Verkehrsmanagement

Multimodales Verkehrsnetz schafft gemeinsame Datengrundlage für Straße, Schiene und Wasserstraße

Bislang fehlt eine durchgängige, aktuelle und leicht nutzbare Übersicht, die Straßen, Schienen und Wasserwege gemeinsam abbildet. Dies soll sich mit dem Projekt „Multimodales Verkehrsnetz Deutschland – MMVNet“ ändern. Ziel ist eine öffentliche, deutschlandweite Datengrundlage, die Straßen-, Schienen- und Wasserwege in einem integrierten Netz zusammenführt. So werden künftige Anwendungen wie verkehrsträgerübergreifende Routenplanungen und übersichtliche Informationsangebote deutlich vereinfacht.

Das Projekt wird von der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) koordiniert, Toll Collect und geOps sind Projektpartner. Es soll Anfang 2029 abgeschlossen werden. Der Kick-off fand am 10.3.2026 in Bergisch Gladbach statt. Interessierte können sich noch unter mmvnet@bast.de anmelden.

Das Projekt wird im Rahmen der Innovationsinitiative mFUND mit insgesamt ca. 2,6 Mio. € durch das Bundesministerium für Verkehr (BMV) gefördert.

Verteilte Daten zusammenführen
Aktuell liegen viele Netzdaten getrennt vor; insbesondere Umschlagpunkte – etwa Häfen, Terminals oder Bahnhöfe – sind oft nicht vollständig erfasst. Mit dem Projekt entsteht schrittweise eine öffentliche Datenbasis für das Verkehrsnetz über Straße, Schiene und Wasserstraße hinweg – ergänzt um Umschlagpunkte zwischen den Verkehrsmitteln. Die gemeinsame Datengrundlage wird über den nationalen Zugangspunkt Mobilithek bereitgestellt und regelmäßig aktualisiert. Ziel ist ein zentraler, verlässlicher Anlaufpunkt für Verwaltungen, Infrastrukturbetreiber, Unternehmen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.

Nutzung ohne Hürden
Die Nutzung der Daten soll möglichst niedrigschwellig erfolgen. Neben Kartendarstellungen werden standardisierte Onlinezugänge angeboten – etwa Programmierschnittstellen oder Dienste zum Abruf der Netzdaten. Bestehende Anwendungen in Behörden und Unternehmen können die Daten so direkt einbinden, ohne sie aufwendig umbauen zu müssen. Das senkt den Integrationsaufwand, vermeidet doppelte Datenhaltung und fördert Transparenz über Zuständigkeitsgrenzen hinweg. Besonders in der Infrastrukturplanung für Straße, Schiene und Häfen entsteht so ein gemeinsames Lagebild, auf dessen Grundlage sich Maßnahmen einfacher aufeinander abstimmen lassen.

Kontinuierliche Verbesserung der Datenqualität
Die Qualität der Daten wird fortlaufend verbessert. Dazu nutzt das Projekt u. a. anonymisierte Fahrspurinformationen schwerer Fahrzeuge sowie Fernerkundungsdaten. So lassen sich Abweichungen erkennen, Netze vervollständigen und Attribute präzisieren. Automatisierte Prüfverfahren unterstützen die Aktualität der Daten – wichtig etwa für Genehmigungen, Routing oder Kapazitätsbetrachtungen.

Parallel dazu verdeutlichen erste Demonstratoren den praktischen Nutzen: eine Orientierungshilfe für befahrene Schwerlaststrecken, ein einfaches multimodales Routing sowie Exporte in gängige europäische Informationsangebote. Diese Beispiele sind Startpunkte – sie sollen Dritte motivieren, eigene Dienste auf Basis von MMVNet zu entwickeln.

Langfristige Perspektive
Langfristig wird das Projekt dazu beitragen, Verkehre einheitlich zu betrachten und den Wechsel zwischen Verkehrsträgern zu erleichtern. So lassen sich Kapazitäten besser nutzen, Suchverkehre und Umwege reduzieren und emissionsärmere Optionen sichtbar machen. Das unterstützt effizientere Lieferketten, erhöht die Widerstandsfähigkeit bei Störungen und vereinfacht den Datenaustausch zwischen nationalen und europäischen Stellen.

Weitere Informationen 
Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen
D-51427 Bergisch Gladbach
www.bast.de