Straßenbau, Straßenerhaltung und Straßenentwurf
Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Oliver Krischer hat am Mittwoch Deutschlands wichtigste Infrastrukturmesse InfraTech in Essen eröffnet. Der Minister hob hervor, dass Investitionen in die öffentliche Infrastruktur von zentraler Bedeutung sind und bekräftigte das Ziel, innerhalb von zehn Jahren alle 400 sanierungsbedürften Straßenbrücken in NRW neu zu bauen oder zu sanieren. Partner der Infrastrukturmesse ist der Landesbetrieb Straßen.NRW.
Aus 15 Ländern kommen die fast 200 Aussteller, die in der Messe Essen drei Tage lang bis Donnerstag Lösungen für die wachsenden Anforderungen an die öffentliche Infrastruktur präsentieren. Das reicht von Kanalsystemen, die besser Starkregenereignisse bewältigen können, über neuartige Fahrbahnoberflächen, die sich weniger aufheizen, zu Bewässerungssystemen für Bäume in den Städten und neue Techniken zur Sanierung öffentlich Abwasser- und Versorgungssysteme. Dabei spielt die Digitalisierung eine große Rolle, um Sanierungen schneller und effektiver abzuwickeln.
Besonderes Augenmerk legt die Branche allerdings auf die Sanierung des Straßennetzes und von Brücken.
„Unsere Infrastruktur ist in die Jahre gekommen. Wir müssen die Fehler der Vergangenheit aufarbeiten und 400 Brücken im Land innerhalb von zehn Jahren neu bauen oder sanieren. Das sind 40 Brücken pro Jahr. Das ist ein riesiges Investitionsprogramm.“
Oliver Krischer, Verkehrsminister Nordrhein-Westfalens
Für kleinere Maßnahmen soll es verstärkt „funktionale Ausschreibungen“ geben, in denen Unternehmen selbst Lösungsvorschläge etwa für einen Brückenbau machen und das Bauwerk nicht detailliert vorgeschrieben wird.
Zugleich setzt sich der Minister gemeinsam mit der Technischen Direktorin von Straßen.NRW, Petra Beckefeld, für den stärkeren Einsatz modularen Bauens ein, um die Kosten zu senken und das Bauen zu beschleunigen.
„Nicht jede Brücke kann ein Einzelkunstwerk sein, wir brauchen mehr Standardisierung.“
Oliver Krischer, Verkehrsminister Nordrhein-Westfalens
Zugleich kritisierte der Verkehrsminister die aktuelle Genehmigungspraxis durch den Bund, der viele Verfahren verzögere. Krischer verstehe nicht, warum jedes Projekt einen grünen Vermerk aus dem Bundesverkehrsministerium brauche. Die Straße sei weiterhin zentral für den Waren- und Personenverkehr. Für ihn bleibt die Straße mit Abstand unsere wichtigste Verkehrsinfrastruktur.
Wie wichtig Deutschland für Unternehmen ist, die sich auf Dienstleistungen für die sanierungsbedürftige Infrastruktur spezialisiert haben, zeigt die Ausstellerliste der InfraTech. So sind in Essen fast 200 Unternehmen aus 15 Ländern zu Gast, neben Deutschland auch aus den USA, Italien, der Türkei, aus den Benelux-Ländern, Frankreich, Finnland, Dänemark, aus Österreich und Ungarn, aus Polen, Serbien und Montenegro.
„Es ist gut, das so viele qualifizierte Unternehmen aus Europa und den USA ihr Know-how anbieten, um bei steigenden Bau- und Rohstoffkosten sinnvoll in die Infrastruktur investieren zu können. Die InfraTech ist eine Plattform für Innovationen.“
Annemieke van Otter, Messechefin vom Messeveranstalter Rotterdam Ahoy
Auch Minister Krischer hält die Messe für wichtig, um neue Lösungen für die Infrastrukturaufgaben in der Praxis umzusetzen, und sei froh, dass wir diese Innovationsmesse in NRW haben.
Weitere Informationen
Rotterdam Ahoy
NL-3084 BA Rotterdam
www.infratech.de