Straßenbau, Straßenerhaltung und Straßenentwurf

Schleswig-Holstein investiert 2022 Rekord-Summe in das Landesstraßennetz

Allen Hemmnissen durch Kriegs- und Pandemiefolgen zum Trotz hat das Bundesland Schleswig-Holstein auch 2022 über 90 Mio. Euro in den Erhalt des rund 3.600 km umfassenden Landesstraßennetzes investiert.

„Mit genau 93 Mio. Euro Investitionsvolumen – davon allein 7,8 Mio. Euro für Radwege und 16 Mio. Euro für Brückensanierungen – halten wir damit auch in Krisenzeiten das hohe Niveau unseres vor fünf Jahren aufgelegten Landesstraßen-Sanierungsprogramms.“
Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen

Im vergangenen Jahr seien insgesamt 135 km Landesstraßen und 62 km Radwege auf Vordermann gebracht worden. Damit ist laut Madsen wieder mehr als ein Drittel des Netzes in einem Top-Zustand. Für das laufende Jahr peile der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) eine ebenso hohe Investitionsquote an. Auch, wenn die Rahmenbedingungen nicht zuletzt aufgrund des Fachkräftemangels zunehmend schwieriger werden.

Bild 2: In 2022 wurden in Schleswig-Holstein insgesamt 135 km Landesstraßen und 62 km Radwege saniert

Wie der Minister zusammen mit LBV.SH-Vizechef Frank Quirmbach und Geschäftsbereichsleiter Christoph Köster erläuterte, konnten bereits seit 2019 insgesamt über 542 km Landesstraßenfahrbahnen und gut 261 km Radwege saniert werden. Hinzu kamen punktuelle Erhaltungsmaßnahmen der Straßenmeistereien im ganzen Land mit einem Volumen von knapp 11 Mio. Euro.

Madsen und Köster erinnerten daran, dass die Landesregierung bereits 2018 ein mehrjähriges Landesstraßen-Entwicklungskonzept aufgelegt hatte. Damals hatte sich herausgestellt, dass die Schäden in der Grundsubstanz zahlreicher Landesstraßen deutlich weitreichender waren als zunächst angenommen. Entgegen der Erwartungen waren die Schäden an vielen Straßen nicht nur größer, sondern buchstäblich auch tiefgründiger. Das machte die Reparaturen langwieriger und teurer. Die Folge: Das damalige Erhaltungsprogramm für die Jahre 2019 bis 2022 konnte bei Weitem nicht im geplanten Umfang umgesetzt werden.

Vor diesem Hintergrund schreibt die Landesregierung die Landesstraßenstrategie in den kommenden Monaten fort. Sowohl Köster als auch der stellvertretende LBV.SH-Direktor Quirmbach betonten, dass das künftige Sanierungsprogramm sich an den Realitäten bei den Fachkräften orientieren muss. Denn neben den bekannten Materialengpässen und damit verbundenen Kostensteigerungen seit Kriegsbeginn fehlen dem LBV.SH und der gesamten Baubranche bspw. Ingenieure, Techniker und Planer.

Als größte Brocken des laufenden Sanierungsprogramms für 2023 nannte Köster unter anderem:

  • den Ersatzneubau der Schleibrücke Lindaunis im Kreis Schleswig-Flensburg
  • die Sanierung der L 57 zwischen Schönwalde und Lensahn mit Neubau eines Radwegs im Kreis Ostholstein
  • die Sanierung der Landesstraße L 21 zwischen Sterup und Schrepperie im Kreis Schleswig-Flensburg

Bild 3: Madsen (links) im Sommer beim Besuch der Baustelle auf der Schleibrücke Lindaunis

Als neue Vorhaben stehen 2023 auf der To-do-Liste des LBV.SH unter anderem die:

  • Sanierung der L 6 zwischen Galmsbüll und Emmelsbüll (Kreis Nordfriesland)
  • Sanierung der L 125 zwischen Bargstedt und Nortorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde)
  • Sanierung der L 245 zwischen Achtrup (Kreis Nordfriesland) und Nordmark
  • Sanierung der L 269 zwischen Sillerup (L12) und B 200 (Kreis Schleswig-Flensburg)
  • Sanierung der L 28 zwischen Esperstoft und Gammellund (Kreis Schleswig-Flensburg)

Verkehrsminister Madsen bekräftigte, dass das Erhaltungsprogramm mit Hochdruck fortgesetzt wird, denn für den eingeschlagenen Weg der nachhaltigen Sanierung gäbe es keine Alternative. Gerade die jüngsten Krisen hätten gezeigt, wie wichtig für die Daseinsvorsorge intakte Verbindungen vor Ort sind. Mit Blick auf den Klimawandel und die angestrebte Mobilitätswende betonte er, dass auch E-Autos und ÖPNV-Busse auf eine intakte Straßeninfrastruktur angewiesen sind.

Laut LBV-Erhaltungschef Köster wird die Landesstraßenstrategie unter Berücksichtigung der gewonnenen Erfahrungen fortgeschrieben, um die zukünftigen Programme noch zielgenauer ausrichten zu können. So habe der Landesbetrieb externe Gutachter mit der Bewertung des Erhaltungsbedarfs an Fahrbahnen, Radwegen und Brücken beauftragt. Auf dieser Basis werde die Landesstraßenstrategie fortgeschrieben und im Frühjahr von der Landesregierung beschlossen.

Weitere Einzelheiten zum Landesstraßenbauprogramm 2022 stehen online bereit.

Weitere Informationen
Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus
des Landes Schleswig-Holstein
D-24105 Kiel
www.schleswig-holstein.de