Straßenentwässerung

GaLaBau 2026 zeigt, wie die Stadt zum Wasserspeicher wird

Regenwassermanagement und blau-grüne Infrastruktur rücken stärker in den Fokus der kommunalen Planung
Starkregen auf der einen, Hitze und Trockenheit auf der anderen Seite: Städte und Gemeinden stehen zunehmend vor der Aufgabe, Niederschlagswasser nicht mehr möglichst schnell abzuleiten, sondern vor Ort zurückzuhalten, zu speichern, zu versickern und für die Vegetation verfügbar zu machen. Damit verändert sich auch die Planung von Straßen und öffentlichen Räumen.

Wie groß die Bedeutung dieses Themas inzwischen ist, zeigt die GaLaBau 2026. Vom 15. bis 18. September trifft sich die Branche in Nürnberg. Unter dem Leitthema „Klimafit in die Zukunft“ spielen Klimaanpassung und insbesondere die Verbindung von grüner und blauer Infrastruktur eine zentrale Rolle.

Regenwasser wird zur Ressource
Lange Zeit war das Prinzip der Stadtentwässerung vergleichsweise einfach: Niederschlagswasser sollte möglichst zuverlässig und schnell von befestigten Flächen abgeführt werden. Angesichts häufiger Starkregenereignisse, längerer Trockenperioden und zunehmender Hitze gerät dieses Prinzip jedoch an seine Grenzen.

Gefragt sind zunehmend dezentrale Lösungen. Retentionsflächen, Mulden und Rigolen, wasserspeichernde Bodenaufbauten, versickerungsfähige Flächen sowie Baumstandorte mit zusätzlichem Speicherraum sollen dazu beitragen, Niederschlagswasser dort zu halten, wo es anfällt.

Das Prinzip der Schwammstadt verbindet damit mehrere Aufgaben: Starkregenvorsorge, Entlastung der Kanalisation, Grundwasserneubildung, Versorgung des Stadtgrüns und Kühlung des urbanen Raums.

Straße und Freiraum müssen gemeinsam gedacht werden
Für Verkehrs- und Straßenplaner ist diese Entwicklung besonders relevant. Straßen, Gehwege, Parkplätze und Plätze machen einen erheblichen Teil der versiegelten Flächen aus. Gleichzeitig bieten gerade Straßenräume Potenzial, Niederschlagswasser dezentral zu bewirtschaften.

Damit rücken klassische Grenzen zwischen Straßenplanung, Entwässerungsplanung und Landschaftsarchitektur zunehmend in den Hintergrund. Eine Baumrigole bspw. ist nicht allein ein Element der Begrünung. Sie ist gleichzeitig Bestandteil der Regenwasserbewirtschaftung und muss mit Verkehrsflächen, Leitungen, Untergrund und Unterhaltung abgestimmt werden.

Das erfordert eine frühzeitige Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachdisziplinen.

Lösungen für die Schwammstadt
Diese Entwicklung spiegelt sich auf der GaLaBau 2026 deutlich wider. Das Messeangebot umfasst ausdrücklich Baustoffe und Bauteile für Be- und Entwässerung sowie Wassertechnik und Hochwasserschutz. Einen besonderen Schwerpunkt bildet zudem die blau-grüne Infrastruktur.

Im Fachprogramm geht es u. a. um Wassermanagement und den Bau von Versickerungsanlagen. Diskutiert wird auch, wie aktives Regenwassermanagement Starkregenvorsorge, Begrünung und Kühlung miteinander verbinden kann.

Damit wird die GaLaBau auch für kommunale Planer, Straßenbauverwaltungen und Ingenieurbüros interessant. Denn die Frage, wie Niederschlagswasser künftig im Straßenraum behandelt wird, entwickelt sich zunehmend von einem Spezialthema der Entwässerung zu einer zentralen Aufgabe klimaangepasster Infrastrukturplanung.

Vom Entwässern zum Wassermanagement
Die entscheidende Veränderung liegt dabei möglicherweise bereits im Begriff: Statt ausschließlich über Entwässerung zu sprechen, geht es zunehmend um Wassermanagement.

Regenwasser soll nicht nur beseitigt werden. Es soll dort, wo es technisch und wasserwirtschaftlich sinnvoll ist, zurückgehalten und genutzt werden.

Für Kommunen bedeutet das, Straßenraum, Grünflächen und Entwässerung stärker als Gesamtsystem zu planen. Die GaLaBau 2026 zeigt, wie viele technische und planerische Lösungen dafür inzwischen verfügbar sind – und wie eng Straßenbau und grüne Infrastruktur künftig miteinander verbunden sein werden.

Peter Strohbach