Straßenbau, Straßenerhaltung und Straßenentwurf
Mit der Umgestaltung des Jungfernstiegs setzt die Freie und Hansestadt Hamburg ein starkes Zeichen für eine neue urbane Baukultur – und wird dafür mit dem Deutschen Ingenieurpreis Straße und Verkehr 2025 in der Kategorie „Baukultur“ ausgezeichnet.
Im Zentrum des Projekts steht die konsequente Neuausrichtung eines der bekanntesten Stadträume Hamburgs: Weg vom dominierenden motorisierten Individualverkehr, hin zu einem multifunktionalen, klimaresilienten Aufenthaltsraum. Die Planung und Umsetzung erfolgte durch die ARGUS Stadt und Verkehr Partnerschaft mbB im Auftrag des Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer.
Besonders hervorzuheben ist die klare Priorisierung emissionsfreier Mobilität. Fuß- und Radverkehr erhalten deutlich mehr Raum, während der Kfz-Verkehr gezielt reduziert wurde. Damit wird der Jungfernstieg nicht nur verkehrlich neu geordnet, sondern auch in seiner Funktion als urbaner Begegnungsraum gestärkt.
Ein weiterer zentraler Baustein ist die Barrierefreiheit: Durchgängige Leitsysteme und eine inklusive Gestaltung ermöglichen eine gleichberechtigte Nutzung für alle. Gleichzeitig wurde die Planung bewusst als kooperativer Prozess angelegt – unter intensiver Einbindung von Öffentlichkeit und Fachgremien. Dieses Vorgehen bewertet die Jury ausdrücklich als vorbildlich.
Auch ökologisch setzt das Projekt Maßstäbe. Ein innovatives Regenwassermanagement trägt zur Entlastung der Mischwasserkanalisation bei und unterstützt zugleich die Entwicklung der neu gepflanzten Baumreihe. Ergänzt wird dies durch vielfältige gestalterische Elemente, Möblierungszonen und Spielangebote, die die Aufenthaltsqualität deutlich erhöhen.
Der Jungfernstieg zeigt damit exemplarisch, wie Verkehrsinfrastruktur, Klimaanpassung und städtebauliche Qualität zusammen gedacht werden können – und liefert wichtige Impulse für die Gestaltung zukunftsfähiger Stadträume.
Weitere Informationen
BSVI - Bundesvereinigung der Straßenbau- und Verkehrsingenieure e. V.
D-80331 München
www.bsvi.de