Straßenentwässerung
In der modernen Bau- und Tiefbaubranche spielt die präzise Erkundung des Untergrunds eine immer wichtigere Rolle. Innovative Technologien wie das Bodenradar ermöglichen es, Versorgungsleitungen, Wurzeln, Hohlräume oder Altlasten zu lokalisieren, ohne invasive Eingriffe vorzunehmen. STA sprach mit den Experten Torben Kunz und Christopher Ahnert der Volkmann Strassen- und Verkehrstechnik GmbH, um mehr über die Einsatzmöglichkeiten, Funktionsweise und Vorteile des Bodenradars zu erfahren.
Herr Kunz, Herr Ahnert, vielen Dank, dass Sie sich Zeit für unser Gespräch nehmen. Können Sie uns zunächst erklären, was genau man mit Ihrem Bodenradar erfassen kann?
Torben Kunz: Sehr gerne! Mit unserem Bodenradar können wir eine Vielzahl von Strukturen im Untergrund erfassen. Dazu zählen bspw. Versorgungsleitungen, Wurzeln, Altlasten und auch Hohlräume.
Herr Ahnert, wie funktioniert das Bodenradar und wie wird gemessen?
Christopher Ahnert: Die Messung erfolgt mithilfe einer GPR-Antenne, die elektromagnetische Impulse aussendet und empfängt. Diese Impulse treffen auf Objekte im Untergrund, erzeugen einen elektrischen Rückstrahlwert und werden in einem sogenannten Radargramm dargestellt. So können wir die Länge, Tiefe, den Durchmesser und die Art des Objekts bestimmen. Zusätzlich lassen sich auch einzelne Bodenschichten sichtbar machen.
Das klingt nach einer vielseitigen Technologie! Wo kann das Bodenradar eingesetzt werden?
Torben Kunz: Das Bodenradar kann auf nahezu allen Untergründen eingesetzt werden – egal ob Pflasterflächen, Asphalt oder unbefestigte Böden. Es ist besonders nützlich bei Projekten, welche nachträgliche Tiefbauarbeiten erfordern.
Welche Vorteile bietet das Bodenradar im Vergleich zu herkömmlichen Methoden wie Handschachtung oder Saugbagger?
Christopher Ahnert: Der entscheidende Vorteil ist, dass unser Bodenradar non-invasiv arbeitet. Dadurch sparen wir Zeit, Kosten und Ressourcen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden müssen keine großen Eingriffe in den Untergrund vorgenommen werden.
Wie tief können Sie mit dem Bodenradar scannen?
Torben Kunz: Die maximale Scantiefe hängt von den Bodenverhältnissen ab. Versorgungsleitungen können wir im optimalen Fall bis zu 3 m tief orten. Bei Starkwurzeln ist unter trockenen Bedingungen sogar eine Erfassung bis zu 5 m möglich.
Gibt es besondere Anforderungen an die Bodenbeschaffenheit?
Christopher Ahnert: Ja, trockene Untergründe und Boden mit geringem Lehmanteil sind optimal für unsere Scanarbeiten. Viele Fremdobjekte im Boden können die Messungen ebenfalls beeinflussen.
Wie erfolgt die Analyse der erhobenen Daten?*
Torben Kunz: Die Datenanalyse erfolgt zunächst mithilfe spezieller Software. Die erhobenen Daten gleichen wir mit den Bestandsplänen unserer Kunden ab und ergänzen diese.
Christopher Ahnert: Genau, dabei können wir auch die Materialien der einzelnen Leitungen anhand ihres dielektrischen Werts bestimmen.
Gibt es etwas, das Ihre Kunden im Vorfeld beachten sollten, um die Analyse zu optimieren?
Torben Kunz: Auf jeden Fall! Für eine möglichst präzise Auswertung benötigen wir im Vorfeld alle verfügbaren Pläne. Je mehr Informationen vorhanden sind, desto besser.
Christopher Ahnert: Unsere Ergebnisse stellen wir dann je nach Kundenwunsch im DWG/DXFFormat, KML-Format oder durch Anzeichnung vor Ort bereit.
Herr Kunz, Herr Ahnert, vielen Dank für die spannenden Einblicke in Ihre Arbeit und die Möglichkeiten des Bodenradars!
Weitere Informationen
Volkmann Strassen- und Verkehrstechnik GmbH
D-56410 Montabaur
www.geo-bodenradar.de