Straßenbau, Straßenerhaltung und Straßenentwurf

Der 11. DeuSAT in Köln wirft seine Schatten voraus

Am 19. und 20.2.2025 findet bereits zum elften Mal der Deutsche Straßenausstattertag (DeuSAT) statt. Straße und Autobahn sprach mit IVSt-Geschäftsführer Gregor Becker über die Vorbereitungen zur Fachveranstaltung und was die Teilnehmer erwarten dürfen.

Straße und Autobahn: Herr Becker, der DeuSAT findet im Februar 2025 bereits zum elften Mal statt. Was hat sich verändert, und welche Rolle spielt der DeuSAT heute für die Branche?
Gregor Becker: Der DeuSAT hat sich über die Jahre als eine zentrale Plattform für den Austausch in der Straßenausstattungsbranche etabliert. Ursprünglich war das Ziel, die unterschiedlichen Akteure wie Hersteller, Anwender und Behördenvertreter an einen Tisch zu bringen. Heute ist der DeuSAT viel mehr als nur ein Branchentreff: Er bietet eine Kombination aus Fachmesse und Kongress und ist auch international stärker vernetzt. Die Veranstaltung hat sich zu einem Schmelztiegel für Innovationen, Praxislösungen und Diskussionen über zukünftige Herausforderungen entwickelt. Verändert hat sich in diesem Jahr zudem der Veranstaltungsort: Wir werden nämlich wieder nach Köln zurückkehren, nachdem wir 2023 noch in Karlsruhe waren.

Straße und Autobahn: Die wirtschaftliche Lage und der Fachkräftemangel sind große Herausforderungen. Wie begegnen Sie diesen Themen auf dem DeuSAT?
Gregor Becker: Die schwierigen Rahmenbedingungen sind in der Branche allgegenwärtig. Uns ist es daher wichtig, auf dem DeuSAT 2025 aktuelle Themen praxisnah zu behandeln und vor allem Zuversicht zu verbreiten. Zum einen haben wir wieder unsere Arbeitskreise, in denen konkrete Lösungsansätze erarbeitet werden. Zum anderen bietet der DeuSAT auch Möglichkeiten, sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren und Kontakte zu qualifizierten Fachkräften zu knüpfen. Der persönliche Austausch ist gerade in diesen Zeiten essenziell.

Straße und Autobahn: Was erwartet die Kongressteilnehmer denn im übergreifenden Themenkomplex „Straßenausstattung Aktuell“?
Gregor Becker: Dieser Themenkomplex richtet sich an alle Teilnehmer des Kongresses und soll einen umfassenden Überblick über die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen im Bereich der Straßenausstattung geben. Prof. Gerd Riegelhuth von der Autobahn GmbH wird zeigen, wie Sicherheitsmaßnahmen auf Autobahnen optimiert werden können, um den Verkehrsfluss und die Unfallprävention weiter zu verbessern. Dr. Matthias Krist beleuchtet in seinem Vortrag einen vergaberechtlichen Perspektivwechsel, der durch die Losaufteilung mehr Effizienz und Geschwindigkeit bei Bauprojekten verspricht. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Zukunftsfähigkeit unserer Straßenausstattung, wozu BASt-Präsident Prof. Markus Oeser aktuelle Forschungsprojekte präsentieren wird.

Straße und Autobahn: Welche Hauptthemen erwarten die Teilnehmer in den diesjährigen Arbeitskreisen?
Gregor Becker: Neben dem übergeordneten Themenkomplex, der für alle Kongressteilnehmer gedacht ist, haben wir die vier Arbeitskreise der gleichnamigen Fachabteilungen unseres Verbandes, die sich auf Fahrbahnmarkierung, Verkehrszeichen, Verkehrssicherung und Rückhaltesysteme fokussieren. Der Arbeitskreis zur Fahrbahnmarkierung konzentriert sich auf die Herausforderungen in der Praxis, die oft schon mit einer unklaren Ausschreibung beginnen. Das Thema Markierungen ist in der Umsetzung enorm wichtig für die Verkehrssicherheit und häufig auch besonders komplex. Diskussionen über Probleme und Lösungen in der Ausschreibungs- und Umsetzungsphase sowie die Perspektiven der Auftraggeber und -nehmer werden hier im Vordergrund stehen. Ziel ist es, gemeinsam praxisnahe Lösungsansätze zu erarbeiten, die direkt anwendbar sind.

Straße und Autobahn: Der zweite Arbeitskreis dreht sich um die Verkehrssicherung und insbesondere um neue Regelwerke. Warum sind diese Themen so zentral?
Gregor Becker: Neue Regelwerke wie die RSA 21 bringen viele Änderungen mit sich, deren Umsetzung in der Praxis noch Herausforderungen birgt, insbesondere im innerstädtischen Bereich. Hier gibt es auch einen Erfahrungsbericht von Ralph Goerres, der aufzeigt, wie die RSA 21 in der täglichen Arbeit „gelebt“ wird. Thomas Muth gibt zudem einen Ausblick auf die kommenden Regelungen der ZTV SA und TLP SA. Dies sind entscheidende Punkte, da Regelwerke einen direkten Einfluss auf die Sicherheit und die praktische Arbeitsweise haben. Die Diskussion soll dabei helfen, die Regeln nicht nur zu verstehen, sondern sie auch effizient und korrekt umzusetzen.

Straße und Autobahn: Der dritte Arbeitskreis behandelt das Thema Verkehrszeichen aus einer sehr technischen Perspektive. Was erwartet die Teilnehmer hier?
Gregor Becker: Im dritten Arbeitskreis geht es darum, Verkehrszeichen im Detail zu verstehen – von der lichttechnischen Funktion gesehen. Dies umfasst auch die Frage der Alterung und wie diese die Sichtbarkeit beeinflusst. Jürgen Ewald und Gernot Sauter werden hier Einblicke in die Lichttechnik geben, während Jörg Ortlepp zeigt, wie die Art der Aufstellung von Verkehrszeichen zur Unfallprävention beitragen kann. Matthias Burger von der Autobahn GmbH stellt die neuen Richtlinien für die Ausstattung von Verkehrszeichen (RWBA) aus Sicht der Autobahn GmbH vor. Diese Vorschrift ist gerade eingeführt und wir wollen pointiert wichtige Punkte zur Anwendung geben.

Straße und Autobahn: Ein weiteres, sehr sicherheitsrelevantes Thema ist das der Rückhaltesysteme, das im vierten Arbeitskreis behandelt wird. Können Sie uns dazu mehr erzählen?
Gregor Becker: Rückhaltesysteme sind ein essenzieller Bestandteil der Straßenausstattung und können buchstäblich Leben retten. Dieser Arbeitskreis deckt Planung, Regelung und Absicherung dieser Systeme ab. Monika Schwill und Christoph Baumert zeigen auf, wie Rückhaltesysteme am Straßenrand als Lebensretter wirken können. Dr. Ralf Klöckner wird über die neue BauPVO sprechen, und Bernhard Buchmeier geht auf den Einfluss unterschiedlicher Böden auf die Effektivität dieser Systeme ein. Janine Kübler und Ilja Jungfeld von der BASt geben schließlich einen Ausblick auf die zukünftige Weiterentwicklung der Systeme.

Straße und Autobahn: Die Veranstaltung steht erneut unter der Schirmherrschaft des Bundesministers für Digitales und Verkehr. Welche Bedeutung hat das für den DeuSAT?
Gregor Becker: Die Schirmherrschaft zeigt, wie wichtig die Themen der Straßenausstattung und -sicherheit für die öffentliche Hand sind. Die Unterstützung des Bundesministers verleiht dem DeuSAT auch in der politischen Wahrnehmung eine größere Bedeutung und erleichtert den Zugang zu den Entscheidungsträgern. Wir freuen uns sehr, dass sich das Ministerium aktiv einbringt, und hoffen, dadurch noch mehr Impulse für die Entwicklung unserer Branche setzen zu können.

Straße und Autobahn: Die Teilnahme an der Veranstaltung ist sicherlich für Behördenvertreter sehr wichtig. Wird es für diese Gruppe Unterstützungen geben?
Gregor Becker: Ja, absolut. Die Teilnahme am DeuSAT wird von vielen Straßenbauverwaltungen des Bundes und der Länder als Fortbildung anerkannt, und sie fördern die Teilnahme, indem sie Dienstbefreiung und Reisekostenzuschüsse gewähren. Fortbildung ist ein wesentlicher Faktor, um auf dem aktuellen Stand zu bleiben und den Anforderungen der sich wandelnden Straßenausstattungsbranche gerecht zu werden. Die Unterstützung durch die Verwaltungen ist daher von großer Bedeutung.

Straße und Autobahn: Wird es auch wieder Schulungen geben, die dem Besucher angeboten werden?
Gregor Becker: Ja. Wir setzen wieder auf praxisnahe Schulungen, die aus den Arbeitskreisen heraus organisiert werden. Beispielsweise gibt es Schulungen zur lichttechnischen Messung von Verkehrszeichen oder zu Deckenkunde in der Fahrbahnmarkierung. Diese Schulungen bieten eine wertvolle Ergänzung, da sie direktes Wissen für die praktische Anwendung vermitteln und einen Raum für den vertieften Austausch schaffen.

Straße und Autobahn: Die Abendveranstaltung gehört zu den Highlights des DeuSAT. Was können die Teilnehmer in diesem Jahr erwarten?
Gregor Becker: Die Abendveranstaltung im Deutzer Brauhaus bietet eine entspannte Atmosphäre, um sich auch abseits des Kongresses auszutauschen. Hier haben die Teilnehmer die Gelegenheit, Gespräche informeller zu gestalten und neue Kontakte zu knüpfen. Gerade in unserer Branche sind solche persönlichen Begegnungen sehr wertvoll und fördern langfristige Kooperationen. Wir freuen uns darauf, viele bekannte und neue Gesichter in Köln begrüßen zu dürfen.

Straße und Autobahn: Abschließend, welche Vision haben Sie für die Zukunft des DeuSAT und der Straßenausstattungsbranche?
Gregor Becker: Unsere Vision ist, den DeuSAT mit Bedacht auf Bewährtes weiter auszubauen und als nationale Plattform für Straßenausstattung zu etablieren. Mit dem Wandel im Verkehrssektor – sei es durch Elektromobilität, Digitalisierung oder neue Sicherheitsanforderungen – stehen wir als Branche vor großen Aufgaben. Der DeuSAT wird dabei eine wichtige Rolle spielen, um Innovationen voranzutreiben und Lösungen für die Zukunft zu finden. Wir blicken optimistisch nach vorne und freuen uns auf eine erfolgreiche Veranstaltung 2025.

Weitere Informationen
Industrieverband Straßenausstattung e. V.
D-37441 Bad Sachsa
www.ivst.de