Verkehrssicherheit
Die Entwicklung der Verkehrssicherheit im Jahr 2024 zeigt ein gemischtes Bild. Trotz weiterhin steigender Fahrleistungen und Bestandszahlen von Kraftfahrzeugen, die mittlerweile die Marke von 60 Mio. Fahrzeugen überschritten haben, verunglückten im Mittel nicht mehr Personen in Deutschland im Straßenverkehr als im Vorjahr. Nach den letzten, durch Corona beeinflussten Jahren, ist die Anzahl der Unfälle mit Personenschaden allerdings geringfügig angestiegen.
Die Anzahl der Verkehrstoten in Deutschland wird in 2024 im Vergleich zum Vorjahr gleichbleiben und wieder bei etwa 2.840 Getöteten liegen (2023: 2.839). Zum fünften Mal in Folge wird damit ein Ergebnis von weniger als 3.000 Getöteten erreicht, ein eindeutiger Trend ist allerdings aktuell nicht erkennbar. Die Gesamtzahl der polizeilich erfassten Unfälle in Deutschland wird sich nach Schätzungen der BASt im Jahr 2024 gegenüber dem Vorjahr ebenfalls nicht verändern und bei etwa 2,52 Mio. Unfällen liegen. Dabei wird sich die Anzahl der bei diesen Unfällen Verunglückten nicht verändern und im Jahr 2024 wieder bei etwa 370.000 Personen liegen. Während die Anzahl der Leichtverletzten um knapp 1 % auf etwa 316.000 Personen ansteigt, ist bei den schweren Personenschäden (Schwerverletzte und Getötete zusammen) ein deutlicher Rückgang um mehr als 3 % auf knapp 54.000 Personen zu erwarten.
Die Anzahl der Unfälle mit Personenschaden steigt dabei auf Straßen aller Ortslagen moderat an. Die Anzahl der Getöteten steigt dabei jedoch lediglich innerorts. Der deutlichste Anstieg ist mit etwa +2 % auf etwa 19.500 Unfälle mit Personenschaden auf Bundesautobahnen zu verzeichnen; bei einem gleichzeitigen Rückgang der Anzahl der Getöteten auf weniger als 300 Personen. Auf Landstraßen wird sich die Anzahl der Unfälle geringfügig auf etwa 70.000 erhöhen. Auch hier geht die Anzahl der Getöteten zurück; auf 1.600 Personen in 2024. Die Anzahl der Unfälle mit Personenschaden innerorts wird im Vergleich der Ortslagen am wenigsten steigen. Gleichzeitig steigt dort die Anzahl der Getöteten um gut 5 % auf etwa 950 Getötete.
Die Anzahl der getöteten Pkw-Nutzer reduziert sich um mehr als 3 % auf annähernd 1.150 Personen im Jahr 2024. Die Anzahl der getöteten Nutzer von Krafträdern mit amtlichen Kennzeichen steigt mit knapp 7 % am deutlichsten auf etwa 530 Personen. Die Anzahl der getöteten Fahrradfahrer wird sich um gut 3 % auf etwa 460 Getötete erhöhen. Bei der Anzahl der getöteten Fußgänger wird sich im Vergleich zum Vorjahr keine Veränderung ergeben (2023: 437 Getötete). Während die Ergebnisse für alle anderen Verkehrsbeteiligungsarten unter dem Ergebnis von 2019 liegen, ist die Anzahl der getöteten Fahrradfahrer ebenso wie die der Fußgänger höher als 2019.
Die Anzahl der getöteten Verkehrsteilnehmer entwickelt sich in 2024 in den verschiedenen Altersgruppen unterschiedlich. Die Anzahl der getöteten Kinder unter 15 Jahren erhöhte sich von 44 in 2023 auf knapp 50 im Jahr 2024. Im Gegensatz dazu geht die Anzahl der getöteten Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren sehr deutlich um etwa 20 auf ebenfalls etwa 50 Getötete zurück. Bei den jungen Verkehrsteilnehmern von 18 bis 24 Jahren wird mit einem deutlichen Anstieg um knapp 18 % auf ca. 320 Getötete gerechnet. In der großen Altersgruppe der 25–64-Jährigen wird sich die Anzahl der getöteten Personen um 5 % auf annährend 1.300 Getötete reduzieren. Bei den Seniorinnen und Senioren zeichnet sich ein leichter Anstieg um etwa 40 Personen auf mehr als 1.100 Getötete ab. Mit Ausnahme der durch die Covid-19-Pandemie beeinflussten Jahre 2020 und 2021 liegt die Anzahl der Getöteten in dieser Altersgruppe seit mehr als zehn Jahren immer um die 1.000 bis 1.100 Personen. Sie weist damit im Gegensatz zu den anderen Altersgruppen langfristig keinen eindeutigen Trend auf.
Verfasser
S. Schönebeck
M. Lerner
M. Pöppel-Decker
N. Färber
A. Fitschen
Bundesanstalt für Straßenwesen – BASt
D-51427 Bergisch Gladbach
www.bast.de