Verkehrsmanagement

Verkehrsprognose bis 2029 lässt eine Stabilisierung mit strukturellen Brüchen erwarten

Die aktuelle Mittelfristprognose des Bundesamts für Logistik und Mobilität zeigt ein differenziertes Bild der Verkehrsentwicklung in Deutschland: Nach Jahren der Krisen und Verwerfungen stabilisieren sich Güter- und Personenverkehr – allerdings auf moderatem Niveau und unter erheblichen Unsicherheiten.

Im Güterverkehr bleibt die Straße klar dominierend. Für 2026 wird ein leichtes Wachstum erwartet, getragen vor allem von einer sich erholenden Baukonjunktur. Damit bestätigt sich einmal mehr die zentrale Rolle des Straßengüterverkehrs für die wirtschaftliche Entwicklung und die Umsetzung von Infrastrukturprojekten.

Deutlich schwieriger ist die Lage auf der Schiene: Trotz politischer Zielsetzungen wird für den Schienengüterverkehr kurzfristig erneut ein Rückgang prognostiziert. Baustellen, infrastrukturelle Engpässe und eine schwache Industrie bremsen die Entwicklung. Noch deutlicher zeigt sich der strukturelle Wandel in der Binnenschifffahrt, die bis 2029 erheblich an Bedeutung verlieren dürfte.

Im Personenverkehr setzt sich die Erholung fort. Bahn- und Luftverkehr wachsen weiter, während der motorisierte Individualverkehr stabil bleibt. Der öffentliche Straßenverkehr entwickelt sich dagegen nur verhalten – auch die Preisanpassung beim Deutschlandticket zeigt hier Wirkung.

Ein entscheidender Faktor bleibt die geopolitische Lage: Die Prognose basiert auf der Annahme, dass Konflikte wie im Nahen Osten nicht weiter eskalieren. Gleichzeitig könnten Handelskonflikte oder Energiepreisschocks die Entwicklung jederzeit deutlich verändern.

Fazit:
Die Verkehrsentwicklung in Deutschland bleibt bis 2029 von Stabilisierung geprägt – jedoch ohne dynamischen Aufschwung. Während die Straße ihre dominante Rolle behauptet, zeigen sich bei Schiene und Wasserstraße strukturelle Herausforderungen, die auch verkehrspolitisch weiter an Bedeutung gewinnen werden.

Weitere Informationen 
Bundesamt für Logistik und Mobilität
D-50672 Köln
www.balm.bund.de