Verkehrsmanagement

Automatisierte Wechselverkehrsführung befindet sich in der Erprobung

Erstmalig in Nordbayern wird an der A 93 eine neue Methode der automatisierten Wechselverkehrsführung erprobt. Im Rahmen des Pilotprojekts stehen den Verkehrsteilnehmern hierbei je zwei oder ein Fahrstreifen pro Fahrtrichtung, abhängig vom Verkehrsaufkommen, zur Verfügung.

Aufgrund beengter Platzverhältnisse in Baustellenbereichen ist es nicht immer möglich, alle Fahrstreifen aufrechtzuerhalten. So ist es auch auf der A 93 bei Perschen. Damit der Verkehr zu Stoßzeiten dennoch reibungslos laufen kann, werden wechselweise zwei Fahrstreifen in der Fahrtrichtung mit dem größeren Verkehrsaufkommen freigegeben, in der Gegenrichtung steht dann weiterhin ein Fahrstreifen zur Verfügung.

Normalerweise erfolgte der Umbau der Wechselspur durch Personal vor Ort. Nachdem bereits an der A 66 bei Wiesbaden eine automatisierte Wechselverkehrsführung eingesetzt wurde, testet nun die Niederlassung Nordbayern ein weiteres System der Automatisierung. Erstmalig werden dabei vor Ort Verkehrszahlen und Geschwindigkeiten minütlich erfasst und zur Einstellung der Wechselspur verwendet. In Zusammenarbeit mit der Zeppelin Rental GmbH, dem mit der Verkehrssicherung beauftragten Unternehmen, wurde ein Algorithmus erarbeitet, der diese Verkehrsdaten verarbeitet und entscheidet, für welche Fahrtrichtung die Wechselspur freigegeben wird. Dieser Algorithmus ermöglicht, dass die Anlage in Verwaltungshilfe durch das Unternehmen gesteuert werden kann.

Zur Umstellung der Wechselspur wird eine Reihe verschiedener telematischer Systeme intelligent miteinander vernetzt. Zuerst wird der herannahende Verkehr mithilfe von Geschwindigkeitsbeschränkungen abgebremst. Anschließend wird die linke Fahrspur gesperrt und der Verkehr mithilfe von Anzeigetafeln am Fahrbahnrand und Überkopfbeschilderung auf einen Fahrstreifen geleitet.

Die variabel nutzbare, mittlere Fahrspur wird so vom Verkehr freigehalten und zusätzlich mit einer Schranke abgesperrt. Im Anschluss kommt eine 35 m lange und tonnenschwere Weiche zum Einsatz, die vollautomatisch über integrierte Fahrwerke angehoben und mittels Rollen quer über die Fahrbahn bewegt wird. Damit die Konstruktion stabil bleibt und einer möglichen Kollision standhält, rastet das bewegliche Element in der Endposition an einem Bolzen ein. In der Gegenrichtung wird die Fahrstreifenbegrenzung anschließend aufgehoben und der Verkehr kann die mittlere Fahrspur befahren.

Nach einer kurzen Testphase mit Personal vor Ort läuft die Wechselverkehrsführung nun vollautomatisch. Täglich wird die Verkehrsführung mindestens zweimal gewechselt, um zu den Stoßzeiten zwei Fahrspuren in die gewünschte Fahrtrichtung zu erhalten. Engmaschig, mind. alle 250 m, sind Wärmebildkameras installiert, die das Verkehrsaufkommen datenschutzkonform überwachen.

Die Fertigstellung der Baumaßnahme ist für Ende 2022 vorgesehen.

Weitere Informationen
Die Autobahn GmbH des Bundes
Niederlassung Nordbayern
D-90402 Nürnberg
www.autobahn.de/nordbayern