Elektromobilität

Erste Teststrecke für induktives Laden von Elektrofahrzeugen gestartet

Bei dem Pilotprojekt E|MPower kooperiert ein Konsortium unter Leitung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) mit der Autobahn GmbH des Bundes, um wertvolle Informationen rund um die Lademöglichkeiten von E-Autos über die Fahrbahn zu sammeln.

Die aktuelle Fahrbahndeckenerneuerung der Richtungsfahrbahn Nürnberg der A 6 zwischen den Anschlussstellen Sulzbach-Rosenberg und Amberg-West wird durch den Lehrstuhl für Fertigungsautomatisierung und Produktionssystematik der FAU genutzt, um hier auf einem Teilstück eine Teststrecke für induktives Laden herzustellen.

Ein zentrales Ziel des Forschungsvorhabens ist die Integration einer Technologie zur kontaktlosen Energieübertragung in die Autobahn. Dabei kommen Spulensysteme zum Einsatz, die direkt in die Fahrbahn eingebettet werden und eine kontaktlose Energieübertragung in Fahrzeuge während der Fahrt ermöglichen. Auf der Teststrecke werden die Prozesse für die automatisierte Herstellung und Integration in die Fahrbahn praxisnah erprobt.

Der Bayerische Staatsminister des Innern, für Sport und Integration, Joachim Herrmann, und der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Markus Blume, haben sich neben dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Autobahn GmbH des Bundes, Dr. Michael Güntner, dem technischen Geschäftsführer der Autobahn GmbH des Bundes, Dirk Brandenburger, sowie dem Präsidenten der FAU, Prof. Dr. Joachim Hornegger, vor Ort ein Bild des Projekts gemacht.

„Laden auf der Überholspur – ein Kilometer voller E-Power: Durch das Projekt E|MPOWER unter Federführung der FAU Erlangen-Nürnberg wird das Laden direkt auf der A 6 während der Fahrt für die ersten Testfahrzeuge möglich. Wir bereiten der E-Mobilität im wahrsten Sinne des Wortes neuen Boden. Bisher galt: Der Weg ist das Ziel – ab heute gilt: Der Weg gibt die Power – und diese kommt aus Bayern! Klar ist: Das induktive Laden kann ein echter Gamechanger für die E-Mobilität sein. Der Wirkungsgrad liegt bei über 90 % und wir erreichen völlig ungeahnte Möglichkeiten. Reichweiten-Probleme lösen sich.“
Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume

„Mit diesem Zukunftsprojekt wird ein weiterer Beitrag zur Erforschung von Lademöglichkeiten entlang unserer Autobahnen geleistet. Die Zukunft ist elektrisch und wir als Infrastrukturbetreiberin möchten unseren Nutzern ein optimales Ladeangebot bieten. Die Kooperation zwischen der Forschung, in diesem Fall der Friedrich-Alexander-Universität, und unseren Experten ist erfolgskritisch, um Innovationen voranzutreiben und dabei auch Aspekte der Nachhaltigkeit zu berücksichtigen.“
Dr. Michael Güntner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Autobahn GmbH

FAU-Präsident Prof. Dr. Joachim Hornegger freut sich, Teil dieses visionären Projekts zu sein und dankt allen Partnern für die Zusammenarbeit. Das dynamische, induktive Laden von E-Fahrzeugen verändere den Blick auf moderne Mobilität – beim Pendeln, auf Reisen und im Alltag. E|MPower stehe für die Zukunft nachhaltiger Mobilität und die Innovationskraft der Universität. Forschung werde auf die Straße gebracht – dorthin, wo sie wirke.

Die Kosten der Deckenbaumaßnahme in Höhe von ca. 6,5 Mio. € trägt der Bund. Das Projekt E|MPOWER wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz unter dem Förderkennzeichen 01MV22020A im Rahmen des Programms „Elektro-Mobil“ gefördert und von der Autobahn GmbH unterstützt. Teil des Forschungskonsortiums sind neben der Friedrich-Alexander-Universität u. a. EUROVIA, Seamless Energy, VIA IMC, Electreon, die Technische Hochschule Nürnberg und Risomat. Die eingebaute Technik stammt von dem auf induktive Ladesysteme spezialisierten Unternehmen Electreon.

Weitere Informationen
Die Autobahn GmbH des Bundes
D-10557 Berlin
www.autobahn.de