Verkehrsmanagement
Forscher der Hochschule RheinMain (HSRM) haben im Auftrag der Mainzer Mobilität im Januar die Ergebnisse einer umfassenden wissenschaftlichen Evaluation des Fahrradvermietsystems „meinRad“ vorgestellt. Im Rahmen des Projekts wurden, unter Zuhilfenahme einer Vielzahl von Methoden, Entwicklungen und Innovationen innerhalb des meinRad-Systems untersucht.
Hochschule als Partner für Innovationen
Mit der Untersuchung des meinRad-Systems konnte nun schon das dritte Mietradsystem durch die Fachgruppe Mobilitätsmanagement an der Hochschule RheinMain evaluiert und dabei aufgezeigt werden, wie praxisnahe Forschung direkt zur Verbesserung öffentlich finanzierter Mobilitätsangebote beitragen kann. Die Analysen verdeutlichen sowohl die Nützlichkeit von Fahrradvermietsystemen als auch die Notwendigkeit zur Innovation, um deren Attraktivität noch weiter zu steigern.
Die wissenschaftliche Begleitung des Projekts „meinRad 2.0“ mit der Mainzer Mobilität ermöglichte es, Nutzungsmuster von Mietradkunden detailliert zu untersuchen und gezielte Verbesserungsvorschläge zu entwickeln.
Erfolgreiche Modernisierung und steigende Nutzung
Seit 2020 wurde das meinRad-System umfassend modernisiert. Neben der Einführung einer neuen IT-Infrastruktur und IoT-fähigen Radschlössern erweitern E-Lastenräder und Pedelecs das Angebot. Die Forschung belegt eine kontinuierliche Steigerung der Mietvorgänge, die nicht zuletzt auf konsequente Systemverbesserungen zurückzuführen ist. Eine Integration von Pedelecs und E-Lastenrädern wird als deutlicher Mehrwert wahrgenommen. Nutzer können damit flexibel unterschiedliche Bedürfnisse erfüllen und im Zusammenspiel mit anderen ÖPNV-Angeboten auf ein eigenes Autos verzichten, wie die Evaluation ergab, bei der auch Nicht-Mietradnutzer befragt wurden. Gerade für längere, hügeligere Strecken oder den Transport von Einkäufen oder Kindern sind Pedelecs und E-Lastenrädern eine attraktive und ausschlaggebende Alternative.
Optimierungspotenziale und Herausforderungen
Die Begleitforschung beleuchtete auch bestehende Herausforderungen. Insbesondere für Nicht-Mietradnutzer wurden Verbesserungen identifiziert, die das Angebot attraktiv machen könnten, wie der Ausbau des Systems, gezielte Informationskampagnen und eine höhere Verfügbarkeit. Die Erkenntnisse können dabei helfen, öffentliche Mobilitätsangebote noch passgenauer und „aus einem Guss“ zu gestalten und bisherige Hemmschwellen zu überwinden.
Die Hochschule RheinMain wird die gewonnenen Erkenntnisse nutzen, um weitere Forschungen zu den Themen Sharing und Mobilitätsverhalten durchzuführen. Ziel ist es, Projekte oder Initiativen im Bereich Mobilität mit der Expertise der Hochschule zu unterstützen und wissenschaftlich zu begleiten, um damit einen messbaren Beitrag zum Verständnis von Mobilitätsverhalten zu leisten.
Weitere Informationen
Hochschule RheinMain
D-65022 Wiesbaden
www.hs-rm.de