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Qualitätssicherung bei gebundenen Pflasterbefestigungen

Quality assurance for bonded block pavements

Prof. Dr.-Ing. C. Koch, Köln

Das Kernregelwerk zur gebundenen Ausführung von Pflasterdecken und Plattenbelägen von öffentlichen Verkehrsflächen besteht aus der ATV DIN 18318 der VOB, dem M FPgeb und der ALP Pgeb der FGSV. Zur gebundenen Bauweise enthält die ATV DIN 18318 Anforderungen an die Eigenschaften von Bettungs- und Fugenmörteln, ohne dass die Prüfbedingungen genau genug bzw. passend festgelegt sind. Mit den neuen Technischen Prüfbedingungen für Pflasterdecken und Plattenbeläge der FGSV wird diese Lücke gefüllt. Ergänzend wurde die gebundene Ausführung in das Merkblatt für die Bauliche Erhaltung, das Merkblatt für Großformatbeläge und das neue Merkblatt für Randeinfassungen und Rinnen aufgenommen. Da mit den neuen TP Pflaster-StB nun ausreichend präzise Prüfbedingungen zur Verfügung stehen, kann in einem folgenden Schritt mit der Erstellung eines Vertragswerks mit Baustoffanforderungen begonnen werden. Es ist beabsichtigt, Technische Lieferbedingungen und Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für die gebundene Bauweise aufzustellen. Parallel dazu wird das vorhandene Merkblatt an die Neuentwicklungen angepasst. Die vorgestellten Ansätze mussten mangels Förderung weitgehend ohne Unterstützung durch öffentliche Forschungsgelder entwickelt werden. Das Regelwerk für die gebundene Pflasterbauweise basiert daher auf baupraktischen Erfahrungen. Da auch in Zukunft keine systematische öffentliche Forschungsunterstützung zu erwarten ist, muss das Pflastergewerk bei der Erarbeitung von Regelwerken den Sonderweg weitergehen, dass auch das R-Regelwerk der FGSV den Input für folgende Erfahrungen liefert und nicht umgekehrt, wie dies ansonsten üblich ist.

The core set of rules for the bonded construction of paving slabs and slab coverings for public traffic areas consists of the ATV DIN 18318 of the VOB, the M FPgeb and the ALP Pgeb of the FGSV. For the bounded construction, ATV DIN 18318 contains requirements for the properties of bedding and jointing mortar without specifying the test conditions precisely enough or appropriately. The new FGSV technical test conditions for paving slabs and slab coverings, the Technische Prüfbedingungen für Pflasterdecken und Plattenbeläge - TP Pflaster-StB, fill this gap. In addition, the bonded design has been included in the Code of Practice for Structural Maintenance (Merkblatt für die Bauliche Erhaltung), the Code of Practice for Large-Scale Pavements (Merkblatt für Großformatbeläge) and the new Code of Practice for Edging and Guttering (Merkblatt für Randeinfassungen und Rinnen). As the new TP Pflaster-StB now provide sufficiently precise test conditions, the next step is to start drawing up a set of regulations for contracts with construction material requirements. The intention is to draw up technical delivery conditions and additional technical contract conditions and guidelines for the bounded construction method. At the same time, the existing code of practice will be adapted to the new developments. Due to a lack of funding, the approaches presented had to be developed largely without the support of public research funds. The regulations for bonded block pavings are therefore based on practical construction experience. As no systematic public research support is to be expected in the future either, the paving trade must continue to take the special path in the development of regulations that the R regulations of the FGSV also provide the input for subsequent experience and not vice versa, as is otherwise usual.

doi.org/10.53184/STA5-2024-1

Das neue Merkblatt für Bankettbefestigungen mit vorgefertigten Befestigungselementen – M BB

The new Information Sheet for Paving Shoulders using Prefabricated Paving Elements

Prof. Dr.-Ing. M. Köhler, Detmold
Dipl.-Ing. D. Ulonska, Bonn

Ausgefahrene Bankette sind infolge der damit verbundenen Stufenbildung am Fahrbahnrand eine der wesentlichen Ursachen von Gegenverkehrs- und Abkommensunfällen auf einbahnigen Landstraßen. Durch die Anordnung von Bankettbefestigungen, hergestellt mit Befestigungselementen aus Beton oder Naturstein, kann ein Ausfahren des Banketts weitgehend vermieden werden. Das neu erschienene „Merkblatt für Bankettbefestigungen mit vorgefertigten Befestigungselementen (M BB)“ beinhaltet zahlreiche Hinweise für die Planung und Ausführung derartiger Bankettbefestigungen. Diese sollten sich in Farbe und Profilierung der Oberfläche deutlich von der Fahrbahn unterscheiden. Das Straßenoberflächenwasser sollte weitgehend über sie hinweg und auf das benachbarte unbefestigte Bankett geleitet werden. Bankettbefestigungen werden entweder in ungebundener Ausführung mit einer ungebundenen Bettung und einer Stützkeilschüttung oder in gebundener Ausführung mit einem Betonfundament und einer Rückenstütze hergestellt.

The displacement of untreated shoulder material from pavement edges caused by vehicle tire contacts leads to an edge drop-off, which is one of the main reasons for the accident types "veering off the road" and "headon collision". By paving the shoulder using prefabricated paving elements, made from concrete or natural stone, an edge drop-off can be avoided. The new "Information Sheet for Paving Shoulders using Prefabricated Paving Elements" contains useful planning tips and construction recommendations for paving shoulders. The colour and texturization of the paving elements should be clearly different from that of the pavement. Rainwater flowing from the pavement to the shoulder should be leaded to the adjacent unbound area of the shoulder for infiltration. Paved shoulders can be build in unbound construction with an unbound laying course and an edge restraint using unbound subbase material. For the recommended  bound construction, the paving elements are based on a concrete foundation and are laterally supported by a backrest board.

doi.org/10.53184/STA5-2024-2
 

Probenahme von mineralischen Ersatzbaustoffen nach TP Gestein-StB

Sampling of mineral substitute building materials according to the Technical Test Specifications for Aggregates in Road Construction –
TP Gestein-StB

Dr.-Ing. K. Mesters, Bochum

Bis 2017 war die DIN EN 932-1 noch in den Ersatzbaustoffverordnungsentwürfen fest verankert. Mit der Neufassung des Verordnungsentwurfes aus dem Jahr 2017 wurde 2021 die DIN EN 932-1 herausgenommen und durch die LAGA PN 98 ersetzt. Die Anwendung der LAGA PN 98 wurde nunmehr rechtsverbindlich. Aufgrund dieser Tatsache musste diese Richtlinie ins Regelwerk der FGSV eingebunden werden. Das machte die Neufassung von Teil 2.2 der TP Gestein-StB erforderlich. Die Vorgaben der LAGA PN 98 wurden im Abschnitt 3 umgesetzt. Darüber hinaus wird anhand von Untersuchungen an RC-Baustoff 0/45 in Abhängigkeit von der Haufwerksgröße gezeigt, welche Unterschiede es zwischen den Probenahmeverfahren DIN EN 932-1 und LAGA PN 98 gibt. Es konnte nachgewiesen werden, dass beide Verfahren Ergebnisse in gleicher Größenordnung liefern. Weiterhin wurde deutlich, wie homogen aufbereitete, qualitätsgesicherte RC-Baustoffe sind.

Until 2017, DIN EN 932-1 "Test methods for general properties of aggregates - Part 1: Methods for sampling" was still firmly anchored in the draft regulations for substitute building materials. With the new version of the draft regulation from 2017, DIN EN 932-1 was removed in 2021 and replaced by the LAGA PN 98 - Guideline for the procedure for physical, chemical and biological investigations in connection with the recovery/disposal of waste, as of May 2019, of the Federal States Working Group on Waste (LAGA). The application of LAGA PN 98 is now legally binding. Due to this fact, this guideline had to be integrated into the German Road and Transportation Research Association (Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen e. V.) FGSV (for short) regulations. This necessitated the revision of TP Gestein-StB Part 2.2. The specifications of LAGA PN 98 were implemented in Section 3. In addition, the differences between the sampling methods according to DIN EN 932-1 and LAGA PN 98 are shown on the basis of tests on recycled material 0/45 depending on the size of the pile. It was demonstrated that both methods deliver results of the same order of magnitude. Furthermore, it became clear how homogeneous processed and quality-assured recycled materials are.

doi.org/10.53184/STA5-2024-3

 

Herausforderungen bei der Anwendung der gebundenen Bauweise

The challenges associated with bound construction

Dr. K.-U. Voß, Neuwied

Mit der Veröffentlichung des FGSV-Merkblattes ALP Pgeb wurden im Jahr 2018 neue Prüfanweisungen zur Untersuchung von Bettungs- und Fugenmörteln der gebundenen Bauweise herausgegeben. Im Rahmen der Nutzung dieser Prüfanweisungen ergaben sich Hinweise für Verbesserungen bzw. für notwendige Anpassungen, welche die Grundlage für die neuerliche Überarbeitung der Prüfanweisungen im Arbeitskreis 6.6.6 des FGSV darstellten. Die Prüfverfahren werden in Kürze als TP Pflaster-StB veröffentlicht werden. Die wesentlichen Änderungen betreffen dabei den in erdfeuchter Konsistenz hergestellten Bettungsmörtel. So wurden die Besonderheiten der in erdfeuchter Konsistenz hergestellten Bettungsmörtel im Rahmen der neuen Verfahren berücksichtigt, weshalb ein völlig neues Verfahren zur Herstellung der Bettungsmörtel entwickelt wurde. Eine Vergleichsuntersuchung zwischen der TH Köln und der MPVA Neuwied GmbH zeigte, dass auch zwei unterschiedliche Prüfer mit zwei unterschiedlichen Geräten mit diesem Verfahren Prüfkörper mit einer hohen Gleichmäßigkeit (und Druckfestigkeit) herstellen können. Darüber hinaus wurde das Lagerungsklima beim Bettungsmörtel aufgrund der hohen Probenfeuchte im Objekt von 7 Tage 20 °C/95 % Feuchte und 21 Tage 20 °C/65 % auf 21 Tage 20 °C/95 % Feuchte und 7 Tage 20 °C/65 % geändert. Die im Rahmen der Probenherstellung gewonnenen, scheibenförmigen Prüfkörper können nach ihrer Lagerung zum Nachweis der Materialqualitäten und der Eignung des Materials verwendet werden. Wie die im Rahmen der Voruntersuchungen ermittelten Untersuchungsergebnisse zeigen, müssen die Anforderungen des FGSV-Merkblattes M FPgeb an die Druckfestigkeit, Biegezugfestigkeit, Haftzugfestigkeit und den Frostwiderstand der Bettungsmörtel bei der Überarbeitung des Regelwerks angepasst werden. Bei den Änderungen für die Untersuchung der Fugenmörtel handelt es sich im Gegensatz dazu nur um kleine Anpassungen in den Prüfanweisungen. In allererster Linie ist hier der Nachweis der Haftzugfestigkeit und des Frost-Tausalz-Widerstandes der Fugenmörtel betroffen. Zusätzlich wird aktuell noch an der Erstellung eines Prüfverfahrens zur Bestimmung der Schwindverformung der Fugenmörtel gearbeitet

Publication of the FGSV fact sheet ALP Pgeb in 2018 coincided with the release of new test instructions for testing bedding and grouting mortars for bound construction. Application of the said test instructions resulted in indications for improvements and necessary adjustments that formed the basis for the latest revision of the test instructions by the 6.6.6 working party of FGSV. The test methods are set for publication as TP Pflaster-StB. The main changes concern bedding mortars produced with an earth-moist consistency. The special features of bedding mortars produced with an earth-moist consistency were taken into account as part of the new method. This then led to the development of a completely new production process for bedding mortars. A comparative study conducted by the University of Applied Sciences in Cologne and MPVA Neuwied GmbH showed that two testers with two different devices can also produce test specimens with a high degree of uniformity (and compressive strength) using this method. Furthermore, the storage climate for bedding mortar was altered from 7 days 20°C/95% humidity and 21 days 20°C/65% to 21 days 20°C/95% humidity and 7 days 20°C/65% due to the high sample humidity in the object. The discshaped test specimens obtained during sample production can be used after storage to verify the material qualities and suitability of the material. Based on the preliminary test results, it became evident that the FGSV fact sheet M FPgeb needed to be revised in order to align with the requirements placed on compressive strength, flexural strength, adhesive tensile strength and frost resistance of the bedding mortars.In contrast, the changes required for testing grouting mortars only involved minor adjustments to the test instructions. This primarily concerns verification of the adhesive tensile strength and the resistance of the grouting mortars to deicing salts. Additionally, a test method is currently still being developed to determine the shrinkage deformation of grouting mortars.

doi.org/10.53184/STA5-2024-4