Pflaster- und Plattenbeläge

Pflasterklinker im Straßen- und Wegebau ist nachhaltig, langlebig und widerstandsfähig

Aus Ton gebrannte Pflasterklinker sind ein bewährter Baustoff zur hochwertigen Befestigung von innerörtlichen Verkehrsflächen wie örtlichen Hauptstraßen, Wohnstraßen, befahrbaren Fußgängerzonen und öffentlichen Parkplätzen. Insbesondere hinsichtlich der städtebaulich-gestalterischen Ziele bieten Pflasterklinker als Verkehrsflächenbefestigung zahlreiche Vorteile, da sie mit ihrer Vielfalt an Farben, Formen, Formaten und Verlegemustern dem Umfeld angepasste Gestaltungsmöglichkeiten bieten und überdurchschnittlich robust und widerstandsfähig sind.

Denkmalpflege und Sanierung im historischen Umfeld
Auch in der Denkmalpflege und bei Sanierungen im historischen Umfeld kommen Pflasterklinker zum Einsatz. Bereits Assyrer, Ägypter und Römer verwendeten Pflasterklinker zur Boden- und Verkehrsflächenbefestigung. In Gegenden, in denen geeignete Natursteine zur Pflasterherstellung nicht verfügbar waren, werden seit Jahrhunderten Pflasterklinker zur Befestigung von Straßen und Wegen verwendet. In den Niederlanden und in Norddeutschland gehören Klinkerpflasterdecken seit Jahrhunderten zum Stadtbild. Die Pflasterklinkerhersteller haben sich darauf eingestellt und können auf Nachfrage sogenannte künstlich gealterte Pflasterklinker anbieten. Die Pflasterklinker werden hierfür „gerumpelt“. Das heißt, in einer mechanischen Nachbehandlung erhält der Pflasterklinker Gebrauchsspuren, wie man diese erst nach einer 100-jährigen Nutzung erwarten würde. Hiermit ist es möglich, im Falle von Sanierungen oder Erweiterungen historischer Klinkerbeläge passende Ergänzungssteine anzubieten. Auch gebrauchte Pflasterklinker sind bei Sanierungen im historischen Umfeld gefragt.

Robust, langlebig und wartungsarm
Pflasterklinker sind besonders widerstandsfähig und langlebig. Ihre durchschnittliche Nutzungsdauer liegt bei mehr als 100 Jahren. Mit ihrer hart gebrannten keramischen Oberfläche sind Pflasterklinker unempfindlich gegen Abrieb, Verschmutzung, Fette, Öle, Salze und Säuren. Nicht ohne Grund sind die Strandpromenaden an der deutschen und belgischen Küste oft mit Pflasterklinker gestaltet.

Auch starke Temperaturschwankungen, Frost, Eis, Schnee und Tausalze machen dem hochwertigen Naturmaterial nichts aus. Die durch und durch aus der jeweiligen Tonfarbe gebrannten Klinker sind zudem farbecht und lichtbeständig. Selbst nach jahrzehntelanger Sonneneinstrahlung bleichen sie nicht aus – ein Aspekt, der gerade für kontrastbasierte Leitsysteme eine wichtige Rolle spielt.

Gebrauchsspuren lassen sich natürlich auch bei Pflasterklinker nicht vermeiden. Die für Keramik typische Patinabildung wird jedoch gerne als Gestaltungselement für Bauaufgaben in der Denkmalpflege ausgewählt. Sollen Gebrauchsspuren oder Grünbildung entfernt werden, können Pflasterklinker mit geeigneten mechanischen oder – wenn erforderlich – auch mit chemischen Mitteln gereinigt werden. Sind Pflasterklinkerflächen in der Regelbauweise verlegt, also in einem flexiblen, ungebundenen Splittbett, können sie einzeln entnommen werden. Verschmutzte oder defekte Klinker lassen sich leicht reinigen, austauschen oder auch einfach umdrehen.

Nachhaltiges Naturprodukt
Nicht nur Gestaltungsmöglichkeiten und Produkteigenschaften bestimmen die Entscheidung für einen Baustoff. Auch Faktoren wie Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung bei der Rohstoffgewinnung, Energieeffizienz und möglichst geringe CO2-Emissionen in Produktion und Transport, Schadstoffarmut, Langlebigkeit und die Möglichkeit zur Wiederverwendung oder Recycling am Ende des Lebenszyklus spielen eine zentrale Rolle bei der Wahl von Baumaterialien.

Hier können Pflasterklinker ebenfalls punkten: Das nachhaltige Naturprodukt wird aus heimischem Ton ohne Zusatz von Chemikalien gebrannt, die Tongruben befinden sich meist in der Nähe der Produktionsstätten, sodass lange Transportwege entfallen. Tongruben werden rekultiviert, bieten Tieren und Pflanzen neuen Lebensraum und tragen zur Biodiversität bei. Häufig werden sie zudem zu beliebten Naherholungsgebieten umgestaltet.

Reduzierter Energieverbrauch in der Produktion
Natürlich wird für das Brennen und Trocknen von Pflasterklinkern Energie benötigt. Aber mit der Investition in innovative Öfen und Verfahren konnten die Pflasterklinkerhersteller in den vergangenen Jahren Energieverbrauch und CO2-Emissionen bei der Produktion deutlich senken. Auch die Nutzung regenerativer Energien und moderner Technologien zur Wärme- und Wasserrückgewinnung trägt zur positiven Ökobilanz des nachhaltigen Naturproduktes Pflasterklinker bei.

Wiederverwendung oder Recycling
Im Sinne der Kreislaufwirtschaft spielt die Frage eine zentrale Rolle, was mit dem Baustoff am Ende seiner Nutzungsdauer geschieht. Nur wenige Bauprodukte erlauben eine echte Wiederverwendung. Pflasterklinker gehören dazu. Gebrauchte Pflasterklinker sind wegen ihrer individuellen Optik ein gefragtes Baumaterial. Auch für Bauvorhaben im historischen Umfeld und im Denkmalschutz kommen alte Pflasterklinker zum Einsatz. Ist keine Wiederverwendung mehr möglich, sind die sortenrein rückbaubaren Ziegel ein gesuchter Wertstoff für technische Gesteinskörnungen im Straßen-, Wege- und Sportplatzbau oder für Vegetationssubstrat. Bei der Ziegelproduktion entstehender Brennbruch ist kein Abfall, sondern wird ebenfalls recycelt.

Rohstoffersatz und rezyklierte Gesteinskörnungen
Als weiterer Beitrag zur Ressourcenschonung können Ziegelbruch oder Baustellenaushub je nach Art des Tonvorkommens und der Produktion einen Teil der Rohstoffe für neue Ziegel substituieren.

Weiteres Potenzial steckt in der Verwendung rezyklierter Gesteinskörnung für ressourcenschonenden Beton, sogenanntem R-Beton. Kies oder gebrochenes Primärgestein werden hier durch eine aufbereitete RC-Gesteinskörnung ersetzt. Diese kann, abhängig von Anwendungsbereich und Liefertyp, Anteile von aufbereitetem Ziegelbruch enthalten. R-Beton verhält sich in der Nutzungsphase wie konventioneller Beton – ohne Abstriche an den technischen Eigenschaften. Die Anwendung in der Schweiz zeigt, dass man mit R-Beton 90 % des für den Hausbau verwendeten Betons substituieren kann.

Versickerungsfähige Klinkerpflasterflächen
Eine versickerungsfähige Verlegung von Pflasterklinker wirkt der Versiegelung von Flächen entgegen. Wasserdurchlässige Klinkerpflasterflächen können mithilfe von aufgeweiteten Fugen (5 bis 15 mm) oder mit speziell dafür produzierten Sicker- oder Lochklinkern hergestellt werden. Bei der Verlegung werden die Aussparungen mit spezieller Gesteinskörnung gefüllt, um durch diese Aussparungen hindurch Niederschlagswasser durch die Flächenbefestigung bis in den Untergrund hinein zu versickern (Sickerpflasterflächen). Für begrünbare Beläge können die Aussparungen mit einer Mischung aus einer Gesteinskörnung, einem Bodensubstrat und Rasensamen gefüllt werden. Eine solche „Entsiegelung“ bebauter Flächen hat zur Folge, dass Regen- und Oberflächenwasser versickern kann und der natürliche Wasserkreislauf hierdurch nicht gestört wird.

Hochwertiger Straßenbelag
Mit Einbindetiefen von 80 oder 115 mm gehört Klinkerpflaster in Hochkantverlegung zu den hochwertigsten Straßenbelägen überhaupt. Auch Sonderbauweisen wie die gebundene Verlegung im Mörtelbett oder lärmarme Bauweisen sind möglich und eignen sich für Bauvorhaben mit speziellen Anforderungen an Bodenbefestigungen.

Weitere Informationen gibt es in der kostenlosen Broschüre „Technische Informationen – Planung, Gestaltung und Herstellung von Flächen mit Original-Pflasterklinker“, die über die Webseite der Arbeitsgemeinschaft Pflasterklinker e. V. bestellt oder heruntergeladen werden kann.

Verfasser
Dieter Rosen
Technischer Geschäftsführer im Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie e. V.

Weitere Informationen
Arbeitsgemeinschaft
Pflasterklinker e. V.
D-10117 Berlin
www.pflasterklinker.de