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Gestaltung innergemeindlicher Verkehrsnetze

Design of urban transport networks

Prof. Dr.-Ing. Markus Friedrich; Yannik Wohnsdorf, M. Sc., Stuttgart

Die in den Richtlinien für integrierte Netzgestaltung (RIN) beschriebene Methode zur funktionalen Gliederung ist ein bewährtes Instrument zur Gestaltung zwischengemeindlicher Verkehrswegenetze. Bei der Gestaltung innergemeindlicher Netze stößt die RIN-Methode jedoch an Grenzen: Es fehlen Regeln für die Festlegung innergemeindlicher Zentralitäten. Außerdem haben Fuß-, Rad- und öffentlicher Verkehr innergemeindlich eine deutlich höhere Bedeutung in Verbindung und Erschließung als für zwischengemeindliche Verbindungen. Ziel des im Beitrag vorgestellten Forschungsprojekts „Gestaltung innerörtlicher Verkehrswegenetze“ ist die Entwicklung einer konsistenten, übertragbaren Methode zur Gestaltung innergemeindlicher Verkehrswegenetze für den Kfz-Verkehr, den Radverkehr und den Fußverkehr, die die Anforderungen der Netzgestaltung und der Straßenraumgestaltung integriert.Die Methode sieht zunächst die Entwicklung sektoraler Netze für jede Verkehrsart (Kfz, Rad, ÖV, Fuß) vor. Für den Kfz- und Radverkehr liefert die Methode eine Weiterentwicklung und Konkretisierung der bisherigen RIN-Methode. Wesentliche Änderungen ergeben sich bei der Abgrenzung und dem Detaillierungsgrad des Untersuchungsraums, bei der Ermittlung geeigneter Quellen und Ziele sowie bei der Auswahl geeigneter Zugangspunkte zum Verkehrswegenetz. Im Anschluss an die Ermittlung der sektoralen Netze erfolgt eine verkehrsartenübergreifende Betrachtung. Dazu werden die sektoralen Netze für den Kfz-, Rad- und Fußverkehr sowie die vorgegebenen Liniennetze des öffentlichen Verkehrs überlagert. Ergebnis der Überlagerung sind Anforderungen an die Gestaltung innergemeindlicher Verkehrswege. Durch die Analyse der Überlagerungen können potenzielle Konflikte auf Strecken und an Knotenpunkten identifiziert werden, an denen die Einhaltung der Anforderungen geprüft werden muss.

The method for functional structuring described in the German Guidelines for integrated network design (RIN) is a proven tool for designing inter-urban transport networks. However, the RIN method has its limitations when it comes to designing urban networks: there are no rules for determining urban centralities. In addition, pedestrian, bicycle and public transport are more important for connecting and accessing places in urban areas compared to inter-urban transport. The aim of the research project “Design of urban transport networks” presented in this paper is to develop a consistent, transferable method for designing urban transport networks for motor vehicle traffic, bicycle traffic, and pedestrian traffic that integrates the requirements of network design and road space design. The method first proposes the development of sectoral networks for each mode of transport (motor vehicle, bicycle, public transport, pedestrian). For motor vehicle and bicycle traffic, the method provides a further development and refinement of the existing RIN method. Major changes relate to the boundaries and the level of detail of the study area, the determination of suitable origins and destinations, as well as the selection of suitable access points to the transport network. Once the sectoral networks have been determined, a multi-modal analysis is carried out. To this end, the sectoral networks for motor vehicles, bicycles, pedestrians and public transport are superimposed. The results of this superimposition determine the requirements for the design of urban transport network. By analyzing the overlaps, potential conflicts can be identified on roadways and at intersections where compliance with the requirements must be checked.

doi.org/10.53184/SVT9-2025-1

Literaturverzeichnis

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Friedrich, M.; Wohnsdorf, Y.; Gerike, R.; Koszowski, C.; Baier, M. M.; Merten, W. (2025): Gestaltung innerörtlicher Verkehrswegenetze (Berichte der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen, Verkehrstechnik Heft V 397). Online verfügbar unter https://opus4.hbz-nrw.de/opus45-bast/frontdoor/index/index/docid/3147

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Zügige und sichere Führung des Radverkehrs an Knotenpunkten – Neue Forschungsergebnisse und künftiges Regelwerk

Quick and safe cycling at intersections – New research findings and future guidelines

Dr.-Ing. S. Hummel; J. Schappacher, M. Eng., Bergisch Gladbach

Der Beitrag bietet einen Überblick über aktuelle Entwicklungen aus der Infrastrukturforschung im Feld des Radverkehrs an Knotenpunkten der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) zur aktiven Mobilität. Es werden die zentralen Ergebnisse von vier abgeschlossenen Forschungsprojekten vorgestellt und deren Beitrag im Hinblick auf die Förderung des Radverkehrs und auf die Reduzierung von Verkehrsunfällen eingeordnet. Einleitend wird ein neu entwickeltes Verfahren zur Gestaltung innerörtlicher Verkehrswegenetze und dessen Auswirkungen auf die Knotenpunktgestaltung erläutert. Daran anknüpfend werden die Ergebnisse einer Evaluation von Kreuzungssituationen zwischen Rad- und motorisiertem Verkehr mit einem Fokus auf der Optimierung des Verhaltens, der Regelung und der baulichen Situation präsentiert. Sind die Verkehrsstärken oder die Geschwindigkeiten zu hoch oder die Knotengeometrie komplex, dann wird der Verkehr mit Lichtzeichen geregelt. Im Forschungsprojekt „Berücksichtigung neuer Forschungsergebnisse und Technologien zur Weiterentwicklung der RiLSA“ wurden mögliche Handlungsfelder zur Überarbeitung der Richtlinien für Lichtsignalanlagen erhoben und ausgewertet. Aus diesem Projekt folgt eine beispielhafte Auswahl möglicher Änderungen in der zukünftigen Richtlinie mit Blick auf den Radverkehr. Abschließend wird ein Forschungsprojekt mit dem Schwerpunkt auf einer optimalen Ausgestaltung von barrierefreien Querungsanlagen vorgestellt. Der in dieser Studie empfohlene breitere Ausbau der Nullabsenkung bzw. die zukünftige Verbreitung einer angerampten Lösung erhöht aus Sicht des Radverkehrs den Fahrkomfort an Knotenpunkten. Dies kommt zusätzlich den primären Zielgruppen der Barrierefreiheit, vor allem Kindern unter 8 Jahren in Begleitung ihrer Eltern, zugute, die sich mit dem Fahrrad auf dem Gehweg bewegen müssen.

This paper provides an overview of current developments in infrastructure research in the field of cycling at intersections by the Federal Highway Research Institute (BASt) on active mobility. The key findings of four completed research projects are presented and their contribution to promoting cycling and reducing traffic accidents is assessed. It begins with an explanation of a newly developed method for designing inner-city traffic networks and its effects on intersection design. This is followed by a presentation of the results of an evaluation of crossing-designs between bicycle and motorized traffic, with a focus on optimizing behaviour, regulation, and infrastructure. If traffic volumes or speeds are too high or the junction geometry is complex, traffic is regulated by traffic lights. In the research project “Consideration of new research results and technologies for the further development of RiLSA”, possible areas of action for revising the German guidelines for traffic light systems were identified and evaluated. This project resulted in an exemplary selection of possible changes in the future guidelines with regard to bicycle traffic. Finally, a research project focusing on the optimal design of barrier-free crossings facilities is presented. The wider expansion of zero lowering curb stone recommended in this study and the future spread of a ramped solution will increase riding comfort at intersections from the perspective of bicycle traffic. This will benefit not only the primary target groups for accessibility, namely children under the age of 8 accompanied by their parents, who have to ride their bicycles on the sidewalk.

doi.org/10.53184/SVT9-2025-2

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Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen e. V. (FGSV): Hinweise für barrierefreie Verkehrsanlagen (H BVA), Ausgabe 2011, FGSV Verlag, Köln

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Auswirkungen baulicher Maßnahmen auf die Luftqualität an Straßen – eine Fallstudie aus Ludwigsburg

Impacts of construction measures on air quality on roads: a case study from Ludwigsburg

M. Knobloch, Ludwigsburg; B. Eng. M. Golder, Heilbronn 

Kostengünstige Sensoren ermöglichen eine dichte Überwachung der Luftqualität in Städten. Am Beispiel von Ludwigsburg zeigt dieser Beitrag, wie solche Systeme genutzt werden können, um Zusammenhänge zwischen Verkehr und Luftschadstoffen aufzudecken und daraus fundierte Maßnahmen zum Umwelt- und Gesundheitsschutz abzuleiten.

Low-cost sensors enable dense monitoring of air quality in cities. Using the example of Ludwigsburg, this paper shows how such systems can be used to reveal the connections between traffic and air pollutants and thus derive informed measures for environmental and health protection.

doi.org/10.53184/SVT9-2025-3

Literaturverzeichnis

[1] Umweltbundesamt (2023): Sensoren zur Messung von Luftschadstoffen: Möglichkeiten und Grenzen sowie Hinweise zu deren Einsatz. TEXTE 77/2023

[2] Richtlinie (EU) 2024/2881 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Oktober 2024

[3] Bundesministerium für Verkehr: Sofortprogramm Saubere Luft. https://www.bmv.de/DE/Themen/Mobilitaet/Urbane-Mobilitaet/Sofortprogramm-Saubere-Luft/sofortprogramm-saubere-luft.html (abgerufen 12.5.2025)

[4] Concas, F.; Mineraud, J.; Lagerspetz, E.; Varjonen, S.; Liu, X.; Puolamäki, K.; Nurmi, P.; Tarkoma, S. (2021): Low-Cost Outdoor Air Quality Monitoring and Sensor Calibration: A Survey and Critical Analysis. ACM Trans. Sen. Netw. 17, 2, Article 20 (May 2021), 44 pages. doi.org/10.1145/3446005 

[5] Samad, A.; Kieser, J.; Chourdakis, I.; Vogt, U.: Developing a Cloud-Based Air Quality Monitoring Platform Using Low-Cost Sensors. Sensors. 2024; 24(3):945. https://doi.org/ 10.3390/s24030945

Eine etwas andere Sichtweise: Warum wir anhalten: Über die Rhetorik des Stoppschilds

A slightly different view: Why We Stop: On the Rhetoric of the stop sign

S. L. Leu, B. A, CH-Zürich

Dieser Beitrag untersucht die rhetorische Wirkung von Verkehrszeichen am Beispiel des Stoppschilds und zeigt, wie semiotische und rhetorische Techniken gezielt kombiniert werden, um Sicherheit und Effizienz im Straßenverkehr zu fördern. Die bewusste Gestaltung von Form, Farbe und Schrift erfüllt nicht nur informative, sondern auch persuasive Aufgaben, indem sie Verhalten steuert, Unsicherheiten reduziert und soziale Akzeptanz schafft. Verkehrsschilder agieren als visuelle Systeme der Systase, die durch strategische Redundanz Eindeutigkeit und schnelle Erfassbarkeit gewährleisten. Zudem wird aufgezeigt, wie die gezielte Platzierung und Gestaltung von Verkehrsschildern auf infrastrukturelle und verhaltenspsychologische Widerstände abgestimmt werden, um maximale Wirkung und Akzeptanz zu erzielen. Der Beitrag beleuchtet, wie diese Zeichen in agonal-kompetitiven Verkehrssituationen eingesetzt werden und als kommunikative Schnittstellen zwischen Infrastruktur und Verhalten eine zentrale Rolle einnehmen. Die Untersuchung liefert Impulse für die Optimierung von Verkehrsschildern und verdeutlicht ihre Bedeutung als effektive Werkzeuge strategischer Kommunikation.

This article examines the rhetoric of traffic signs using the example of the stop sign and shows how semiotic and rhetorical techniques are specifically combined to promote safety and efficiency in road traffic. The deliberate design of form, colour and lettering delivers not only informative but also persuasive tasks by controlling behaviour, reducing uncertainty and creating social acceptance. Traffic signs act as visual system of systasy, ensuring clarity and quick comprehension through strategic redundancy. It also shows how the targeted placement and design of traffic signs can be adapted to infrastructural and behavioural-psychological resistance in order to achieve maximum impact and acceptance. The article sheds light on how these signs are used in agonal-competitive traffic situations and play a central role as communicative interfaces between infrastructure and behaviour. The study provides impulses for the optimisation of traffic signs and illustrates their importance as effective tools of strategic communication.

doi.org/10.53184/SVT9-2025-4

Literaturverzeichnis

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