Verkehrssicherheit
Vor 30 Jahren wurde der Buß- und Bettag als bundesweiter gesetzlicher Feiertag abgeschafft. Die ursprüngliche Intention – Entschleunigen, Innehalten und in Ruhe nachdenken – ist aber, gerade im Straßenverkehr, aktueller denn je.
Einmal im Jahr kommen Straßenwärter, Angehörige und Hinterbliebene an der Autobahnkapelle bei Gescher zusammen, um der im Betriebsdienst tödlich verunglückten Kollegen zu gedenken. Dort gibt es seit 1999 eine Gedenkstätte, die auch in diesem Jahr wieder von Angehörigen mit Blumen und Kerzen geschmückt war. Rund 250 Menschen nahmen an der Gedenkstunde teil, welche gemeinsam von den Niederlassungen der Autobahn GmbH des Bundes Westfalen und Rheinland sowie Straßen.NRW gestaltet wurde. Ein fester Bestandteil der Gedenkkultur im Straßenbetriebsdienst.
Es sprachen zu den Versammelten Dr. Michael Günter (Geschäftsführer der Autobahn GmbH des Bundes), Viktor Haase (Staatssekretär im NRW-Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr), Dr. Petra Beckefeld (Direktorin des Landesbetriebs Straßenbau Nordrhein-Westfalen), Elfriede Sauerwein-Braksiek (Direktorin der Niederlassung Westfalen der Autobahn GmbH des Bundes) und Frank Bonnes von der Autobahnmeisterei Rheinberg (Gesamtbetriebsratsvorsitzender).
Neben dem stillen Gedenken am Mahnmal als zentralem Ort der Trauer wird aber auch auf die Gefahren des Straßenunterhaltungsdiensts aufmerksam gemacht. Elfriede Sauerwein-Braksiek betonte, dass bereits ein einziger Moment der Unachtsamkeit– wie im September dieses Jahres geschehen – ein Menschleben kosten könne.
Neben physischen Verletzungen müsse laut Dr. Petra Beckefeld auch die psychische Belastung nach einem Unfall ernst genommen werden und bedürfe der professionellen Aufarbeitung. Der Landesbetrieb arbeite fortlaufend daran, das Unfallrisiko so gering wie möglich zu halten. Die Zahl der Unfälle sei in den letzten Jahren zurückgegangen. Doch das Risiko für die Beschäftigten bleibe hoch. Das Risiko, im Straßenbetriebsdienst Opfer eines Unfalls zu werden, ist 13-mal höher als in Berufen der gewerblichen Wirtschaft.
Allein im Bereich der Autobahnen in Westfalen und im Rheinland gab es seit einem Jahr rund 45 fremdverschuldete Unfälle mit Straßenwärtern. An der A 2 bei Gütersloh kam erst im September ein Arbeiter bei der Montage von Schutzplanken ums Leben. Insgesamt wurden zehn Straßenwärter verletzt.
Die Autobahn GmbH warnt Autofahrer u. a. davor, während der Fahrt auf dem Handy zu tippen oder ohne Freisprecheinrichtung zu telefonieren. So würden sie sich und andere gefährden. Mehr Achtsamkeit könne viele Unfälle verhindern. Gerade im Bereich von Baustellen.
Andererseits sollen neue Techniken als Präventionsmaßnahmen die Mitarbeiter der Autobahn- sowie der Straßenmeistereien schützen. Neben der ständigen Aus- und Weiterbildung im Bereich der Arbeitssicherheit ist auch der technische Fortschritt von großer Bedeutung. Dazu zählen u. a. digitale Warnsysteme. Sie sollen über die Bordsysteme von Pkw, Lkw und Bussen Alarm schlagen, wenn sie sich zu schnell Straßenbaustellen nähern.
Im nächsten Jahr wird der Risiko-Parcours für Straßenbetriebsdienstmitarbeiter unter dem Namen Risikodrom für drei Jahre neu aufgesetzt und um virtuelle Trainingseinheiten angereichert, um für die Gefahren im Straßenbetriebsdienst spürbar, aber risikofrei zu sensibilisieren.
Dr. Petra Beckefeld unterstrich die Bedeutung der fortlaufenden Sicherheitsmaßnahmen: Jeder Unfall bleibe ein Unfall zu viel. Daher arbeite man mit Hochdruck daran, die Arbeitsbedingungen durch technologische Innovationen und gezielte Präventionsmaßnahmen kontinuierlich zu verbessern.
Zum Abschluss der Gedenkveranstaltung legten die Redner gemeinsam Kränze nieder und die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, vor der Stele mit den Namenstafeln ihr Mitgefühl für die Verunglückten und deren Angehörige zum Ausdruck zu bringen.
Weitere Informationen
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Frank G. Buchhold
D-41543 Kaarst
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Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen
D-45888 Gelsenkirchen
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