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Die (neuen) ZTV Pflaster-StB im Zusammenspiel mit der DIN 18318

The new additional technical conditions of contract and directives for the construction of block pavements, slab pavements, and edgings (ZTV Pflaster-StB) in conjunction with DIN 18318

Prof. Dr.-Ing. C. Koch, Köln

Mit den ATV DIN 18318 sind als Bestandteil des Teils C der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) allgemeine technische Vertragsbedingungen für Pflasterdecken und Plattenbeläge sowie Einfassungen vorhanden. Die aktuell gültige Fassung von 2019 umfasst sowohl die ungebundene als auch die gebundene Bauweise. Die Zusätzlichen Technischen Vertragsbedingungen und Richtlinien zur Herstellung von Pflasterdecken, Plattenbelägen sowie von Einfassungen in der Ausgabe 2020 (ZTV Pflaster-StB 20) der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen beinhalten weitergehende Anforderungen an die ungebundene Bauweise. Der Anwendungsbereich ist auf öffentliche Verkehrsflächen ausgerichtet, wohingegen die DIN 18318 inhaltlich sowohl öffentliche als auch private Flächen regelt. Gültig werden beide Schriftstücke erst, wenn sie vertraglich vereinbart werden, wobei sich die ZTV Pflaster-StB auf die DIN 18318 beziehen und damit diese implizieren. Zu beachten ist, dass die DIN 18318 durch den Deutschen Vergabe- und  Vertragsausschuss für Bauleistungen erstellt wird und somit als primären Anwendungszweck die eindeutige Beschreibung einer Bauleistung zur Ermöglichung einer Vergleichbarkeit von Angeboten bei der Vergabe der Leistungen zum Inhalt hat. Aufgrund der unterschiedlichen Anwendungen liegen auch fachliche und qualitative Unterschiede zwischen beiden Regelungen vor. Durch eine Beschränkung auf die grundlegenden Anforderungen erfordert die alleinige Nutzung der DIN 18318 ein umfangreicheres Fachwissen bei Planung und Ausführung. Die Bandbreite der Möglichkeiten der DIN 18318 wird durch die ZTV Pflaster-StB in der Regel eingeschränkt. Allerdings bestehen in einzelnen Bereichen auch schärfere Anforderungen bei Vereinbarung allein der DIN 18318. So sollten Planer und Ausführende sich der vertraglichen Konsequenzen bei Verträgen nach den ZTV Pflaster-StB und der DIN 18318 bewusst sein.

As a component of Part C of the German Construction Contract Procedures (VOB), ATV DIN 18318 outline the general technical terms of contract for block pavements, slab pavements, and edgings. The current version, which dates from 2019, covers both bound and unbound pavements. The additional technical conditions of contract and directives for the construction of block pavements, slab pavements, and edgings from 2020 (ZTV Pflaster-StB 20) published by the Road and Transportation Research Association (FGSV) go further in their requirements for unbound pavements. They apply to public traffic areas, whereas DIN 18318 regulates both public and private traffic areas. Both documents only apply when they have been contractually agreed, whereby ZTV Pflaster-StB refer to DIN 18318 and therefore imply that standard. It is important to note, however, that DIN 18318 was drafted by the German Committee for Construction Contract Procedures (DVA), which means that its primary purpose is to ensure the unambiguous description of construction work to allow for a comparison of bids when awarding contracts for construction work. Because of the
different applications, there are also technical and qualitative differences between the two documents. By focusing on fundamental requirements, the application of DIN 18318 alone requires comprehensive expertise in the field of planning and performance. The range of possibilities offered by DIN 18318 is as a rule limited by ZTV Pflaster-StB. However, in some cases where DIN 18318 alone is contractually agreed, the requirements are stricter. In this respect, it is important that both planners and those performing the work are aware of the contractual consequences of contracts based on ZTV Pflaster-StB and DIN 18318.

doi.org/10.53184/STA9-2023-1

Bewährung von Abstreusplitten zur Lärmminderung auf Gussasphaltdeckschichten

Testing of surface chippings for noise reduction on mastic asphalt wearing courses

Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Ing. K. Schellenberg, Rottweil
Dipl.-Baumeister F. Traber, CH-Ittingen, Schweiz

Bei Gussasphalt, als porenfreiem Asphaltbelag, wird wie bei der Anwendung von offenporigen Asphaltschichten erwartet, dass vom Fahrbahnbelag ausgehend der Verkehrslärm gemindert wird. Da keine Poren zur Vernichtung der Lärmenergie zur Verfügung stehen, ist die Lärmminderung nur über die in der Oberfläche des Gussasphaltbelags dauerhaft verankerten Abstreusplitte zu erreichen. Die Abstreusplitte sind, bezogen auf das Merkmal „Lärmminderung“, zu optimieren. Durch spezielle Brechvorgänge des Ausgangsgesteins ist eine sehr kubische Kornform des Abstreusplitts 2–4 mm zu erreichen, der durch Absiebungen weitgehend frei von Über- und Unterkorn ist. Die Kubizität des Splitts wird über die  Plattigkeitskennzahl ermittelt, mit einem angestrebten Wert von unter 2 M.-%. Dann kann eine Lärmminderung von –4 dB(A) erreicht werden, die sich über fünf Jahre hinweg nicht verschlechtert, wie auf der Versuchsstrecke Autobahnviadukt Kerzers (CH) auf Antrag des Bundesamtes für Straßenbau (ASTRA) nachgewiesen wurde.

With mastic asphalt, which is a non-porous asphalt pavement, it is expected, as with the application of open-pore asphalt layers, that the road surface is able to reduce traffic noise. Because there are no voids to absorb sound energy, noise reduction can only be achieved using surface chippings that are permanently anchored in the mastic asphalt pavement surface. The chippings have to be optimally designed with regard to their noise reduction characteristic. By means of special crushing of the original rock material it is possible to produce the 2–4 mm surface chippings with a very cubical shape, these being largely free of oversize and undersize aggregate thanks to the applied sieving processes. The cubicity of the aggregate is determined using the flakiness index with a target value of less than 2 M.-%. A noise reduction of –4 db(A) which does not deteriorate over a period of five years can then be accomplished, as demonstrated on the test section of the Kerzers motorway viaduct in Switzerland at the request of the Swiss Federal Roads Office (FEDRO).

doi.org/10.53184/STA9-2023-2

Aufgehellte Deckschichten: Verbesserung des städtischen Mikroklimas? Teil 1

Lightened surface layers: Improving the urban microclimate? Part 1

Dipl.-Ing. C. Denck, Hamburg

In städtischen Gebieten wird die eingestrahlte solare Energiemenge stärker als in land- und forstwirtschaftlichen Flächen absorbiert und auch deutlich länger gespeichert. Durch eine erhöhte Aufwärmung tagsüber und die eingeschränkte Abkühlung nachts werden die Städte im Vergleich zum Umland deutlich wärmer. Es entstehen sogenannte „städtische Wärmeinseln“. Die Verbesserung der Rückstrahleigenschaften urbaner Oberflächen kann ein Beitrag zur Verminderung der Absorption der eingestrahlten solaren Energiemenge sein. Hierzu zählt auch die Erhöhung der Lichtreflexion auf Verkehrsflächen. Die Reflexionseigenschaften von Fahrbahnoberflächen aus Asphalt können beispielsweise durch die Helligkeit der enthaltenen Gesteinskörnungen optimiert werden und so einen Teilbeitrag im Sinne des Klimaanpassungskonzepts „weiße Stadt“ leisten. In Abhängigkeit vom Klimaszenario für die betreffende Stadt sind weitere Klimaanpassungsmaßnahmen zu treffen, denn entscheidend wird die Kombination der Konzepte „weiße Stadt“, „grüne Stadt“ und „blaue Stadt“ sein.

In urban areas, the radiated amount of solar energy is absorbed more than in agricultural and forest areas and is also stored for a significantly longer time. Due to increased heating during the day and limited cooling at night, the cities are significantly warmer than the surrounding areas. So-called “urban heat islands” develop. Improving the reflection properties of urban surfaces can contribute to reducing the absorption of the amount of solar energy radiated into them. This also includes increasing the light reflection on traffic areas. The reflective properties of road surfaces made of asphalt can be optimized, for example, by the brightness of the aggregates contained and thus make a partial contribution in terms of the climate change adaptation “white city”. Depending on the climate scenario for the city in question, further climate adaptation measures apply, because the combination of the concepts “white city”, “green city” and “blue city” will be decisive.

doi.org/10.53184/STA9-2023-3

Aufgehellte Deckschichten: Verbesserung des städtischen Mikroklimas? Teil 2

Lightened surface layers: Improving the urban microclimate? Part 2

Dr.-Ing. A. Bartholomäus, Bremen

Die Verbesserung der Rückstrahleigenschaften urbaner Oberflächen kann ein Beitrag zur Verminderung der Absorption der eingestrahlten solaren Energiemenge sein. Verkehrsflächen bilden dabei einen entscheidenden Anteil. Im Sinne des Klimaanpassungskonzepts „weiße Stadt“ stellen helle Straßen einen Teil von möglichen Anpassungsmaßnahmen dar. Auch die Reflexionseigenschaften von Fahrbahnoberflächen aus Asphalt können beispielsweise durch die Helligkeit der enthaltenen Gesteinskörnungen optimiert werden. Seit den 1950er-Jahren werden in Hamburg „aufgehellte“ Asphaltdeckschichten eingebaut. Hierdurch wird die Temperatur an der Fahrbahnoberfläche nachweislich reduziert. Aufgrund des Zusammenhangs zwischen der Temperatur der Oberflächen und den oberflächennahen Luftschichten können diese folglich auch ein Teil von Klimaanpassungsmaßnahmen sein.

Improving the reflection properties of urban surfaces can contribute to reducing the absorption of the amount of solar energy radiated into them. Traffic areas are a crucial part of this. In terms of the climate change adaptation “white city”, light-colored streets represent part of possible adaptation measures. The reflection properties of road surfaces made of asphalt can also be optimized, for example, through the brightness of the aggregates contained. “Lightened” asphalt surface layers have been installed in Hamburg since the 1950s. This demonstrably reduces the temperature on the road surface. Due to the correlation between the temperature of the surfaces and the near-surface air layers, these can also be part of climate adaptation measures.

doi.org/10.53184/STA9-2023-4

 

Datenmigration GE/OFFICE Liegenschaften von den Auftragsverwaltungen der Länder zur Autobahn GmbH mithilfe des OKSTRA-Formats

Data migration with GE/OFFICE using the OKSTRA data format: transferring landed property data of the regional government authorities to “Die Autobahn GmbH des Bundes”

Gottfried Jachs, Rendsburg

Mit der Übertragung der Aufgaben des Baus, Unterhalts und der Verwaltung der Bundesautobahnen von Landesverwaltungen zur Autobahn GmbH des Bundes ging auch die Verantwortung für die Liegenschaften an die Autobahn über. Für die Verwaltung der Liegenschaften wurde bei vielen Bundesländern die Software „GE/Office Liegenschaften“ eingesetzt. Auch die Autobahn plante frühzeitig, diese Software später einzusetzen. Im Rahmen des Projekts „SAP-Umsysteme“ wurde die Einführung und damit auch die Datenmigration von den Bundesländern zur Autobahn geplant und durchgeführt. Für die Migration der Daten aus den Liegenschaftsverwaltungen der Bundesländer zur Autobahn wurde das OKSTRA-Format verwendet. Der Vorgang wurde schrittweise durchgeführt. In den Bundesländern erfolgten die Selektion der relevanten Daten, das Erzeugen von Grundlagen für spätere Migrationstests und der eigentliche Export in das OKSTRA-Format. Die Daten wurden zur Autobahn übertragen und dort importiert. Nach dem Import wurden mithilfe von Migrationstests die Vollständigkeit und Korrektheit der Daten verifiziert. Nicht alle Bundesländer nutzten zur Verwaltung der Liegenschaften „GE/Office Liegenschaften“ und konnten Daten im OKSTRA-Format liefern. Die Daten dieser Länder wurden als Excel-Listen geliefert. Gerade hier zeigte sich der Vorteil eines allgemeingültigen Standards für den Datenaustausch, da für jede Excel-Liste Aufwand entstand. Insgesamt wurde die Datenmigration von den Bundesländern zur Autobahn über das OKSTRA-Format erfolgreich abgewickelt.

Transferring the tasks of construction, operation, and management of the federal motorways from the regional government authorities to the central motorway agency, Autobahn GmbH, was accompanied by also passing the responsibility for landed property to Autobahn GmbH. For managing landed property, many federal states have used GE/OFFICE, a software for landed property management created by AKG. Autobahn GmbH also made plans to use this software. As part of the “SAP peripheral systems” project, both the software’s introduction and the data migration from the federal states to Autobahn was planned and carried out. For the migration of landed property data, the OKSTRA format was used. The data migration project included several stages. The federal states had to select the relevant data, to create the basis for later migration tests and to perform the actual export to the OKSTRA format. The data was subsequently transferred to Autobahn and imported there. After the import, migration tests had to prove that the data was complete and accurate. The GE/OFFICE software for landed property management was not used by all federal states so that some could not provide data in the OKSTRA format. These federal states supplied data as Excel files. At this point, the benefits of a universal standard for data exchange became evident as dealing with the Excel files required additional time and effort. In conclusion, the data migration from the federal states to Autobahn was successfully processed using the OKSTRA format.

doi.org/10.53184/STA9-2023-5