden. Sonderparkflächen stellen somit eine wichtige Ergänzung zu den Liefer- und Ladezonen dar.
Für weniger zweite Reihe
Lieferanten und Speditionen benötigen Ladezonen für die schnelle und unkomplizierte Abwicklung des Wirtschaftsverkehrs. Ladezonen ermöglichen ein legales Parken zum Be- und Entladen, idealerweise in unmittelbarer Nähe zur Lieferadresse. Deshalb sollen Ladezonen bedarfsorientiert ausgebaut werden. Bei der Planung zusätzlicher Zonen ist eine Bestandsanalyse der möglichen Lieferziele notwendig, sodass eine Priorisierung erfolgen kann. Hierbei sind die Entfernung, barrierearme Strecken, Liefervolumen sowie das Liefergewicht zu berücksichtigen. Ein Getränkelieferant, der eine Bar beliefert, hat beispielsweise andere Anforderungen an die Ladezone als ein Paketbote. Von einer günstig gelegenen Ladezone können mehrere Betriebe profitieren.
Vorfahrt Vernunft ist ein Bündnis der Wirtschaftsorganisationen Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg, Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein-Sieg, Handwerkskammer zu Köln, Haus & Grund Bonn/Rhein-Sieg, Einzelhandelsverband Bonn Rhein-Sieg Euskirchen und city-marketing Bonn. Um von Politik und Verwaltung wahrgenommen zu werden, ist auch Ihre Meinung und Ihre Position wichtig. Sie finden die Kampagne in den Sozialen Medien unter den folgenden Kampagnenkanälen – die Initiatoren würden sich freuen, wenn Sie der Kampagne dort folgen, Beiträge like, in Ihren Netzwerken teilen oder – am besten – sogar Kommentare posten: Kampagnen-Hashtag: #VorfahrtVernunft #RausAusDemStau |
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