Straßenbau, Straßenerhaltung und Straßenentwurf

Zügiger Baufortschritt der A 94 bei Pocking

Zwischen dem derzeitigen Ausbauende der A 94 bei Kirchham und der Verbindung zur A 3 bei Pocking beträgt die Länge der Neubaustrecke etwa 12,3 km. Am 9.7.2012 wurde das Planfeststellungsverfahren eingeleitet. Nach Einwendungen und Änderungen konnte der Planfeststellungsbeschluss am 19.7.2018 erfolgen. In den Jahren 2019 und 2020 erfolgte der Grunderwerb, die Ausführungsplanung und Bauvorbereitung, die Spartenverlegungen, Rodung und Seitenentnahmen sowie vorgezogene ökologische Ausgleichsmaßnahmen (CEF-Maßnahmen). Weiter war auch der Kampfmittelräumdienst vor Ort aktiv.

Nach einer Vorlaufphase konnte mit den ersten Bauarbeiten am 1.3.2021 begonnen werden. Im laufenden Jahr 2024 wird der Erdbau weiter vorangetrieben und in den ersten Bereichen beginnt der Deckenbau. Eine Inbetriebnahme des Abschnitts könnte 2027 erfolgen.

Das untergeordnete Straßennetz wird südwestlich von Pocking über die Anschlussstelle im Zuge der Kreisstraße PA 58 und östlich von Pocking über die Anschlussstelle B 12 / B 388 an die Autobahn angebunden. Am Planfeststellungsende bei Mittich ist für den nicht autobahnfähigen Verkehr nördlich der A 94 eine neue Kreisstraßenverbindung vorgesehen und zwar zwischen der Anschlussstelle B 12 / B 388 und der Überleitung der A 94 in die bestehende B 512.

Insgesamt elf Überführungsbauwerke und sieben Unterführungsbauwerke müssen im Zuge der Maßnahme erstellt werden. Die Gewässerkreuzung im Bereich des Ausbaches erhält zur Minimierung der Trennwirkung und zur Sicherstellung der ökologischen Austauschbeziehungen eine lichte Weite von 50 m.

In beiden Fahrtrichtungen werden unbewirtschaftete Rastanlagen mit etwa 20 Pkw- und 20 Lkw-Stellplätzen sowie einem WC-Gebäude errichtet. Die Autobahnmeisterei Passau erhält für die zusätzlichen Kilometer des Straßenbetriebsdiensts an der Anschlussstelle B 12 / B 388 einen Stützpunkt mit Salzladestation und eine Einstellhalle mit Sozialraum. Für die Ortschaften Haid, Spitzöd und Oberindling sind Lärmschutzmaßnahmen in Verwirklichung.

Für den Autobahnbau werden rund 1,9 Mio. m³ Schüttmaterial benötigt. Diese werden auf dem Gelände des ehemaligen Standortübungsplatzes Kirchham/Pocking auf einer sogenannten Seitenentnahmefläche gewonnen. Diese so gewonnenen Kiesmassen mussten teilweise zwischengelagert werden und erhielten vom Volksmund die Bezeichnung „Pyramiden von Pocking“.

Die eigentliche Abbaufläche wurde als vorgezogene Ausgleichsmaßnahme zur Sicherung der lokalen Populationen von Kiebitz, Feldlerche, Wachtel, Wiesenschafstelze und Rebhuhn umgestaltet. Insgesamt werden 59 ha als Ausgleichsflächen genutzt.

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Frank G. Buchhold
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