Rastanlage
Die Rastanlage Hasselberg liegt wenige Kilometer südlich von Kassel an der A 7. In diesem Bereich ist die A 7 extrem stark von Lkw frequentiert. Lange Rückstaus parkender Lkw waren an der Tagesordnung, sodass die Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Nordwest, dort mit über 100 zusätzlichen Stellplätzen (96 für Lkw, 34 für Pkw) nun für eine deutliche Entspannung der Parksituation gesorgt hat. Die Heinz Schnorpfeil Bau GmbH erhielt als Generalunternehmer den Zuschlag für alle Dammbau-, Erdbau-, Kanalbau- und Straßenbauarbeiten. Hierbei kam dem erfahrenen Mittelständler zugute, dass er alle Gewerke aus einer Hand anbietet und über einen großen Maschinenpark verfügt.
70.000 m³ Erde bewegt, über 3 km Kanäle gebaut
Im ersten Bauabschnitt entstanden auf 35.000 m² die neuen Parkflächen für Lkw. Rund um dieses Areal wurde ein hoher Lärmschutzwall aus lokal abgetragener Erde aufgebaut. Bei den entsprechenden Erd- und Dammbauarbeiten bewegte das Team von Schnorpfeil rund 70.000 m³
Erde. Teile des anstehenden Bodens waren stark durchsetzt von großen Findlingen und anderen, sehr unterschiedlichen Fremdbestandteilen. Nachdem sie entfernt waren, wurden die gemischtkörnigen Böden – teils toniger Schluff und Sand, teils sehr steinig – mit Bodenstabilisierern lagenweise homogenisiert und mit einem Kalk-Zement-Gemisch gezielt verbessert.
Parallel zu den Erdarbeiten verlegte das Kanalbau-Team von Schnorpfeil zur Entwässerung der neuen Parkflächen rund 3.300 m Kanäle mit Durchmessern von 300 bis 1.000 mm in bis zu 6 m Tiefe teils im Gleitschienenverbau. Darüber hinaus erneuerten sie die bestehende Entwässerung der Rastanlage. Beim Bau des dazugehörigen Regenrückhaltebeckens mit einem Fassungsvermögen von
825 m³ war besonders schweres Gerät gefordert: Um die über
40 t schweren Komponenten für das Drosselbauwerk mit integriertem Wirbelventil an ihren Platz zu bringen, kam ein Autokran mit einer Nenntragfähigkeit von 250 t
zum Einsatz.
Nachhaltige Parkflächen aus Beton
Anders als auf vielen Rastanlagen wurden am Hasselberg die neuen Lkw-Parkplätze und auch die Pkw-Parkflächen sowie Teile der Fahrbahnen im Bereich der Tankstelle aus Beton hergestellt. Beton ist für diese Flächen der richtige Baustoff, denn sie werden enorm belastet: thermisch durch warme Reifen und Motoren, mechanisch durch das hohe Gewicht der Lkw und chemisch durch Diesel und Hydrauliköle. Fahrbahnen und Parkflächen aus Asphalt halten diesem Mix an Lasten nicht lange stand und sind schnell wieder sanierungsbedürftig. Beton hingegen ist erheblich widerstandsfähiger und mit Abstand die langlebigere, wartungsärmere und damit nachhaltige Alternative.
Borde und Rinnen als mono-lithische Profile: Nachhaltig und schnell gebaut
Langlebige und damit nachhaltige Lösungen wurden auch beim Bau der Borde und Rinnen im Bereich der Tankstelle und der Parkflächen realisiert. Insgesamt entstanden über 5.000 m monolithische Borde und mehr als 3.000 m
an Rinnen. Diese kompakten Betonkörper können deutlich höhere Lasten aufnehmen als Borde, die aus einem Bordstein mit Rückenstütze bestehen. Alleine deshalb sind die monolithischen Bord-Rinnen-Anlagen geradezu ideal für Lkw-Parkplätze, denn die Fahrer sind auf der Suche nach einem Stellplatz nicht zimperlich. Zudem ist insbesondere der Einbau mit dem Gleitschalungsfertiger sehr schnell.
Bild 2: Der Boden wurde homogenisiert und mit Bodenstabilisierern lagenweise mit einem Kalk-Zement-Gemisch gezielt verbessert
Bei der Entscheidung für diese Bauweise, insbesondere im Bereich der Pkw-Stellpätze, flossen auch konkrete Erfahrungen aus vorigen Projekten ein. Die Fahrspuren im Bereich der Pkw-Parkplätze weisen relativ enge Kurvenradien auf. Daher fahren Lkw dort häufig über die Borde. Auf der benachbarten Ratsstätte Kassel Ost wurden deshalb vor einigen Jahren monolithische Borde eingebaut. Sie halten den Belastungen bisher stand und sind wegen der geringen Kosten für die Instandhaltung auf den Lebenszyklus gesehen sicher die wirtschaftlichste Bauweise.
Das „Merkblatt für Randeinfassungen und Entwässerungsrinnen“ (M RR) sowie das „Merkblatt für Planung, Konstruktion und Bau von Verkehrsflächen aus Beton, Teil 1 Kreisverkehre, Busverkehrsflächen und Rastanlagen“ (M VaB, Teil 1) beschreiben die Bauweisen und geben hilfreiche Tipps für die Umsetzung.
Stark im Beton- und Asphaltbau
Im Rahmen des gesamten Projekts wurden beim Bau der Fahrbahnen und Parkflächen die Stärken der Asphalt- und der Betonbauweise kombiniert. Asphalt und Beton sind zwei Baustoffe mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften. Im modernen Straßenbau werden sie aber nicht mehr als Kontrahenten verstanden. In diesem Projekt wurden ca. 24.000 t Asphalt und mehr als 7.300 m³ Beton verbaut. Dabei konnte jeder Baustoff seine Stärken ausspielen, sodass die Flächen langfristig genutzt werden können.
Bild 3: Die Abdeckungen der Einläufe wurden im Zuge der Gleitformarbeiten direkt in den frischen Beton eingesetzt. Weil die Profile keine Längsfugen haben, kann sich nirgends störender Bewuchs festsetzen. Dadurch sind diese Borde wartungsarm
Bild 4: Lkw-Stellplätze werden typischerweise gleich dreifach belastet: thermisch, mechanisch und chemisch. Beton hält diesen Belastungen besser stand als Asphalt und ist daher der nachhaltigere Baustoff für derartige Flächen
Weitere Informationen
Heinz Schnorpfeil Bau GmbH
D-56253 Treis-Karden
www.schnorpfeil.eu


