Verkehrssicherheit
Anpralldämpfer gehören zu den wesentlichen Komponenten moderner Straßensicherheitsinfrastruktur. Sie ergänzen Schutzplanken, Anfangs- und Endkonstruktionen sowie Übergänge als Teil der Fahrzeug-Rückhaltesysteme und kommen insbesondere an hochgefährdeten Punkten wie Tunnelportalen, Brückenenden, Fahrbahnverengungen oder Ausfahrten zum Einsatz. Ihr Zweck ist, die Auswirkungen von Anfahrten zu minimieren und so die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu erhöhen.
Einordnung und Klassifizierung
Anpralldämpfer werden ebenso wie die anderen Fahrzeug-Rückhaltesysteme in der Technischen Übersichtsliste für Fahrzeug-Rückhaltesysteme (TÜL) der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) gelistet. Diese stellt das Ergebnis einer Vorprüfung der durch die Hersteller bei der BASt eingereichten Unterlagen hinsichtlich der Erfüllung der „Technischen Kriterien für den Einsatz von Fahrzeug-Rückhaltesystemen in Deutschland“ dar.
Anpralldämpfer werden gemäß DIN EN 1317-3 geprüft, wobei die Klassifizierung nicht wie bei Schutzplankensystemen über Aufhaltestufen erfolgt, sondern über Leistungsstufen in Abhängigkeit von der zulässigen Geschwindigkeit.
Zusätzlich werden drei weitere Leistungsparameter berücksichtigt:
– Klasse der dauerhaften seitlichen Verschiebung (D)
– Klasse des Zurückleitungsbereichs (Z)
– Anprallheftigkeitsstufe.
Entwicklung seit den 1990ern
Ein bewährtes System innerhalb der TÜL ist die CrashGuard-Produktlinie (TÜL 3011, 3012 und 3013) vom Hersteller Saferoad aus Weroth. Diese hat sich in der Praxis seit vielen Jahren als robust und zuverlässig erwiesen. Ihre Wurzeln liegen im niederländischen System RIMOB (rimpelbuis obstakelbeveiliger), das bereits in den 1990er- und frühen 2000er-Jahren in Deutschland verbreitet war. Der modulare Aufbau des RIMOB setzte früh auf das Prinzip der kontrollierten Energieabsorption durch gezielte Verformung. Spätere CE-zertifizierte Systeme wie der CrashGuard knüpften an diese Idee an und entwickelten sie weiter.
Im November 2024 wurde die Systemfamilie um die neue 6S-A-Reihe (TÜL 3034) ergänzt. Diese erfüllt in der Geschwindigkeitsklasse 110 durchgängig:
– ASI A
– Klasse D1
– Klasse Z1.
Alle Varianten der neuen Reihe – unabhängig von ihrer Geometrie – erreichen diese Werte und bieten somit eine hohe Schutzwirkung bei gleichzeitig geringer Insassenbelastung.
Konstruktive Weiterentwicklungen
Mit der neuen Systemgeneration wurden mehrere technische Optimierungen umgesetzt:
– Einheitliches Fundament
Ein wesentlicher Unterschied zur Vorgängergeneration (3S bis 6S) ist das einheitliche, rechteckige Betonfertigteilfundament. Dieses ersetzt die zuvor trapezförmig ausgeführten Fundamente bei entsprechenden Anpralldämpfern. Durch die Orientierung am parallelen Modell P1100 vereinfacht sich die Vorbereitung der Aufstellfläche. Montageprozesse werden beschleunigt und die Planbarkeit verbessert.
– Standardisierte Komponenten
Die Bauteile der neuen Reihe wurden geometrisch vereinheitlicht. Dadurch können dieselben Segmente bei parallelen, trapezförmigen und auch asymmetrischen Varianten eingesetzt werden. Die Folge ist eine reduzierte Bauteilevielfalt, was sich positiv auf Lagerhaltung, Ersatzteilverfügbarkeit und Reparaturprozesse auswirkt. Die geringere Zahl unterschiedlicher Bauteile reduziert zudem das gebundene Kapital im Betrieb und vereinfacht die Logistik.
– Erweiterte Einsatzmöglichkeiten
Durch die modulare Bauweise sind nun auch asymmetrische Anpralldämpfer realisierbar. Diese bieten zusätzliche Flexibilität für spezielle Einbausituationen, etwa bei ungleichmäßigen Raumverhältnissen oder schwierigen Geländeprofilen. Damit steht Planern und Auftraggebern eine weitere praxistaugliche Ausführungsvariante zur Verfügung.
– Anbindung an bestehende Rückhaltesysteme
Mit der Leistungssteigerung moderner Anpralldämpfer steigen auch die Anforderungen an deren Anbindung. Gemäß den Richtlinien für passiven Schutz an Straßen (RPS 2009) ist ein vollständiger Funktionsnachweis der kombinierten Rückhaltesysteme erforderlich – ausgehend vom Anpralldämpfer bis zur angrenzenden Schutzeinrichtung.
Das Werother Unternehmen stellt für alle gängigen RAL- und MegaRail-Systeme Anschlusslösungen bereit. Auch für den Anschluss an Betonschutzwände wurden geeignete Varianten entwickelt, um die durchgehende Rückhaltewirkung sicherzustellen.
Weitere Informationen
Saferoad Restraint Systems GmbH
D-56414 Weroth
www.saferoad-rs.com