Straßenbetriebsdienst

Mobile Datenerfassung beschleunigt Pro­zesse und verbessert die Dokumentationsqualität des digitalen Unfallmanagements

Die Digitalisierung hält zunehmend Einzug in den Straßenbetriebsdienst. Während viele Arbeitsabläufe in den vergangenen Jahren bereits digital unterstützt wurden, bietet insbesondere die mobile Datenerfassung bei Verkehrsunfällen erhebliches Potenzial. Moderne Anwendungen ermöglichen es, Einsatzdaten unmittelbar vor Ort digital zu erfassen, zu dokumentieren und an die Verwaltung zu übermitteln. Das reduziert den Verwaltungsaufwand, verbessert die Datenqualität und beschleunigt die weitere Bearbeitung erheblich. Diese Erfahrungen stellte der Verfasser dieses Beitrags am 9. Juni dieses Jahres im Rahmen des Praxisforums „Digitales Straßenbetriebsmanagement“ des Kirschbaum Verlags vor.

Medienbrüche vermeiden
Die klassische Schadensdokumentation war bislang von zahlreichen Medienbrüchen geprägt. Nach Eingang einer Ereignismeldung erfolgten Absicherung und Dokumentation der Unfallstelle häufig mit Digitalkamera, handschriftlichen Notizen und papiergebundenen Formularen. Anschließend mussten Fotos übertragen, Formulare nachbearbeitet und Informationen manuell in weitere Systeme übernommen werden. Gerade unter Einsatzbedingungen führten Zeitdruck, unvollständige Angaben oder falsch zugeordnete Bilder regelmäßig zu Verzögerungen und zusätzlichem Abstimmungsbedarf. 

Digitale Erfassung direkt am Ereignisort
Mit der Einführung mobiler Datenerfassungssysteme verändert sich dieser Ablauf grundlegend. Einsatzkräfte dokumentieren Schadensereignisse heute unmittelbar am Unfallort mithilfe von Tablets oder Smartphones. Fotos werden direkt dem jeweiligen Vorgang zugeordnet, Positionsdaten automatisch per GPS erfasst und sämtliche Informationen in einer digitalen Einsatzmaske strukturiert hinterlegt. Bereits während des laufenden Einsatzes stehen die Daten den Mitarbeitern im Büro zur Verfügung und können ohne weitere Medienbrüche weiterverarbeitet werden.
Neben der eigentlichen Schadensaufnahme umfasst das System u. a. die digitale Fotodokumentation, standardisierte Schadenskategorien, automatische Berichtserstellung sowie digitale Unterschriften. Dadurch wird nicht nur der Dokumentationsaufwand reduziert, sondern gleichzeitig eine einheitliche und nachvollziehbare Datengrundlage geschaffen. 

Mehr Effizienz im Betriebsdienst
Die praktischen Erfahrungen zeigen deutliche Vorteile im täglichen Betriebsablauf. Durch die unmittelbare Erfassung aller Informationen entfallen zahlreiche nachgelagerte Arbeitsschritte. Rückfragen werden reduziert, Informationen stehen schneller zur Verfügung und die Bearbeitung von Schadensfällen kann zeitnah erfolgen.

Zu den wesentlichen Vorteilen zählen insbesondere:

  • schnellere Einsatz- und Schadensdokumentation,
  • geringerer Verwaltungsaufwand,
  • direkte Zuordnung von Bildern und Einsatzdaten,
  • höhere Datenqualität und bessere Nachvollziehbarkeit,
  • schnellere Schadensabrechnung sowie
  • effizientere Zusammenarbeit zwischen Außendienst und Verwaltung. 

Gerade bei jährlich mehreren Hundert Ereignissen summieren sich diese Zeitgewinne zu einer spürbaren Entlastung der Mitarbeiter.

Bild 2: Durch eine konsequente Digitalisierung des Unfallmanagements können Einsatzabläufe effizienter gestaltet, Verwaltungsprozesse beschleunigt und die Qualität der Dokumentation nachhaltig verbessert werden

Digitalisierung braucht Akzeptanz
Trotz der positiven Erfahrungen ist die Einführung digitaler Systeme kein Selbstläufer. Neben den Investitionen in Hard- und Software spielen Schulung, Datenschutz, Netzverfügbarkeit sowie die Akzeptanz der Mitarbeiter eine entscheidende Rolle. Erst wenn digitale Anwendungen intuitiv nutzbar sind und den Arbeitsalltag tatsächlich erleichtern, können sie ihr volles Potenzial entfalten. Die Erfahrungen der autobahnplus Services GmbH zeigen jedoch, dass sich der Aufwand lohnt. Die Digitalisierung verbessert nicht nur die Qualität der Dokumentation, sondern schafft auch schnellere Entscheidungswege und effizientere Verwaltungsprozesse.

Digitalisierung als Baustein eines modernen Straßenbetriebsdienstes
Der Vortrag machte deutlich, dass mobile Datenerfassung weit mehr ist als der Ersatz papiergebundener Formulare. Sie bildet einen wichtigen Baustein für einen modernen, leistungsfähigen Straßenbetriebsdienst. Insbesondere vor dem Hintergrund steigender Anforderungen an Dokumentation, Transparenz und Wirtschaftlichkeit gewinnen digitale Prozesse zunehmend an Bedeutung.
Die konsequente Digitalisierung des Unfallmanagements trägt dazu bei, Einsatzabläufe effizienter zu gestalten, Verwaltungsprozesse zu beschleunigen und die Qualität der Dokumentation nachhaltig zu verbessern. Damit entwickelt sich die mobile Datenerfassung zu einem wichtigen Instrument für die Zukunft des Straßenbetriebsdienstes.

Verfasser
Andy Witzel
Stellvertretender Betriebsdienstleiter
a.witzel@aplus-services.de

autobahnplus Services GmbH
D-86453 Dasing
www.autobahnplus.de