Straßenbau, Straßenerhaltung und Straßenentwurf
Heiße Tage, Tropennächte und Hitzeperioden werden durch den fortschreitenden Klimawandel auch für deutsche Städte zunehmend zur Herausforderung. Besonders vulnerable Gruppen wie ältere Menschen, Kinder und chronisch Kranke sind gefährdet. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Hitzevorsorge in Kommunen zunehmend an Bedeutung. Mit der neuen kostenfreien Publikation „Hitzeaktionspläne in der kommunalen Praxis“ gibt das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) Städten und Gemeinden anhand von Beispielen aus Deutschland und Frankreich praxisorientierte Handlungsempfehlungen für die Entwicklung wirkungsvoller Hitzeaktionspläne (HAP). Hitzeaktionspläne sollen die Basis für eine effektive Hitzevorsorge in Kommunen darstellen und Kommunen dabei helfen, Vorsorge und Akuthilfe zu koordinieren, ressortübergreifende Zusammenarbeit zu fördern und dabei gesundheitliche Auswirkungen von Hitzewellen abzumildern.
Die Veröffentlichung entstand im Rahmen des Forschungsprojekts „Plan°C“, das vom Bundesumweltministerium im Zusammenhang mit der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) gefördert wurde. In dem Verbundvorhaben wurde gemeinsam mit den Städten Düsseldorf und Karlsruhe erarbeitet, wie die Handlungsempfehlungen von Bund und Ländern zur Erstellung von Hitzeaktionsplänen in konkretes Verwaltungshandeln übertragen werden können. Dazu fanden zudem Workshops und Fachgespräche mit Dresden, Köln, Mannheim, Stuttgart und weiteren Städten statt, die beim Thema kommunale Hitzevorsorge als Vorreiterstädte gelten.
Die neue Publikation dokumentiert nicht nur deren Erfahrungen bei der Konzeption und Umsetzung von Hitzeaktionsplänen, sie beleuchtet auch den Umgang mit bestehenden Handlungsempfehlungen und Arbeitshilfen. Seit Projektbeginn 2021 haben immer mehr Städte eigene Hitzeaktionspläne entwickelt. Bei der Umsetzung der Maßnahmen stehe man in Deutschland jedoch noch am Anfang. Oft sei für die Hitzeaktionsplanung einer Großstadt nur eine Person vor Ort zuständig. Neben ausreichend personellen Ressourcen sei für Kommunen auch das Wissen aus Erfahrungsaustausch und Praxisbeispielen wertvoll. Dieses sei nun gebündelt in der neuen Publikation zu finden.
Weitere zentrale Elemente der Studie seien eine systematische qualitative Auswertung der bis Ende 2024 veröffentlichten Hitzeaktionspläne deutscher Kommunen sowie der Blick auf die Praxis im Nachbarland Frankreich, das bereits seit 20 Jahren über eine etablierte nationale Hitzeaktionsplanung verfüge. Die Erkenntnisse aus Frankreich zeigen bewährte Strategien, Warnsysteme und Maßnahmen im Umgang mit Hitzewellen, die auch zum Schutz der Bevölkerung in Deutschland beitragen können. Besonders hilfreich sei für Kommunen der „HAP-Kalender“, ein Jahresplaner zur Hitzeaktionsplanung, der zusammen mit der Publikation erstmals zur Verfügung steht. Der Planer wurde nach französischem Vorbild entworfen, orientiert sich jedoch an den Verwaltungsabläufen deutscher Kommunen und bietet Orientierung bei der zeitlichen Planung von Maßnahmen – von der Sensibilisierung der Bevölkerung über Fortbildungsangebote für Pflegekräfte bis hin zur Bewertung und Weiterentwicklung bestehender Hitzeschutzmaßnahmen.
Weitere Informationen
Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH
D-10969 Berlin
www.difu.de