Straßenbau, Straßenerhaltung und Straßenentwurf
Abschnitt Karstädt–Wittenberge
Am 29. Juni 2026 begann der Tag mit dem symbolischen Spatenstich für den Bauabschnitt Karstädt–Wittenberge im Verlauf der Bundesautobahn A 14 Wismar–Dresden. Beim vierstreifigen Neubau entstehen insgesamt 23 Ingenieurbauwerke. Hinzu kommen rund 2,9 km Lärmschutzwände, etwa 3,6 km Schutzeinrichtungen für Fledermäuse sowie mehr als 1 km Irritationsschutzwände zum Schutz der Tierwelt. Darüber hinaus wird in diesem Abschnitt die bewirtschaftete Rastanlage „Löcknitztal“ errichtet. Beim Baubeginn setzten Patrick Schnieder, Bundesminister für Verkehr, Dr. Michael Güntner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Autobahn GmbH, und Andreas Irngartinger, Technischer Geschäftsführer der DEGES GmbH, den ersten Spatenstich.
Der bei allen drei Festlichkeiten anwesende Bundesminister für Verkehr Patrick Schnieder freute sich über „zweimal endlich Baustelle, einmal endlich Freigabe“. Er verwies auf die Bedeutung von verlässlicher Verkehrsinfrastruktur als wichtige Grundlage für wirtschaftliche Entwicklung, Arbeitsplatze, Wachstum und Wohlstand. Zu sehen sei dies in der Nähe der Anschlussstellen, an denen sich schnell neue Unternehmen ansiedeln würden. Er betonte erneut die Bemühungen, die Planungs- und Genehmigungszeiten zu verkürzen und um Jahre schneller zu werden.
„Mit dem Baustart in Brandenburg beginnt die Realisierung eines für die Region wichtigen und lang erwarteten Infrastrukturvorhabens. Gemeinsam mit allen Projektbeteiligten werden wir den Abschnitt jetzt unter Berücksichtigung der vielfältigen technischen und naturschutzfachlichen Anforderungen umsetzen.“
Andreas Irngartinger, Technischer Geschäftsführer der DEGES
Elbebrücke Wittenberge
Die A 14 quert bei Wittenberge die Elbe und erhält dazu zwei neue Teilbauwerke. Eines davon ist kurz vor der Fertigstellung. Die derzeitige Bundesstraße B 189 verläuft im diesem Bereich parallel zur Autobahn. Die mit 1.110 m größte Ganzstahlbrücke der DDR und 1978 nach zwei Jahren Bauzeit für den Verkehr freigegebene Elbebrücke ist am Ende ihrer Nutzungsdauer angekommen und weist zahlreiche kritische Mängel auf. Daher wird von Ende 2026 bis voraussichtlich Ende 2029 der gesamte Verkehr über das erste Teilbauwerk der zukünftigen A 14 geführt. In diesem Zeitraum wird die noch bestehende Brücke zurückgebaut und ein Ersatzneubau errichtet. Wesentliche Merkmale des Bestandsbauwerks wie Lage, Pfeilerstandort und Straßenbreite bleiben erhalten. Pfeiler und Gründungen des Neubaus werden an den jetzigen Stellen als Bohrpfahlgründungen in Spundwandkästen gebaut. Die Länge der die Bundesländer Brandenburg und Sachsen-Anhalt verbindende Brücke bleibt gleich. Zusätzlich werden auf dem Überbau noch Geh- und Radwege eingerichtet.
„Das heutige Datum wird wohl in die Geschichtsbücher eingehen. […] Der Brückenneubau und die Verkehrsfreigabe der A 14 zwischen den Anschlussstellen Lüderitz und Stendal-Süd sind bedeutende Signale an die Menschen nicht nur in der Altmark. Beide Großprojekte sorgen für mehr Mobilität, bessere Anbindungen an das überregionale Straßennetz und damit für mehr Entwicklungsmöglichkeiten der Region. […] Leistungsfähige Verkehrsverbindungen sind Grundvoraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung und neue Unternehmensansiedlungen.“
Dr. Lydia Hüskens, Sachsen-Anhalts Ministerin für Infrastruktur und Digitales
„Mit der neuen Elbebrücke schaffen wir eine leistungsfähige und zukunftsfeste Verbindung zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Sie ist eine zentrale Achse für Pendlerinnen und Pendler, für die regionale Wirtschaft und für den Tourismus im Elbtal. Der Ersatzneubau macht die B 189 sicherer, leistungsfähiger und besser für den Radverkehr und ist damit ein wichtiges Signal für die Entwicklung der gesamten Prignitz und der Altmark.“
Robert Crumbach, Minister für Infrastruktur und Landesplanung in Brandenburg
Abschnitt Stendal-Süd–Lüderitz
Auf dem 6,8 km messenden Abschnitt der A 14 zwischen Stendal-Süd und Lüderitz führten bei brüllender Hitze zwei Tage vor der Verkehrsfreigabe noch die örtlichen Rettungskräfte ein Übungsszenario mit einem Massenanfall von Verletzten erfolgreich durch. Die rund 200 Beteiligten hatten hier eine günstige Möglichkeit, die neue Strecke kennenzulernen und die wichtigen Abläufe einzuüben. Am Sonntag – aufgrund der Hitze nur am Vormittag – bot sich weiter die Möglichkeit für jedermann, den neuen Autobahnabschnitt zu erwandern oder mit dem Fahrrad kennenzulernen. Die Autobahn GmbH bot zusätzlich ein abwechslungsreiches Programm. Auch für das leibliche Wohl wurde gesorgt.
Bild 2: Freigabe des Abschnitts Stendal-Süd bis Lüderitz (v. l. n. r.: Dennis Gruber, stellv. Landrat Börde; Sven Schulze, Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt; Patrick Schnieder, Bundesminister für Verkehr; Sachsen-Anhalts Ministerin für Infrastruktur und Digitales, Dr. Lydia Hüskens; Dr. Michael Güntner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Autobahn GmbH des Bundes; Andreas Trenkel, Direktor Niederlassung Ost der Autobahn GmbH des Bundes; Patrick Puhlmann, Landrat Landkreis Stendal)
Der freigegebene Abschnitt umfasst eine beidseitige Rastanlage „Buchholzer Rollberg“ mit beidseitig jeweils 35 Pkw-, 27 Lkw- und drei Busstellplätzen, welche Ende 2026 eröffnet werden soll. Es wurden insgesamt sechs Brückenbauwerke sowie vier Amphibiendurchlassbauwerke errichtet. Im Zuge des Neubaus wurde auch die B 188 zwischen den Ortslagen Insel und Döbbelin auf einer Länge von rund 2 km ausgebaut.
„Bei den 6,8 km zwischen Lüderitz und Stendal-Süd handelt es sich um den ersten Neubauabschnitt der Nordverlängerung der A 14, den die Autobahn GmbH des Bundes vom Spatenstich bis zur heutigen Verkehrsfreigabe in eigener Verantwortung umgesetzt hat. Der gleichzeitige Baubeginn in Brandenburg zeigt, wie zielgerichtet wir den Ausbau der A 14 voranbringen. Beide Projekte stehen für hohe technische Qualität, verlässliche Zusammenarbeit und spürbare Verbesserungen für die Menschen vor Ort.“
Dr. Michael Güntner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Autobahn GmbH des Bundes
Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt Sven Schulz erklärte für die Menschen in Altmark und Prignitz: „Wir brauchen das Auto.“ Nur so könnten die Menschen in der Region verbleiben und ihrer Arbeit nachgehen. Auch könnte durch die bessere Anbindung der Region der Tourismus zur weiteren Entwicklung beitragen.
„Bei unserem größten Bundesfernstraßenvorhaben in den östlichen Bundesländern haben wir die nächsten Meilensteine erreicht: Pünktlich vor Beginn der Sommerferien in Sachsen-Anhalt stehen den Verkehrsteilnehmern mit der heutigen Verkehrsfreigabe der A 14 insgesamt 36 durchgängige Autobahnkilometer zwischen Wolmirstedt und Stendal-Süd zur Verfügung. Gleichzeitig heißt es ab heute ‚Endlich Baustelle!‘ auch für die letzten 18 km des Neubaus der A 14 in Brandenburg. Rund 316 Mio. € investieren wir für den Abschnitt zwischen Wittenberge und Karstädt und schließen somit eine weitere Lücke in dem länderübergreifenden Verkehrsprojekt. Mit der durchgängigen A 14 schaffen wir künftig eine leistungsfähige und moderne Anbindung der Wirtschaftsstandorte Mitteldeutschlands.“
Patrick Schnieder, Bundesverkehrsminister
Alle Infrastrukturvorhaben werden von umfangreichen Renaturierungsmaßnahmen begleitet, welche sonst nicht durchgeführt werden könnten und somit ein deutliches Plus für Umwelt- und Naturschutz darstellen.
In den einzelnen Abschnitten der A 14 zeigt sich dann die gesamte deutsche Autobahngeschichte, beginnend mit regionalen Ideen zu einer Nur-Auto-Straße zwischen Halle und Leipzig in den 1920er-Jahren, dem Reichsautobahnbau der 1930er-Jahre (Freigaben zwischen Halle und Engelsdorf 1936) und weiteren Bauvorleistungen, dem ersten Weiterbau von Leipzig bis Nossen 1969–1971, dem Neubau Magdeburg–Halle 1996–2009, der Einbeziehung der früheren A 241 Wismar–Schwerin sowie dem jetzigen Neubau und der Vollendung im dritten Jahrtausend.
Die Anlässe sind sichtbare Zeichen für den Fortschritt beim Lückenschluss dieser überregional bedeutenden Autobahnverbindung zwischen Mitteldeutschland und den Ostseehäfen. Von der verbesserten Anbindung profitieren Regionen entlang der Strecke wie Prignitz und Altmark. Gleichzeitig werden andere Strecken und zahlreiche Ortsdurchfahrten verkehrlich entlastet. Mit diesem ereignisreichen Tag sind nun alle Abschnitte der A 14 in Bauvorbereitung, Bau oder schon unter Verkehr.
Bild 3: Erstbefahrer des neuen Abschnitts der A 14 zwischen Stendal-Süd und Lüderitz
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