Turbobaustelle
Auf der A 2 wurde im April zwischen Hämelerwald und Peine die Fahrbahn in einer „Turbobaustelle“ erneuert. Innerhalb von 92 Stunden wurde die Oberfläche abgefräst und neu asphaltiert.
Der Zeitplan der Baustelle zwischen Hämelerwald und Peine war gut ausgearbeitet: Am Freitag um 20 Uhr wurde die A 2 ab dem Kreuz Hannover-Ost Richtung Berlin für den Verkehr gesperrt. Von da an rollten zahlreiche schwere Maschinen vom Parkplatz Röhrse auf die Fahrbahn, um den gut 3 km langen Abschnitt zu sanieren. Rund um die Uhr wurde auf der Turbobaustelle gearbeitet: Zu Beginn wurde die 10 Jahre alte Deckschicht und ca. 30 Jahre alte Binderschicht abgefräst und das Fräsgut von rund 120 Lkw abtransportiert. Anschließend wurde die Fahrbahn gereinigt. Sonntag folgte der Einbau der ersten Deckschicht – auf der Hälfte der Strecke wurde sogenannter Splittmastixasphalt (SMA) verwendet. Am Montag folgte dann der Einbau des Offenporigen Asphalts (OPA). Hier kam es tatsächlich zum ersten Mal zu leichten Verzögerungen im ausgetüftelten Zeitplan, da ein Fertiger einen Defekt hatte. Da bei einer solchen Baustelle nichts schief gehen darf, steht jedes benötigte Gerät als Reserve bereit – und so konnte schnell für Ersatz gesorgt und der OPA störungsfrei eingebaut werden. Zum Abschluss folgte das Auftragen der Markierung auf der neuen Fahrbahn. Die Sperrung der A 2 nutzte die zuständige Autobahnmeisterei parallel, um außerhalb des Baufelds Kontrollen und kleinere Sanierungen vorzunehmen.
Dank einer logistischen Meisterleitung aller Beteiligten, wenig Regen und kühlen Nächten konnte die A 2 wie geplant am Dienstag um 16 Uhr freigegeben werden. Insgesamt waren rund 220 Personen auf der Turbobaustelle im Einsatz. Es wurden ca. 11.900 t Fräsgut abgefahren und ungefähr die gleiche Menge Asphaltmischgut wieder eingebaut.
Die Vorteile einer solchen Baustelle unter Vollsperrung sind zahlreich: die hohe Qualität der Fahrbahndecke, die ohne Naht gefertigt werden kann, die geringeren Kosten durch den Verzicht auf aufwändige Verkehrseinrichtung und die hohe Arbeitssicherheit für die Personen auf der Baustelle. In den nächsten zwei Jahren wird es auf der A 2 zwischen Hannover und Braunschweig allerdings keine Turbobaustellen geben, da die anstehenden Erhaltungsmaßnahmen sich nicht für eine Durchführung in 92 Stunden eignen. Sobald die Randbedingungen es zulassen, wird die bewährte Methode der Schnellbaustelle zur Fahrbahnerneuerung aber auch in Zukunft wieder zum Einsatz kommen.
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