Verkehrsmanagement

Lkw-Parkflächen besser nutzen dank Telematik-Parksystem

Vorhandene Lkw-Parkflächen bestmöglich nutzen – dabei helfen Telematik-Parksysteme. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hat am 10. Juni 2025 das neu installierte telematische Parkverfahren auf der Rastanlage Hunsrück West für den Verkehr freigegeben. Der Bund investierte ca. 900.000 € in das neue Parksystem. Die Verkehrsfreigabe war zugleich der bundesweite Startschuss für die verstärkte Umsetzung weiterer telematischer Parkverfahren auf den Rastanlagen des Bundes. Bis 2030 sollen von der Autobahn GmbH des Bundes bis zu 50 weitere Anlagen in ähnlicher Weise ausgestattet werden. Hierfür wird derzeit ein Kompetenzzentrum für telematisches Parken eingerichtet. Ein spezialisiertes Team soll künftig die Umsetzung der telematische Parkverfahren bündeln und intensiv vorantreiben.

„Die Logistik ist einer der größten Wirtschaftsbereiche in Deutschland. Sie ist Grundlage für Wachstum, Wohlstand und Arbeitsplätze. Täglich sind Tausende Lkw-Fahrer auf Deutschlands Straßen im Einsatz und leisten eine unverzichtbare Arbeit. Für ihre Ruhepausen brauchen sie gut ausgebaute und gut erreichbare Lkw-Parkmöglichkeiten. Hierbei ist das telematische Parkverfahren ein wichtiger Baustein, der es ermöglicht, bereits vorhandenen Lkw-Parkraum effizienter zu nutzen.“
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder

„Um das Angebot an Lkw-Stellplätzen zu erweitern, setzen wir auf intelligente Lösungen. Wir schaffen mit dem telematische Parkverfahren eine schnelle digitale Lösung, die Lkw mithilfe von dynamischen Anzeigen optimal einreiht. Das ermöglicht eine effizientere Nutzung der bereits vorhandenen Stellfläche und vergrößert die Kapazitäten für die unverzichtbaren Ruhepausen der Fahrerinnen und Fahrer.“
Dirk Brandenburger, technischer Geschäftsführer der Autobahn GmbH

Mithilfe des telematisch gesteuerten Parksystems auf der Rastanlage Hunsrück West kann die Zahl der Lkw-Stellplätze auf der heute zur Verfügung stehenden Fläche von gut 7.500 m2 von derzeit 50 auf insgesamt 78 erhöht werden. Die darüber hinaus vorhandenen 10 Lkw-Stellplätze außerhalb des Bereichs für das Kolonnenparken bleiben erhalten, sodass insgesamt 88 Lkw-Stellplätze auf der Rastanlage zur Verfügung stehen.

Hintergrund:
Derzeit stehen ca. 82.500 Lkw-Parkmöglichkeiten im Bereich der Bundesautobahnen zur Verfügung. Diese verteilen sich auf ca. 1.900 Rastanlagen sowie auf etwa 260 private Autohöfe in der Nähe der Autobahnen. Laut der Zählung der Autobahn GmbH aus dem Jahr 2023, die durch die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) ausgewertet und 2024 veröffentlicht wurde, fehlten allein zum Zeitpunkt der Zählung ca. 20.000 Lkw-Parkmöglichkeiten.

Mithilfe von telematischen Parkverfahren kann die vorhandene Lkw-Parkfläche auf Rastanlagen durch komprimiertes Parken unter bestimmten Bedingungen um bis zu 50 % erhöht werden. Das ist insbesondere dort von besonderem Nutzen, wo Randbedingungen einen klassischen Ausbau verhindern, aber dennoch ein besonders hoher Parkdruck besteht. Das Verfahren stellt die einzige Möglichkeit dar, Lkw-Parkstände in nennenswerter Anzahl in kurzer Zeit und ohne aufwendige Baurechtsschaffung realisieren zu können. Die große Anzahl dringend benötigter Lkw-Parkstände kann zeitnah nur durch die effiziente Ausnutzung der vorhandenen eigenen Flächen auf den Rastanlagen mittels telematischen Parkverfahren realisiert werden.

Bild 2: Dirk Brandenburger, Geschäftsführer Technik der Autobahn GmbH, und Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder bei der Inbetriebnahme des Telematik-Parksystems auf der Rastanlage Hunsrück West (Quelle: Maurice Kaluscha/Autobahn GmbH)

Weitere Informationen
Die Autobahn GmbH des Bundes
D-10557 Berlin
www.autobahn.de