Merkblatt über die Anwendung von Erosionsschutzprodukten und Begrünungshilfen aus natürlichen und synthetischen Materialien
Guideline about the use of erosion control products and greening aids made of natural and synthetic materials
Univ.-Prof. Dr.-Ing. F. Saathoff
Dr.-Ing. Dipl.-Wirt. Ing. S. Cantré, Rostock
Der Einsatz von Erosionsschutzprodukten im Erdbau des Straßenbaus ist vielfältig und bislang nicht geregelt. Der Arbeitskreis 5.4.1 der FGSV hat dazu Ende Februar d. J. ein Merkblatt veröffentlicht, welches allen an entsprechenden Projekten Beteiligten, von der Planung über die Ausschreibung bis zur Bauausführung, erlaubt, die gängigsten technischen Systeme für den Oberflächenerosionsschutz sinnvoll auszuwählen und einzusetzen. Das Merkblatt bezieht sich in diesem Zusammenhang auf Flächen und Böschungen sowie auf ausgewählte Anlagen der Straßenentwässerung, die in der Regel periodisch Wasser führen. Nach einleitenden Kapiteln folgt die Beschreibung verfügbarer Produkttypen. Darauf basierend werden der Aufbau und die Funktionsweise einzelner Erosionsschutzsysteme, bestehend aus Produkt, Fixierung, angrenzendem Boden und ggf. Begrünung erläutert und es werden die Anforderungen an die Systeme und Systemelemente formuliert. Für die Anwendung der verschiedenen Produkttypen werden typische Beispiele angegeben. Der zentrale Teil für die Anwendung findet sich in Kapitel 7 in Form einer tabellarischen Entscheidungshilfe für die Auswahl geeigneter Erosionsschutzsysteme für verschiedene Einsatzzwecke, wobei insbesondere die erforderliche Funktionsdauer der Produkte (z. B. bis zur Übernahme des Erosionsschutzes durch die Vegetation) und die Steilheit von Böschungen ausschlaggebend sind, untersetzt mit weiteren Auswahlkriterien für die einzelnen Produkte und Systeme. Hinweise zu Ausschreibung und Vertragsgestaltung und Checklisten für die Planung, Ausführung und Unterhaltung unterstützen bei der Umsetzung der Erosionsschutzmaßnahmen. Da es bislang keine verbindlich eingeführten Prüfnormen für Erosionsschutzprodukte für den Oberflächenerosionsschutz gibt, werden im Merkblatt auch Prüfmethoden erläutert und diskutiert. Der vorliegende Beitrag dient der Vorstellung der wichtigsten Inhalte des Merkblattes M AEBEL.
The use of erosion control products in earthworks for road construction is diverse and has not yet been regulated. The FGSV working group Ak 5.4.1 published a guideline on this subject at the end of February 2024, which allows all those involved in relevant projects, from planning to tendering to construction, to select and use the most common technical systems for surface erosion protection in a sensible manner. In this context, the guideline refers to surfaces and embankments as well as selected road drainage systems that generally carry water periodically. The purpose of this article is to present the most important contents of the guideline M AEBEL.
doi.org/10.53184/STA8-2024-1
Bauweisenbezogene Wasserdurchlässigkeit der Tragschichten ohne Bindemittel
Water permeability of unbound granular layers in relation to type of pavement
Dr.-Ing. M. Wolf, Dresden
Die Wasserdurchlässigkeit von Tragschichten ohne Bindemittel (ToB) ist immer wieder Diskussionsgegenstand bei der Gesteinstagung aber auch bei der Überarbeitung der Regelwerke zu Schichten ohne Bindemittel oder zu den Pflasterbauweisen. Diskutiert wird, ob es einen Anforderungswert geben solle, ob dieser allgemein oder bauweisenbezogen zu formulieren ist und wie dieser zu prüfen sei. Der Beitrag stellt den aktuellen Stand der Regelungen zur Wasserdurchlässigkeit von Tragschichten ohne Bindemittel (ToB) dar und beleuchtet dabei insbesondere die verschiedenen Länderregelungen zum Thema. Davon ausgehend wird sich mit der Notwendigkeit von Anforderungswerten auseinandergesetzt und der Frage nachgegangen, wie diese umzusetzen seien. Der Beitrag ist als Diskussionsbeitrag zu verstehen, der Probleme und Fragen aufzeigt, aber auch Denkanstöße für die Weiterentwicklung des Regelwerkes, zur Vereinheitlichung von Regelungen und Prüfverfahren sowie zum Umgang mit den weniger wasserdurchlässigen Baustoffen liefert. Es werden Anregungen gegeben, wie man Baustoffgemische im Hinblick auf eine gute Wasserdurchlässigkeit optimieren könnte. Der Aufsatz hat nicht den Anspruch, eine umfassende wissenschaftlich-technische Abhandlung zum Thema zu sein. Vielmehr soll er die im Moment stagnierende Arbeit an dieser Thematik wiederbeleben.
The water permeability of base layers without binders (ToB) is always the subject of discussions at the Gesteinstagung but also in revising the German regulations on unbound granular layers (UGL) or the regulation for blockpaving and slabpaving. It is discussed whether there should be a requirement value, if it should be formulated in general or in relation to type of pavement and how it should be tested. The article presents the current status of the regulations on the water permeability of unbound granular layers (UGL) and highlights in particular the various regulations on the subject in German federal states. Based on this, the need for requirement values and the question of how these should be implemented is examined. The article must be understood as a contribution to the discussion that points out problems and questions, but is also a thought provoking impulse for the further development of regulations, the standardization of regulations as well as test procedures and the handling of less water-permeable granular materials. Suggestions are provided as to how granular material mixtures could be optimized regarding sufficient water permeability. The paper does not claim to be a comprehensive scientific and technical essay on the subject. Rather, it is intended to revitalize the work on this topic, which is currently stagnating.
doi.org/10.53184/STA8-2024-2
Überprüfung des Umrechnungsfaktors zwischen Punktlastindex und einaxialer Druckfestigkeit an Sandsteinproben aus dem mittelfränkischen Raum
Examination of the conversion factor between point load index and uniaxial strength on sandstone samples from the Middle Franconian area
B. Eng. S. Radeke, Prof. Dr.-Ing. B. Plaßmann, Dipl. Ing. D. Straußberger, Nürnberg
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Umrechnungsfaktor zwischen dem Punktlastindex und der einaxialen Druckfestigkeit von Sandsteinproben. Der für Sandsteinproben aus Mittelfranken häufig genutzte Wert von c = 24 (Weißmantel 1994) wurde mit statistischen Methoden anhand von Felsproben aus 14 Nürnberger und 23 Erlanger Aufschlüssen überprüft. Hierzu wurden die Punktlastversuche (Thuro 2010) an Teilstücken des Probenmaterials für die einaxialen Druckversuche (Mutschler 2014) bzw. an Bruchstücken der einaxialen Druckversuche durchgeführt, um die Vergleichbarkeit des untersuchten Probenmaterials zu erhöhen. Weiterhin wurde mithilfe multipler linearer Regressionsanalysen explorativ untersucht, ob mögliche weitere Zusammenhänge zwischen der einaxialen Druckfestigkeit und Charakteristika der Proben aufgedeckt werden konnten und in welchem Ausmaß diese die einaxiale Druckfestigkeit erklärten. Für die Proben aus dem Nürnberger Raum konnte der etablierte Umrechnungsfaktor mit einem Wert von c = 24,1 bestätigt werden. Für die Erlanger Proben ergab sich ein Wert von c = 18,7. Als weiterer signifikanter Einflussfaktor auf die einaxiale Druckfestigkeit konnte, wie bereits von Schulze (2010) beschrieben, der Wassergehalt der Proben identifiziert werden. Darüber hinaus wurden weitere Einflussfaktoren und Zusammenhänge mit statistischen Methoden aufgedeckt. Die Grenzen der Untersuchung werden dargelegt und Implikationen für die Praxis sowie Potentiale für weitere Forschung diskutiert.
The present study deals with the conversion factor between point load index and uniaxial compressive strength of sandstone samples. The commonly used value of c = 24 (Weißmantel 1994) for sandstone samples from Middle Franconia was examined through statistic methods based on 14 drillings from Nuremberg and 23 drillings from Erlangen. For this, point load tests (Thuro 2010) were performed on sections of rock samples for the uniaxial compression tests (Mutschler 2014) or on fragments of the uniaxial compression tests to increase the comparability of the examined samples. Additionally, it was exploratory examined through multiple linear regression analyses if further possible connections between the uniaxial compressive strength and rock sample characteristics could be discovered and in which extend they could explain uniaxial compression strength. For samples from the Nuremberg area the established conversion factor could be confirmed with a value of c = 24,1. For samples from Erlangen the result showed a value of c = 18,7. As another significant influencing factor on uniaxial strength the samples’ water content could be identified, as already described by Schulze (2010). Moreover, additional influencing factors and connections were discovered through statistic methods. Limitations of the present study are stated and practical implications as well as further need for research is discussed.
doi.org/10.53184/STA8-2024-3
BIM und daraus resultierende Mehrkosten im Planungsprozess von Infrastrukturmaßnahmen
BIM and the resulting additional costs in the planning process for infrastructure measures
Dipl.-Ing. P. Maiwald, Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Wirt.-Ing. J. Otto, Dresden
Dipl.-Ing. T. Martin, Weilheim
Ltd. Baudirektor, Dipl.-Ing. C. Peetz, Nürnberg
Traditionell werden Infrastrukturprojekte, wie Straßen und Brücken, auf der Grundlage von 2D-Plänen geplant und realisiert. Dies führte häufig zu Kommunikationsproblemen zwischen den Beteiligten, Fehleranfälligkeit und ineffizienten Prozessen. Building Information Modeling (BIM) bietet die Möglichkeit, diese Herausforderungen zu überwinden. Durch die Erstellung eines digitalen Modells, das alle relevanten Informationen über das Projekt enthält, können verschiedene Fachdisziplinen effektiver zusammenarbeiten. Somit können Konflikte zwischen den Fachdisziplinen frühzeitig erkannt und deren Kommunikation und Zusammenarbeit verbessert werden. Darüber hinaus kann das digitale Modell als Grundlage für eine effizientere und kostengünstigere Nutzung des Bauwerks dienen. Trotz der Vorteile von BIM gibt es eine Vielzahl von Herausforderungen zu bewältigen. Neben der Notwendigkeit einer umfassenden Datenstandardisierung ist aktuell nicht vollends geklärt, inwiefern mit möglichen Mehrkosten für den erhöhten Planungsaufwand in den frühen Projektphasen aus Sicht der Planer umgegangen werden kann. Auf dieser Grundlage wurden aktuelle Planungsangebote dahingehend untersucht, ob BIM wirklich zu Mehrkosten bei Infrastrukturprojekten führt.
Traditionally, infrastructure projects such as roads and bridges have been planned and executed based on 2D drawings. This often resulted in communication issues among stakeholders, susceptibility to errors, and inefficient processes. Building Information Modeling (BIM) provides an opportunity to overcome these challenges. By creating a digital model that contains all relevant project information, different disciplines can collaborate more effectively. By utilizing a centralized model, conflicts between disciplines can be identified early, improving communication and collaboration. Furthermore, the digital model can serve as a basis for a more efficient and cost-effective utilization of the structure. Despite the benefits of BIM, there are various challenges to overcome. In addition to the necessity of comprehensive data standardization, it is currently not fully clarified how potential additional costs due to increased planning efforts in the early project phases can be addressed from the perspective of planners. Based on this foundation, current planning proposals were examined to determine whether BIM actually leads to additional costs in infrastructure projects.
doi.org/10.53184/STA8-2024-4