Verkehrssicherheit

Weniger Schwerverletzte und Getötete im Straßenverkehr

Die Entwicklung der Verkehrssicherheit im Jahr 2023 zeigt ein gemischtes Bild. Trotz weiterhin steigender Fahrleistungen und Bestandszahlen von Kraftfahrzeugen, die zum ersten Mal die Marke von 60 Mio. Fahrzeugen überschritten haben, wurden etwas weniger Personen in Deutschland im Straßenverkehr schwer verletzt oder getötet als im Vorjahr. Nach den letzten, durch Corona beeinflussten Jahren ist die Anzahl der Unfälle wiederholt angestiegen. Die Gesamtfahrleistung steigt für das Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr um voraussichtlich 2,1 % auf etwa 726 Mrd. Kfz-km.

Die Anzahl der Verkehrstoten in Deutschland wird in 2023 wieder leicht sinken – um etwa 1 % – und bei etwa 2.760 Getöteten liegen. Abgesehen von den beiden durch die Covid-19-Pandemie maßgeblich beeinflussten Jahren 2020 und 2021 ist dies der niedrigste Wert seit Einführung der Statistik. Die Gesamtzahl der polizeilich erfassten Unfälle in Deutschland wird gegenüber dem Vorjahr um etwa 5 % auf mehr als 2,5 Mio. Unfälle ansteigen. Damit steigt dieser Wert zum dritten Mal in Folge, bleibt jedoch weiterhin deutlich unter dem Vor-Pandemie-Niveau. Die Anzahlen der Unfälle mit Personenschaden und der dabei Verunglückten werden in 2023 leicht ansteigen. Die Anzahl der Unfälle mit Personenschaden steigt auf ca. 294.000 Unfälle, die der dabei Verunglückten auf mehr als 370.000 Verunglückte. Der Anstieg resultiert dabei allein aus einem Anstieg bei den Leichtverletzten.

Die Anzahl der Unfälle steigt auf Straßen aller Ortslagen. Der deutlichste Anstieg ist mit etwa 7 % auf ca. 19.000 Unfälle auf Bundesautobahnen zu verzeichnen. Die Anstiege auf dem übrigen Straßennetz fallen dagegen moderater aus. Die Anzahl der Unfälle mit Personenschaden wird innerorts um etwa 1 % auf mehr als 205.000 Unfälle ansteigen und auf Landstraßen um knapp 2 % auf etwa 70.000 Unfälle. Während die Anzahl der Getöteten außerorts mit einem Anstieg um mehr als 1 % auf über 1.600 Getötete der Entwicklung der Unfälle folgt, sind die Anzahlen der Getöteten innerorts und auf Bundesautobahnen trotz steigender Unfallanzahlen zurückgegangen – um 9 % auf weniger als 290 Personen auf Autobahnen und um mehr als 3 % innerorts.

Im Jahr 2023 sind für fast alle Arten der Verkehrsbeteiligung Rückgänge zu erwarten. Ausnahmen bilden die Krafträder mit amtlichen Kennzeichen mit einem Anstieg um knapp 4 % bzw. 20 Personen und die Fußgänger, bei denen sich im Vergleich zum Vorjahr keine Veränderungen ergeben haben. Die Anzahl der getöteten Pkw-Insassen ist um knapp 3 % auf weniger als 1.200 zurückgegangen. Die deutlichsten Rückgänge verzeichnen die Radfahrer mit mehr als 5 % auf etwa 450 Getötete. Dennoch sind sie die einzige Art der Verkehrsbeteiligung, deren Ergebnis in 2023 über dem Niveau von vor der Covid-19-Pandemie liegt. Trotz des Rückgangs ist dies nach 2022 außerdem der zweithöchste Wert seit 2009.

Die Anzahl der Getöteten im Straßenverkehr ist in 2023 in fast allen Altersklassen zurückgegangen. Einen Anstieg gab es lediglich bei den Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren. Die Anzahl der getöteten Kinder unter 15 Jahren wird sich mit einem Rückgang auf etwa 40 getötete Kinder auf den niedrigsten Wert seit Einführung der Statistik reduzieren. Bei den jungen Verkehrsteilnehmern im Alter von 18 bis 24 Jahren wird mit einem leichten Rückgang um gut 3 % auf ca. 290 Getötete gerechnet. Bei den Senioren zeichnet sich mit -2 % ein Rückgang auf etwa 1.000 Getötete ab. Mit Ausnahme der zwei letzten Jahre liegt die Anzahl der Getöteten in dieser Altersgruppe seit mehr als zehn Jahren immer um die 1.000. Sie weist damit im Gegensatz zu allen anderen Altersgruppen langfristig keinen eindeutigen Trend auf.

S. Schönebeck, M. Lerner, M. Pöppel-Decker, N. Färber, A. Fitschen

Weitere Informationen
Bundesanstalt für Straßenwesen BASt
D-51427 Bergisch Gladbach
www.bast.de