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Autonomie, Selbständigkeit und Teilhabe – Kfz-Nutzung und Fragen der Mobilität von hochbetagten Personen in Senioreneinrichtungen
Autonomy, independence and participation – Car use and questions on the mobility of elderly people living in nursing homes
Stefan Arend
Die neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamts vom Dezember 2022 zeigen eindrücklich die tiefgreifenden Veränderungen der deutschen Gesellschaft auf. Insbesondere die Alterung der geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge führt bis zur Mitte des Jahrhunderts zu einer enormen Zunahme von hochbetagten Menschen jenseits von 80 Lebensjahren. Diese unumkehrbare Entwicklung hat Einfluss auf alle Lebensbereiche unserer Gesellschaft, auch auf die Mobilität und die individuelle Nutzung von Verkehrsmitteln. Die Erhebung „Kfz-Nutzung und Mobilität hochbetagter Menschen“, die das Institut für Sozialmanagement und Neue Wohnformen aus Gräfelfing bei München mit Unterstützung des Instituts für Rechtsmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) in den Senioreneinrichtungen der Augustinum-Gruppe durchführte, unterstreicht die gesellschaftliche wie individuelle Relevanz des Themas Mobilität. Die Erhebung ergab einen bisher einmaligen Datenkorpus von fast 1000 Personen im hohen Alter (n = 960). Es wurde deutlich, welche große Bedeutung weiterhin das Auto (Kfz) auch für Menschen im hohen Alter hat, die in Seniorenheimen leben. Diese Erkenntnisse legen weitere Untersuchungen nahe. Im Setting von Senioreneinrichtungen ließen sich mit einem überschaubaren logistischen und zeitlichen Aufwand die (verkehrs)medizinischen, (verkehrs) psychologischen und geriatrisch-gerontologischen Untersuchungen durchführen, die zu einer Objektivierung und Steuerung der anstehenden Herausforderungen und Aufgaben notwendig sind; mit dem Ziel, die Mobilität einer Gesellschaft des langen Lebens zu garantieren.
The German Office of Statistics’ December 2022 figures paint a vivid picture of the profound changes in German society. With the baby boomer generation getting older, there will be huge growth in the number of over-80-year-olds by the middle of this century. This irrevocable development will have an influence on all areas of life, including mobility and how individuals get around. The Augustinium survey of 960 people on “Vehicle Use and Mobility in the Elderly”, with its till-now unique database of people of advanced age, underlines the relevance of the subject of mobility for both individuals and the community. The survey also makes apparent the importance of the car for people of advanced age living in nursing homes. These findings signify the need for further studies on the matter. In a nursing home setting, scientific medical, (traffic) psychological and geriatric and gerontological research can be conducted with manageable effort, allowing the coming demands and challenges to be concretised and steered, with the goal being to guarantee mobility in an ageing society.
doi.org/10.53184/ZVS1-2023-1
Urteilsbildung in der Fahreignungsbegutachtung – Beurteilungskriterien – Änderungen und Weiterentwicklungen in der 4. Auflage
Jürgen Brenner-Hartmann, Thomas Wagner und Anja Neumann-Thiele
doi.org/10.53184/ZVS1-2023-2
Drivescreen – Entwicklung eines Screening-Verfahrens zur Einschätzung der Fahrsicherheit bei älteren Personen mit kognitiver Beeinträchtigung
Drivescreen – development of a screening-tool for fitness-to-drive assessment in older people with cognitive impairment
Leonhard Zellner und Alexander Brunnauer
Hintergrund: Aufgrund des Alterns und Gesundheitszustands können die kognitiven Fähigkeiten von Menschen abnehmen mit möglichen negativen Auswirkungen auf die Fahrsicherheit. Gleichzeitig fehlt es an validen und ökonomisch anwendbaren Instrumenten zur Bewertung der Fahrleistung. Zielsetzung: Ziel der Studie ist es, ein valides Screening-Instrument zur Beurteilung der Fahrtauglichkeit bei älteren Menschen mit kognitiven Einschränkungen zu entwickeln, das anhand der Fahrleistung im Straßenverkehr extern validiert wird. Methoden: In einer nicht-randomisierten Querschnittsstudie wurden die kognitiven Fähigkeiten und das Fahrverhalten älterer Fahrer im Straßenverkehr untersucht. Vierzig Teilnehmer mit kognitiven Beeinträchtigungen unterschiedlicher Ätiologie und 40 gesunde Kontrollpersonen wurden einer umfassenden neuropsychologischen Untersuchung unterzogen. Zusätzlich wurde eine Bewertung des Fahrverhaltens im Straßenverkehr zur externen Validierung der Fahrsicherheit durchgeführt. Ergebnisse: Insbesondere Testverfahren zur Beurteilung der kognitiven Bereiche Aufmerksamkeit, Exekutivfunktionen und visuell-räumliche Fähigkeiten zeigen kleine bis moderate, signifikante Zusammenhänge mit dem realen Fahrverhalten. Interpretation und Ausblick: Auf Basis der Korrelationsanalysen lässt sich eine zufriedenstellende Kriteriumsvalidität der Testverfahren TMT-L (Teil A und B) und LAT im Bezug auf das reale Fahrverhalten ableiten. Eine Kombination beider Tests im Kontext eines Screenings erscheint somit sinnvoll. In der klinischen Praxis ist die Beratung von Patienten im Hinblick auf die Fahrsicherheit von großer Bedeutung. Der Verfügbarkeit valider, reliabler und vor allem zeitökonomischer Screening-Instrumente kommt in diesem Zusammenhang ein zentraler Stellenwert zu.
Background: Due to aging and health status people may be subjected to a decrease of cognitive ability with possible negative effects n driving safety. At the same time there is a lack of valid and economically applicable instruments to assess driving performance. Objective: The study is designed to develop a valid screening-tool for fitness-to-drive assessment in older people with cognitive impairment externally validated on the basis of on-road driving performance. Methods: In a single-centre, non-randomized cross-sectional trial cognitive functioning and on-road-driving-behavior of older drivers was assessed. Forty participants with cognitive impairment of different etiology and 40 healthy controls underwent an extensive neuropsychological assessment. Additionally, an on-road driving assessment for external validation of fitness to drive was carried out. Results: In particular, tests assessing the cognitive domains of attention, executive functions and visual-spatial abilities show small to moderate, significant correlations with on-road driving performance. Interpretation and prospects: Based on the correlational analyses, the tests TMT-L (Part A and B) and LAT show adequate criterion validity regarding on-road driving. Therefore, combining both tests within a screeningtool seems reasonable. In clinical practice counselling patients with respect to driving safety is of great relevance. The availability of valid, reliable and, above all, time-efficient screening instruments is of central importance in this context.
doi.org/10.53184/ZVS1-2023-3